Der Vorleser

Gestern Nachmittag ging es wieder ins Kino. Mittlerweile wird das ja schon eine feste Tätigkeit an einem Sonntag. Nun… auf dem Programm stand: Der Vorleser. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Bernhard Schlink. Für mich war das sogar sowas wie eine Zeitreise in das Jahr 2007. Genauer in den Frühling des genannten Jahres. Abiturklausur, Deutsch Grundkurs, Der Vorleser. Damals hab ich über das Buch meine Abiturklausur geschrieben und die Note der Klausur freut mich noch heute.
Aber nun dann doch zum Film: Er ist toll. Eindeutig. Der Film ist richtig, richtig toll. Die Beziehung zwischen Hanna und Michael ist gut dargestellt, der Plot hält sich größtenteils an die Buch-Vorlage und das tut dem Film wirklich gut. Ich hab nicht mehr jede Kleinigkeit des Buches im Kopf, weil ich seit 2007 so viele Sachen lesen musste, aber großteilig stimmt doch alles überein. Nur kleinere Sachen gibt es zu bemängeln und so manche wichtige Stelle wurde weggelassen, wie ich finde.
Ich habe zum Beispiel noch im Kopf, dass während der Gerichtsverhandlung nicht immer alle Teilnehmer des Seminars da waren, sondern immer nur 2 oder 3, die alles protokollierten. Für das Verständnis ist das sicherlich uninteressant, aber mir fiel es auf. Oder ich täusche mich. Wer weiß. Und es fehlt meiner Meinung nach auch diese wichtige Szene während Hannas und Michaels Rad-Tour, wo sie nächtigen und er ihr, um alles für ein Frühstück einzukaufen, einen Zettel schreibt. Als er dann wiederkommt macht sie ihm eine riesen Szene. Das ist im Buch der Punkt, wo man auf jeden Fall merkt, was Sache ist. Und gerade die Stelle fehlt. Darf eigentlich nicht sein.
Aber meine Wiebke hatte das Buch nicht gelesen und empfand den Film als ein runde Geschichte. Ihr hat somit nichts wichtiges gefehlt. Was darauf hindeuten lässt, dass man wohl so manche Sache, die mir fehlte, weglassen kann und darf.
Besonders fasziniert kann man wohl von bestimmten Dingen sein. Die Alterung der Kate Winslet (an dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass der Oscar für die beste Darstellerin auf jeden Fall gerechtfertigt ist) ist einfach nur perfekt. Hanna nimmt ja in diesem Film eine ganz schöne Spanne beim Lebensalter in Anspruch. Und das wurde super dargestellt, wie ich finde. Wie meine Wiebke sagte: “Die hatte sogar alte Füße.” Das sind so Details, die zeigen, dass hinter dem Film wirklich eine Menge Arbeit gesteckt hat.
Ich könnte nun noch so viel über das Buch, den Film, die Vergangenheitsbewältigung in Deutschland oder meine Schulzeit schreiben, aber das lasse ich an dieser Stelle mal.
Früher habe ich mit einer Skala von 1 bis 10 bewertet. Heute mach ich das nicht mehr, weil ich darin keinen Sinn sehe. Der Film würde eine 10 bekommen, aber für mich ist nur wichtig, dass ich sagen kann: Schaut ihn euch an. Er ist auf jeden Fall sein Eintrittsgeld wert.






schrieb am 10. März 2009
Oh, “schön”. Wir haben das Buch letztes Jahr noch in der Schule gelesen (oder ist es schon wieder länger her?). Ich fand es ganz gut.
Das diese Schlüsselszene fehlt ist wirklich schade :/
Mal sehen, hatte vor ihn anzuschauen, hihi. Dein Artikel erinnert mich – gut =)
Liebe Grüße
schrieb am 10. März 2009
Anschauen ist auf jeden Fall eine richtig, richtig gute Idee.
Ich finde es ja auch ganz spannend, dass im Moment immer mehr Bücher verfilmt werden, die ich in der Schule gelesen habe. Krabat war ja auch so ein Fall xD.