Monatsarchiv für Februar 2009

 
 

Hundertdreiunddreißigstes Revier-Derby

Heute ist es soweit. Der Pott brennt. Der BVB aus Dortmund muss in die Veltins Arena nach Gelsenkirchen. Für die Dortmunder neben dem Spiel gegen die Bayern, das in der Rückrunde ja bekanntlich mit 1:3 verloren wurde, wohl das Highlight der Saison. Das sieht man auch daran, dass man so gut wie keine Chance hatte an Tickets für dieses Spiel zu kommen, wenn man nicht gerade in einem Fanclub oder Vereinsmitglied ist. Auch der Dortmunder Trainer weiß um die Brisanz: “Es ist und bleibt das ultimative Spiel der Saison.”

Die Tabellen-Situation ist für beide Mannschaften ja nicht berauschend. Aber der Sieger hält Anschluss und entschädigt für zuletzt doch schwache Leistungen. Ein Bekannter (auch Fan des BVB) von mir sagte mal: “Der BVB kann absteigen, aber bitte mit 6 Punkten gegen Schalke.” Und das sehen noch einige so. Auch noch einmal ein schönes Indiz für den Stellenwert, nicht wahr?

Ich als einziger Dortmund-Fan in einer Familie voller königsblauer Anhänger will natürlich – wie alle anderen BVB-Fans auch – heute den Derbysieg. Und Jürgen Klopp hat angekündigt, dass das auch so geschehen soll.
Und die Statistik kommt dem BVB auch entgegen, denn Begegnungen gegen Schalke im Monat Februar waren zumindest nie zu einer Niederlage gekommen. Ich hoffe mal, dass es so bleibt.

Die Spannung wird bis zum Abend zunehmen, denn das Spiel wird bekanntlich erst nach 20 Uhr angepfiffen. Das Endergebnis steht gegen 22:15 Uhr fest. Dann kann entweder gefeiert oder geweint werden.
Ich hoffe einfach mal, dass gefeiert werden darf.

The Mysterious Armed Trigger

The Mysterious Armed Trigger

Was kann eine Stadt noch weniger gebrauchen als einen Haufen Bösewichte? Richtig – einen Haufen Superhelden. Gotham kommt ja schon mit Batman nicht klar. Nun gut.

Nun erst einmal eine kleine Vorstellung des Mysterious Armed Trigger. Er steht im Zeichen der Fledermaus und betrachtet sich nach Batmans Mord an Harvey Dent und der anschließenden Flucht vor Detective Gordon als der legitime Batman-Nachfolger. Er hat eine Reihe Möchtegern-Batmans schon ausgeschaltet und den Kampf gegen das Verbrechen fortgesetzt. Der “weiße Batman” macht den Leuten keine Angst. Er ist nicht die ungute Figur, die Batman für die Leute dargestellt hat. Alles ist besser geworden. Und da er in Gotham seine Aufgabe temporär als erledigt betrachten kann, sucht er neue Aufgaben.

Und Konna hat diese offenbart. Er hat ein Superhelden-Team gegründet. Mitglieder sind auch schon derer 3 vorhanden. The Astonishing Stupid Smart Synapse, The Mighty Gifted Jedi und Professor Royal Warrior. Und nun will auch noch mein Mysterious Armed Trigger zur Meute hinzustoßen. The Superhuman Four Eyed Bat hat mit seinem Angriff auf die Drei für einige Spannungen im Himmel der Superhelden gesorgt. Und die Bösewichte freut es, denn wenn sich die Helden gegenseitig wegballern, dann hat man schnell die Oberhand über die Welt. Heute haben Superhelden halt eben auch keinen Codex mehr an den sie sich halten müssen. Aber The Superhuman Four Eyed Bat hat etwas in Gang gesetzt, dass unter Umständen die Welt zerstören könnte. Und das neu gegründete Team mittendrin. Und dabei wurde noch nicht einmal ein Name für das Team gefunden. Welch ein beschissener bescheidender Anfang. Wie wird es weitergehen?

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Du willst auch ein Superheld werden und fleißig mitmischen? Dann “bau” dir einen: Hero Factory.

Blog-Parade: Die beste Schullektüre

Sebastian sucht die beste Schullektüre. Und ich möchte ihm dabei unter die Arme greifen. Ich habe in meiner Schulzeit, die ja nun schon ein wenig zurückliegt, eine Menge lesen müssen. Zum Beispiel über den Vorleser, der ja nun auch den Weg ins Kino gefunden hat, oder über den Homo Faber, der in meinem Regal versauert. Auch über Irrungen, Wirrungen musste ich stolpern und der gute Mensch von Sezuan wurde auch gesucht. Und das sind ja nur wenige. Krabat fällt mir spontan auch noch ein.

Aber hier soll es ja um das Werk gehen, das einem am besten gefallen hat. Und da muss ich eindeutig “Emilia Galotti” von Gotthold Ephraim Lessing nehmen. Gut, viele werden jetzt denken “Oh Gott” und werden es nicht verstehen, aber das war schon zu Schulzeiten so. Ich musste es in der 10. Klasse lesen. Dann nochmal in der 12. Jahrgangsstufe. Und nebenbei habe ich es dazwischen noch zwei Mal gelesen. Freiwillig. Auch ein Theaterstück dazu habe ich besucht. Und ich habe eine neue Interpretation des Ganzen als Film gesehen.
Was fand ich an dem Buch denn besonders toll? Erst einmal mag ich die Form. Also das Drama. Daher gefällt mir zum Beispiel auch Brechts “Der gute Mensch von Sezuan” oder sein “Leben des Galilei”. Es wirkt einfach schon allein durch die Dialoge sehr lebendig.

