Illuminati – Der Film

Illuminati - Der Film

Auf den Film “Illuminati” habe ich lange, lange gewartet. Das Buch habe ich vor gut 3 Jahren gelesen und fand es mehr als nur super. Am Mittwoch bin ich dann zusammen mit meiner Wiebke ins Coesfelder Kino gestapft, um mir dem Film anzusehen. Bevor ich jetzt meine Meinung wiedergebe möchte ich kurz eine kleine Inhaltsangabe geben und auch einmal auf den Trailer verweisen.

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Robert Langdon, gespielt von Tom Hanks, wird durch die vatikanische Polizei heimgesucht und gebeten dem Vatikan zu helfen. Denn es gibt neue Beweise für die Existenz des Geheimbundes der Illuminati. Und dieser Geheimbund, neu erstarkt, bedroht die katholische Kirche. Die Bedrohung ist so groß, dass ihre Existenz in Gefahr geraten ist. Und alles ausgerechnet während eines Konklaves, welches einen Nachfolger für den vor wenigen Tagen verstorbenen Papst sucht. Eine unaufhaltbare Zeitbombe, ein Behälter mit Antimaterie, die in CERN hergestellt wurde, tickt irgendwo im Vatikan, die vier Preferiti, die “Spitzenkandidaten” beim Konklave, wurden entführt und Langdon macht sich auf den Weg durch sein Wissen die Katastrophe abzuwenden. In Rom trifft er auf die Wissenschaftlerin Vittoria Vetra, gespielt von Ayelet Zurer. Zusammen begeben sie sich auf eine Jagd durch Rom und folgen einer Spur nach der anderen, damit sie die Katastrophe doch noch abwenden können.

Ich muss sagen, dass ich im Vorfeld ziemlich negative Kritiken lesen musste. Und da stellt man sich dann schon auf einen Film ein, der einen nicht vom Hocker reißt. Das ist glaube ich normal. Wenn man viele negative Kritiken über einen Film lesen muss, dann werden die Erwartungen automatisch unbewusst zurückgeschraubt. Nachdem ich den Film nun gesehen habe kann ich so manche Kritik durchaus nachvollziehen, aber manches halte ich auch für nicht richtig. Nun gut.

Der Plot, den Dan Brown erstellt hat, ist genial. Deshalb ist das Buch ja auch ein so großer Erfolg gewesen bzw. immer noch ein Erfolg. Tom Hanks, der hier – wie in “Sakrileg” – Robert Langdon spielt, überzeugt in seiner Rolle nicht gänzlich. Zumindest nicht, wenn man den Film nur allein betrachtet. Wenn man ihn aber mit “Sakrileg” verknüpft, dann vollkommen. Ich habe oft gelesen, dass der Tiefgang fehlt, und dass auch die Charaktere keinen Tiefgang aufweisen. Das mag stimmen. In Teilen. Denn der Plot gibt bei der Filmlänge – von immerhin 138 Minuten – viel zu viel an Handlung vor, die abgearbeitet werden muss. Da bleibt wenig Zeit für Erklärungen und Tiefgang. Daher kommen sehr oft Bezüge zu “Sakrileg” vor, die im Grunde anzeigen, dass hier etwas hätte erklärt werden können. Ein Beispiel: Robert Langdon hasst Fahrstühle und enge, geschlossene Räume, wie man in “Sakrileg” erfahren kann. In “Illuminati” wird dies nun nicht vollkommen neu aufgezeigt, sondern es folgt nur eine kurze Bemerkung als Anknüpfung an das, was in “Sakrileg” geschieht. Und zwar in dem Moment, wo er das erste Mal mit dem Fahrstuhl in die Vatikanischen Archive fährt und nach dem Aussteigen aus dem Fahrstuhl erklärt, dass es nun viel besser sei. Das zieht sich so durch den gesamten Film.

Immer wieder wird auf die Vorkommnisse in Frankreich Bezug genommen. Der Film steht in einer Kontinuität. Darf also gar nicht allein gesehen werden, weil er anschließt. Und wenn man “Sakrileg” mit einbezieht, dann hat der Film durchaus Tiefgang im Bereich der Charaktere. Einzig die Person Vittoria Vetra bleibt sehr, sehr blass. Der Camerlengo, der von Ewan McGregor gespielt wird, ist zum Beispiel auch so ein Charakter, der sehr, sehr gut beim Publikum ankommt und authentisch wirkt. Man nimmt ihm die Rolle ab.

Schade an dem Film ist wirklich, dass der Plot zu so vielen überhasteten Handlungen zwingt und dadurch vor allem Erklärungen rund um die Illuminati auf der Strecke bleiben. Da, wo sich “Sakrileg” noch viel Zeit nahm (man denke hier an die Erklärungen im Hause Teabings) bleibt in “Illuminati” einfach keine Zeit. Dadurch verkommt der Film zu einer wahren Hetz-Jagd, die so gut wie keine Atempausen zulässt. Ich muss aber auch sagen, dass ich natürlich viele Dinge, die nicht erklärt wurden, aus dem Buch kenne und so vielleicht gar nicht bemerken kann, wie sich jemand fühlt, der das Buch nicht gelesen hat. Ich kann die Lücken füllen, die sich auftun und daher wird meine Meinung wohl auch eindeutig positiver sein als die Meinung von jenen, die das Buch nicht gelesen haben. Das sollten sie dann aber jetzt tun, denn das wertet für sie dann den Plot in Gänze auf.

