
Diese Frage finde ich wirklich interessant. Warum muss Gott bewiesen werden, damit man an ihn glauben kann? Denn wer kennt ihn nicht, den Spruch “Ich glaube nur an das, was ich gesehen habe oder was empirisch beweisbar ist!”? Doch dabei sind sich die meisten gar nicht bewusst, wie schwachsinnig dieser Satz im Kontext unserer Alltagspraxis eigentlich ist. Denn längst kann nicht alles, was sich für uns im Positiven bewährt hat, bewiesen werden. Aber Gott soll bewiesen werden, denn sonst glaubt man ja nicht.
Das “Glauben” aber “Vertrauen” ist und man für ein Vertrauen keinen Beweis braucht, dass nimmt man im Bezug auf Religionen nicht wahr. Ich vertraue ja auch meiner Freundin, dass sie mir treu ist und fordere keinen Beweis, weil sie es wohl möglich nicht beweisen kann. Wie denn auch? Und ich steige ja auch in ein Flugzeug ohne vorher beweisen zu können, dass es wirklich am richtigen Ort landet und ich nicht hinterher in Einzelteilen im Wasser schwimme. Ich glaube einfach daran, dass ich heile ankomme und das Flugzeug nicht abstürzt.
Auch in der Naturwissenschaft gilt: Alle Theorien sind so lange wahr bis das Gegenteil bewiesen wird. Wenn man das auf Gott ummünzt, dann müsste man doch eigentlich von Atheisten und Co. den Beweis für die Nicht-Existenz einfordern. Und da wird aus der “Bring-Schuld” schnell ein dankbares Grinsen, denn Gottes Nicht-Existenz zu beweisen ist bisher auch noch niemandem gelungen.
Das Ganze ist mir letztens wieder vermehrt in den Sinn gekommen als ich ein Thema samt den Kommentaren beim lieben Ecki gelesen habe, denn so mancher Kommentar ging genau in diese Richtung. Komisch…