Hitler/Stalin – Porträt einer Feindschaft

In den letzten Tagen wurde auf ARTE das neue dokumentarische Werk von Grimmepreis-Träger Ullrich H. Kasten ausgestrahlt. Eine (klassische) Dokumentation, die sich von dem, was man inzwischen gewohnt ist, abhebt. Denn allein Fakten und Archivaufnahmen sind das Mittel zur Wissensvermittlung, zur Darstellung der Beziehungen von Adolf Hitler und Josef Stalin. Verzichtet wird auf Zeitzeugen oder die Aussagen von Experten. Genauso, wie man auf aufwendige Computeranimationen verzichtet. Das allein bereitet der Dokumentation einen in dieser Zeit so besonderen Charme.
Adolf Hitler und Josef Stalin stehen für zwei unterschiedliche Systeme. Rassenwahn und Klassenkampf. Und obwohl ihr Kampf gegeneinander die Welt für mehrere Jahre bestimmt, treffen sich Hitler und Stalin nie persönlich. Die Dokumentation schafft es dennoch die Sicht des einen auf den jeweils anderen zu verdeutlichen, denn Schriftzeugnisse und Aussagen über den Gegner gibt es genug. Und diese sind wahnsinnig interessant.
Die Dokumentation beginnt mit dem 22. Juni 1941, dem Datum der ersten deutschen Angriffe auf die Sowjetunion und zeigt nun die voranrollende Offensive mit ihren Erfolgen. Hitler “jubelt” und Stalin fällt in eine tiefe Depression. Er hatte, wie man gezeigt bekommt, nicht mit einem Angriff gerechnet und war auch nicht auf selbigen vorbereitet. So gelingt den Deutschen auch der Sieg in so gut wie jeder Schlacht.
Danach dreht sich bekanntlich die Gunst, denn mit der Kapitulation der Deutschen in Stalingrad im Jahr 1943 findet der sogenannte “Seitenwechsel der Depression” statt. Nun “jubelt” Stalin und Hitler verliert das so wichtige Band zur Realität.
Wenn jemand Interesse an dieser Zeit hat und sich gerne damit beschäftigt, dann sollte diese Dokumentation auf jeden Fall gesehen werden. Vor allem, weil sie ein wirklich gutes Bild über die Beziehungen der beiden zueinander und über deren eigene Selbstsicht zeigt. Und hinzu kommt dann noch, dass sie einfach anders ist als das, was man gewohnt ist. Was auch ziemlich erfrischend sein kann. Wobei ich gestehen muss, dass ich da auch kurze Zeit brauchte, um mich auf diese Art einzustellen.
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Mehr Informationen: Ein interessanter Artikel mit Bildmaterial findet sich auf m&c; Ab dem 24.04.2009 ist die Dokumentation auch als DVD zu erwerben.





