Beyond The Mat

Gestern bin ich zufällig über eine Dokumentation gestolpert, die ich von Beginn an interessant fand. “Beyond The Mat” stammt aus dem Jahr 1999 und befasst sich mit dem Phänomen Wrestling. Genauer gesagt mit der größten Organisation innerhalb dieses Geschäfts. Mit der World Wrestling Federation (WWF), die mittlerweile als WWE (World Wrestling Entertainment) bekannt ist.

Die Frage, die sich wie ein roter Faden durch die Dokumentation zieht, lautet: Was für Menschen machen so etwas um ihren Lebensunterhalt zu verdienen? Und die Frage ist durchaus berechtigt. Denn: Wrestling ist zwar Show, aber dennoch nicht frei von Schmerz und Gewalt. Der Sieger eines Kampfes steht vorher fest und die ausgeübte Gewalt wird “reguliert”. Aber diese “regulierte” Gewalt ist an sich keine Show, sondern durch und durch realistisch. Und diesen “Job” auszuüben ist sicherlich auch nicht leicht. Für den Wrestler selbst, für dessen Frau, Freunde, Eltern und alle, die mit ihm zu tun haben. Wrestling ist Sport und Unterhaltung. Aber wer sind diese Männer, die für Geld in den Ring steigen und eine Mischung aus Show, Schmerz und Gewalt für ihren Lebensunterhalt bestreiten?

Die Dokumentation wirft zur Beantwortung dieser Frage zum Beispiel ein Licht auf “die Hardcore Legende” Mick Foley, der in seinem “normalen Leben”, also wenn er nicht im Ring steht, ein Familienvater ist. Ein Familienvater mit einem sehr gefährlichen Job, wie einem vor Augen geführt wird. Ein Familienvater, der seiner Familie extrem viel zumutet, da diese immer Angst haben müssen, dass er nicht mehr lebt, wenn der Kampf zu Ende ist.

Außerdem wird ein Blick auf Terry Funk geworfen. Ein Mann, der das Wrestling-Geschäft seit 1968 mitbestimmt und “nach oben” gebracht hat. Ein Mann, der immer wieder aufhören und zurücktreten wollte, aber doch später immer wieder in den Ring stieg. Ein Mann, der Mick Foley sehr ähnlich ist.

Auch Jake Roberts steht kurze Zeit im Rampenlicht. Es wird beleuchtet, dass er durch Alkohol und Sex seine Familie zerstörte. Aufgrund des Druckes und des ständigem Unterwegs-Seins.

Wrestling ist Unterhaltung und Sport. Es ist ein Phänomen, das seit es Leute wie Hulk Hogan, Terry Funk, Mick Foley und wie sie alle heißen gibt Millionen Menschen vor die Fernseher und in die Hallen lockt. Noch heute. Und es ist glanzvoll, spektakulär und kann begeistern. Ich bin selbst jemand, der sehr lange ein großer Fan des Ganzen war. Und zum Teil bin ich es auch heute noch. Die Dokumentation zeigt die Seite der Medaille, die man nicht sieht. Die dunkle Seite der Macht. Wenn jemand ein Wrestling-Fan ist, dann sollte er sich diese Dokumentation, wenn er die Chance dazu hat, auf jeden Fall einmal anschauen. Kann nicht schaden.

Und abschließend möchte ich hier noch die Antwort, die die Dokumentation auf die Frage “Was für Menschen machen so etwas um ihren Lebensunterhalt zu verdienen?” gibt, niederschreiben.

Show-Leute. Schausteller. Väter. Söhne. Künstler. Spielzeuge. Leute mit Familien, mit den gleichen Sorgen und Ängsten wie wir alle. Sie sind genauso wie du und ich. Nur, dass sie echt anders sind.

Dieser Satz ist wie ich finde ein sehr guter Abschluss für diesen Artikel.

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Über Lordy

    Jahrgang 1986, Student an der Ruhr-Universität Bochum, wohnhaft in Dorsten, dauernd unterwegs, Serien-Junkie, Wii-Freak, Musik-begeistert und leidenschaftlicher BVB-Anhänger.
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