Hinzu kommt dann noch der durchaus spannende und interessante Plot. Der Prinz, der die Emilia will, die aber einem anderen versprochen ist. Tragik schon von Beginn an. Dann der Überfall auf Emilias Verlobten und die damit verbundene Verschleppung Emilia auf des Prinzen Schloss. Der Verlobte gestorben, der Verdacht auf dem Prinzen und der Tod Emilias durch eigene Hand. Ja… das hat was. Es wirkt. Es ist emotional. Es ist mitreißend. Auch, wenn man es aus heutiger Sicht nicht verstehen kann. Wenn man sich in die Zeit hineindenkt, dann ist das wirklich mehr als nur interessant.

Auch nicht verschweigen sollte man die Leistung der Lehrerinnen, die ich hatte. Beide haben es super verstanden das Buch an den Mann und die Frau zu bringen. Vor allem der Kurs in der 12 war einfach nur toll. Kein Wunder bei 16 Personen mit hoher Motivation. Da hat das Arbeiten richtig Spaß gemacht. Wobei es wohl eher ein Vergnügen war mit dieser Truppe zusammen die Deutsch-Stunden abzureißen. Mein Urteil steht. Die beste Schullektüre war “Emilia Galotti”.

Die Geschworenen urteilen: Nicht süchtig

Als ich vor 11 Tagen bekannt habe, dass ich nun auch zu den Spielern von World of Warcraft gehöre, da kamen nicht gerade sorgenfreie Reaktionen. Meine Wiebke war froh, dass sie sich mit genügend Büchern eingedeckt hatte, weil sie wohl glaubte, dass ich so gut wie nicht mehr ansprechbar sein würde. Der liebe Alex ging soweit, dass er gar mein alltägliches Leben verabschiedete, und mr. gene gönnte mir meinen Spaß, aber er wünschte mir auch, dass ich zum richtigen Zeitpunkt davon wieder freikomme. Die Kitty hingegen sah das von vornherein nicht so schlimm, da sie selbst auch gut mit dem Sucht-Potential des Spiels umzugehen vermag.

Und heute muss ich sagen: Süchtig bin ich sicher nicht. Fast drei Tage war ich nun schon nicht mehr online und es stört mich, wie ich erwartet habe, nicht besonders. Ich hab zwar die ersten zwei oder drei Tage wirklich viel gespielt, aber das scheint nun schon vorbei zu sein. Wenn ich in den letzten Tagen gezockt habe, dann nie mehr als 2 Stunden am Tag. Und das ist durchaus normal, wenn man bedenkt, dass ich Ferien habe, oder?

Zumindest würde ich das jetzt mal so sehen. Gegenstimmen werden nicht akzeptiert. Und Sorgen machen muss sich also auch niemand mehr so wirklich.

Frost/Nixon

Frost/Nixon

Vor kurzem habe ich den Film gesehen und nun möchte ich auch noch ein paar kurze Sätze dazu verlieren, denn das hat der Film auf jeden Fall verdient. Es geht, wie viele sicherlich wissen, um eine Interview-Reihe, die Entertainer Comedian Fernseh-Moderator David Frost mit Richard Nixon geführt hat. Diese Interviews haben in den späten 70er Jahren in den USA eine wahnsinnig hohe Bedeutung gehabt. Warum? Richard Nixon war der wohl unbeliebteste Mr. Präsident, den die USA bis dato hatten. Bis dato, weil dann kam ja noch George W. Bush, wie wir alle, sogar fern ab, noch zu genüge in Erinnerung haben. Und vor allem war es das Jahr 1974, dass Geschichte schrieb, denn Nixon trat nach dem Bekanntwerden der Watergate-Affäre als erster und letzter Präsident vorzeitig zurück und verließ das Weiße Haus, dass er 1969 erst bezogen hatte, somit früher als erwartet. Nachdem er wenig später eine generelle Amnestie genoss, wollte David Frost ihn interviewen, weil er dachte, dass das us-amerikanische Volk solch ein Interview brauchen würde. Im Jahr 1977 kam es dann dazu. Mehr kann man entweder im Film erfahren oder man weiß es eh schon.

Nun ein wenig zu meiner bescheidenden Meinung: Der Film geht auf das Interview und die Vorgeschichte wirklich gut ein. Die Affäre hätte man noch mehr beleuchten können. Das geschieht zwar im Interview, aber meiner Meinung nach zu wenig. Hätte man die Spielzeit über die guten 2 Stunden, die er nun lang ist, ausgedehnt, dann hätte man noch tiefer in die Materie eintauchen können. Ansonsten ist der Film einfach großartig. Zwar nicht so spannend, wie ich ihn mir vorgestellt habe, aber dennoch wirklich interessant. Vor allem das Hinfiebern auf den letzten Interview-Termin war richtig nervenaufreibend. Das Telefonat kurz vor Ende ein Knaller. Und da es noch relativ nah am Zeitgeschehen ist, wirkt es auch noch einmal ganz anders. Ich fand den Film gut. Würde ihn auch auf jeden Fall noch ein zweites Mal schauen. Wohl auch ein drittes und viertes Mal. Wirklich gut.

Der Film hat, wie ich gesehen habe, auch wirklich gute Kritiken bekommen. Die meisten Online-Plattformen geben dem Film 9 von 10 Punkten. Und die hat er – meiner Meinung nach – auch verdient. Ein wirklich gutes Polit-Drama.

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Über Lordy

    Jahrgang 1986, Student an der Ruhr-Universität Bochum, wohnhaft in Dorsten, dauernd unterwegs, Serien-Junkie, Wii-Freak, Musik-begeistert und leidenschaftlicher BVB-Anhänger.
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