Ich war von dem Film eigentlich ganz angetan und würde ihn in Kontinuität mit “Sakrileg” gesehen auf eine Stufe mit eben diesem stellen. Ich finde auch, dass man die beiden Filme eigentlich nicht vergleichen kann und dies auch nicht tun sollte. Auch, wenn ich es hier – ich gestehe – selbst ein wenig getan habe. Aber beide Filme sind so verschieden, wie die Bücher. Für mich war das eine gelungene Verfilmung des wirklich tollen Buches. Und für mich steht auch fest, dass ich mir dem Film auf DVD erstehen werde. Ich würde auch jedem empfehlen sich den Film anzuschauen.

Abschließend möchte ich noch einen kurzen Blick auf die Meinung anderer Blogger werfen, denn da sind auch ein paar ganz interessante und durchaus auch unterschiedliche Meinungen vertreten.

DerBaum findet den Film für ein Popcorn-Kino-Erlebnis gut, aber sieht ihn nicht als niveauvollen Film an. Ihn begeistert nur der Soundtrack. Außerdem ist er der Meinung, dass sich die Geschichte des Buches “irgendwie im Film verliert”.
Konna sieht im Film einige Schwächen und sieht in ihm einen “halbwegs intelligenten Thriller”. Besonders ist ihm die nicht vorhandene Charakterentwicklung ein Dorn im Auge. Da wird seiner Meinung nach viel Potential verschenkt Gleiches gilt für die, wie er sagt, “tiefergehende Hintergründe zu den Illuminati”, die “meist nur beiläufig erklärt” werden. Der Grund dafür wird durch Konna auch schnell ausgemacht. Es geschieht alles viel zu schnell. Viel zu hastig. Für ihn ist der Film in der Mittelmäßigkeit hängengeblieben.

Teo hingegen ist der Ansicht, dass der 138 Minuten lange Streifen auch mit 70 Minuten ausgekommen wäre. Er meint, dass der Film vom Hype um Dan Brown und “Sakrileg” getragen wird und selbst nicht überzeugen kann. Für ihn zog sich die Geschichte “wie ein Kaugummi” und spannend empfand er “den Film an kaum einer Stelle, obwohl viele Szenen das Potential dazu hätten”.

Ingo Jürgensmann empfand den Film als durchaus spannend mit einigen Überraschungen und verleiht ihm das Prädikat “besonders empfehlenswert!”

Und zu guter letzt mag ich noch die Meinung von Lutz wiedergeben und damit den Rundgang durch die Meinung innerhalb der Blogosphäre beenden. Es gibt noch viel, viel mehr Meinungen, aber wenn ich die alle niedertippen wollen würde, dann säße ich wohl noch morgen früh da dran. Also. Lutz sieht den Film ebenfalls in der Mittelmäßigkeit gefangen. Seiner Meinung nach ist der Film über “weite Strecken vorhersehbar und setzt teilweise mehr auf Oberflächlichkeit als auf Tiefgang.”

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Diskussion/Anmerkungen: 4 Kommentare

  1. Konna
    schrieb am 29. Mai 2009

    Freut mich für dich, dass dir der Film gefallen hat. Vielleicht war meine Sichtung von The da Vinci Code zu lange her, dass mir vieles nicht so aufgefallen ist. Irgendwie blieb mir nur ein durchschnittliches Gesamterlebnis. Aber glücklicherweise dürfen Geschmäcker ja verschieden sein. ;)

    Antworten
  2. Lordy
    schrieb am 30. Mai 2009

    @Konna: Ja das kann natürlich sein. Ich habe “Sakrileg” erst vor kurzem geschaut. (Ich selbst bin ein Feind des Titels “The Da Vinci Code”, weil er einfach total schwachsinnig ist. Daher verwende ich so gut wie immer den deutschen Titel.) Dann fallen einem bestimmte Dinge ja mehr auf. “Illuminati” ist nicht der beste Film aller Zeiten, aber auf jeden Fall für mich einer, der zu den besten Filmen des aktuellen Jahres gehört. Manche Kritikpunkte, die du aufgreifst, teile ich ja auch durchaus ^^. Wie ich bei meinem Rundgang durch die Blogosphäre gesehen habe bin ich aber auch einer einer der Wenigen, die den Film als wirklich gut bzw. besser als Durchschnitt bezeichnen xD.

    Antworten
  3. HiPPiE
    schrieb am 31. Mai 2009

    Ich habe mir den Text extra nicht gegeben, weil ich den bislang immer noch nicht gesehen habe und man ja nicht voreingenommen da reingehen will.

    Antworten
  4. Lordy
    schrieb am 31. Mai 2009

    @HiPPiE: Das kann ich sehr gut verstehen. Genau habe ich das auch gemacht als ich den Film noch nicht geschaut habe. Wenn du ihn irgendwann gesehen hast, dann wäre aber deine Meinung schon interessant. Und willkommen auf meinem Blog :).

    Antworten

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