Gerade gesehen: Ian Kershaw, ein Idol

Vor gut einer Stunde wollte ich den Fernseher eigentlich schon ausschalten, aber dann blieb ich bei der Sat.1-Produktion “News and Stories” hängen, wo eines meiner größten Idole, der englische Historiker Ian Kershaw, interviewt wurde. Es ging in dem Interview um sein 2008 erschienenes Werk “Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg”. In diesem beleuchtet er vor allem den Dezember 1941 als Wendepunkt des Krieges. Die Kriegserklärung Hitlers an die USA, der Ostfeldzug gegen Russland, der angelaufen war, und die weiteren Konstellationen werden beleuchtet. Ian Kershaw stellt in dem Buch auch die Fragen, wie der Krieg gelaufen wäre, wenn bestimmte Dinge anders entschieden und vollzogen worden wären. Sehr interessant. Genauso, wie das Interview. Das Buch muss ich mir auch noch bei Zeiten holen, da ich es total interessant finde. Die “was wäre wenn”-Frage mal historisch durchleuchtet von jemandem, der sich mit der Materie bestens auskennt und der somit ein paar Variablen weniger hat als der Otto-Normal-Mensch. Spannend.
Ebenso, wie die Hitler-Biographie, die Kershaw geschrieben hat. Denn als ich sie letztens in der Hand hatte und mir 30 Seiten aus den letzten Stunden Hitlers durchgelesen hatte, da war mir klar, dass ich auch noch den Rest lesen muss. Mal sehen wann ich dazu komme.
Würde ich in der Wissenschaftsdisziplin Geschichte forschen wollen, dann wäre das Dritte Reich wohl auch mein Forschungsgebiet. Und genau darum ist er eines meiner großen Idole. Er war mal Gastprofessor an der Ruhr-Universität. Leider vor meiner Zeit. Aber immerhin. Für mich ist Ian Kershaw neben Peter Longerich, einem deutschen Historiker, den ich auch schon mal bei einem Vortrag live und in Farbe gesehen habe, ein ganz großer Historiker.
Was man nicht alles nach Mitternacht noch erleben kann. Gut, dass ich den Fernseher nach Navy CIS nicht direkt ausgeschaltet habe. Glück gehabt…
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