Zeitungszeugen

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ZEITUNGSZEUGEN
Sammeledition: Die Presse in der Zeit des Nationalsozialismus

Heute habe ich mir die erste Ausgabe der Sammeledition “Zeitungszeugen” gekauft. Die Edition wird 50 Ausgaben beinhalten, welche die Presse in der Zeit des Nationalsozialismus beleuchten. Zum ersten Mal wurden die Tagesblätter von 1933 bis 1945 vollständig nachgedruckt. Kein Wort wurde geändert. Sportteil und Kleinanzeigen inklusive. Es ist eine genaue Kopie dessen, was die Menschen damals zu lesen hatten. Und dafür bezahlt man 3,90 Euro pro Ausgabe.

Das Motto lautet “Nachlesen, nachdenken, verstehen”, denn es ist nicht nur eine bloße Kopie, sondern diese Kopie ist nur das Innere der Edition. Der äußere Mantel umschließt diese Zeitschriften und beleuchtet den historischen Kontext und gibt für weniger Wissende eine deutliche Hilfestellung, damit die damalige Presse nicht falsch verstanden werden kann.

Und wenn wir mal unser allgemeines Wissen abklappern, dann fällt doch eines auf: Wir kennen die Goebbels Rede vom “totalen Krieg”, wir wissen, wie Adolf Hitler seine Reden gehalten hat, wir kennen das, was in den Geschichtsbüchern steht und vielleicht kennen auch einige noch die “Meldungen aus dem Reich”. Wir wissen, wie die Propaganda arbeitete, doch können wir uns dennoch kein Bild über das machen, was die Leute damals wirklich zu lesen bekamen. Und da ist diese Sammeledition doch wirklich eine interessante Sache, da sie eben mal genau das bietet.

Die erste Ausgabe handelt von der “Machtergreifung” Hitlers und bringt 3 Tagesblätter mit sich. Zum einen die nationale “Deutsche Allgemeine Zeitung” mit der Ausgabe vom 31. Januar 1933, dann die nationalsozialistische Zeitung, die von Herr Goebbels herausgegeben wurde, namens “Der Angriff” und die kommunistische Zeitung “Der Kämpfer”. Die beiden Zeitungen sind vom 30. Januar 1933. Sehr spannend, wenn auch durch die Schreibweise mit der damals gängigen Fraktur ein wenig Eingewöhnungszeit mitgebracht werden muss.

Für mich als Geschichtsstudent mit dem Schwerpunkt Neuere Geschichte und 20. Jahrhundert sicherlich ganz, ganz spannend. Ausgabe 2 ist jetzt schon so gut wie gekauft.

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Diskussion/Anmerkungen: 8 Kommentare

  1. Robert
    schrieb am 13. Januar 2009

    Ich denke das es schwierig ist, sich Rückblickend ein Bild über den Zustand in Deutschland zum Erscheinungsdatum der Zeitungen zu machen. Vielleicht hat Hitler bei seiner Machtergreifung genau das gesagt, was die Leute hören wollten und hat das dann später auch umgesetzt.

    Auf jeden Fall eine sehr interessante Sammlung, die ich vielleicht auch einmal in Augenschein nehmen werden.

    P.S.: Ein paar Links zu deinen Quellen wären hilfreich.

    Antworten
  2. Lordy
    schrieb am 13. Januar 2009

    In diesem Fall ist meine Quelle nicht verlinkbar, da sie bei mir auf dem Schreibtisch liegt. Der Rest kommt aus meinem Kopf. Ein Hyperlink dorthin zu setzen ist ebenfalls nicht so leicht ;).

    Die Sammlung ist auf jeden Fall interessant. Vor allem das Lesen einer kommunistischen und nationalsozialistischen Zeitung vom gleichen Tag. Da sieht man die krassen unterschiedlichen Sichtweisen noch einmal neu.

    Und natürlich ist es nicht einfach zu verstehen und sich in das hineinzuversetzen, aber wenn man zu allen Bausteinen, die man schon hat, noch die Zeitungszeugen hinzuaddiert, dann wird das Bild einfach sinniger. Vor allem nach der Gleichschaltung der Presse ist das sicherlich interessant, weil man so auch die Diskrepanz zwischen Realität und dem, was die Leute an Informationen bekamen, erfahren kann.

    Antworten
  3. Robert
    schrieb am 13. Januar 2009

    Nein, ich meine Quellen im Sinnen von: Wo hast du Zeitschrift her, wo kann man sie bekommen, wer ist der Herausgeber. Ich habe leider noch keinen Zeitschriftenladen meines Vertrauens finden können.

    Antworten
  4. Lordy
    schrieb am 13. Januar 2009

    Also ich habe es aus einer Bahnhofsbuchhandlung, da ich dort des öfteren herumschleiche. Eigentlich sollte Zeitungzeugen in jedem gut sortierten Kiosk bzw. Zeitschriftenladen vorhanden sein.
    Der Verleger bzw. Herausgeber ist der Brite Peter McGee. Kooperiert wird unter anderem mit Institut für Zeitungsforschung der Stadt Dortmund, der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg und dem Ludwig Boltzmann Institut für historische Sozialwissenschaften Wien. Da hängen also eine Menge wissenschaftlicher Organe dran.

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  5. Projekt 52: Woche 3/09 - Leblos | Lordys Weblog
    schrieb am 22. Januar 2009

    [...] die in der Zeitung “Der Angriff” vom 30. Januar 1933 abgedruckt waren. Da ich die Zeitungszeugen sammle kam mir diese Idee. Die Kleinanzeigen selbst sind leblos und liegen ja auch schon 76 Jahre [...]

  6. Klausur in Kirchengeschichte vorbei | Lordys Weblog
    schrieb am 27. Januar 2009

    [...] Hoffnung in der Bahnhofsbuchhandlung und wollte mir vielleicht doch noch die Ausgabe 2 der Zeitungszeugen holen. Doch leider durfte mir die Verkäuferin, die sie hinter sich liegen hatte, keine mehr [...]

  7. Zeitungszeugen: Ausgabe 4 wieder komplett | Lordys Weblog
    schrieb am 5. Februar 2009

    [...] sie dann wieder mit vollem Inhalt zu haben. Die aktuelle Ausgabe der Zeitungszeugen. Ich habe ja hier und da schon über die Ausgaben berichtet. Nr. 1 kommt auf den Markt und es scheint noch alles gut, [...]

  8. Zeitungszeugen - auf ein Neues! | Lordys Weblog
    schrieb am 10. Januar 2012

    [...] Januar 2009 schrieb ich zum ersten Mal über die Zeitschrift “Zeitungszeugen”, in welcher [...]

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