
Gestern Abend war die Zeit für den 54. Eurovision Songcontest gekommen. In Moskau kam es zu einem musikalischen Event, wie es ihn sonst auf der Welt nicht gibt. Und da es bei mir eine Tradition ist den Eurovision Songcontest zu verfolgen saß ich auch gestern – zusammen mit meiner Wiebke – vor dem Fernseher. Nicht zuletzt um den deutschen Auftritt zu verfolgen, der, wie ich bereits berichtete, von Dita von Teese begleitet wurde.
Am Ende landete “Alex swings Oscar sings” auf dem 20. Platz. Nur 5 Teilnehmer waren also schlechter. Aber das Ergebnis ist immer noch bei weitem besser als der letzte Platz der No Angels im Jahr 2008. Es reichte für 35 Punkte. Kein Mal gingen 12 Punkte nach Deutschland, aber immerhin gab es aus 11 Ländern (Dänemark, Großbritannien, Norwegen, Frankreich, Belgien, Türkei, Bosnien-Herzegowina, Albanien, Niederlande und Portugal) Punkte. Das ist doch auch schon ganz ansehnlich in Relation zu 2008.
Aber dennoch war die Stimmung nicht wirklich gut. Alex Christensen war sichtlich enttäuscht und auch der ARD-Koordinator für Unterhaltung, Thomas Schreiber, sagte enttäuscht:
Das Ergebnis von Moskau ist für unser exzellentes Team eine Enttäuschung. Für uns heißt das: Wir müssen beim Eurovision Song Contest radikal neue Wege gehen. Wie die aussehen, werden wir sehr bald präsentieren.
Da kann man ja eigentlich nur gespannt sein, oder? Aber nun noch zu diesem Songcontest. Der Blick auf das nächste Jahr ist wohl jetzt noch zu früh. Der Norweger Alexander Rybak gewann nicht überraschend mit seinem Song “Fairytale”. Und das sogar mit einem Rekord. Denn die Punktzahl von 387 hatte es bisher noch nicht gegeben. Wahnsinn. Island belegte den zweiten Platz. Auf dem dritten Platz folgte dann der Beitrag aus Aserbaidschan.
Ich muss ja sagen, dass ich den Beitrag des Norwegers nicht wirklich gut fand. Mein Geschmack war es absolut nicht. Da gab es Besseres. Aber einen wirklichen Sieger konnte ich für mich selbst auch nicht bestimmen. War auch schwierig, wie ich finde. Aber wenn ich mich wirklich entscheiden müsste, dann hätte ich mich für den Beitrag aus Großbritannien entscheiden, weil er mir doch wohl mit am besten gefiel.
Besonders interessant war die Punktevergabe in zweierlei Hinsicht. Zum ersten hatte ich mit meinem Schatz um eine grobe Platzierung des deutschen Beitrags gewettet (und gewonnen) und zum anderen wurde die Punktevergabe reformiert. Denn seit diesem Jahr zählten die Stimmen des Publikums nur noch 50%. Kombiniert wurde das Ergebnis dann jeweils noch mit einer Jury-Meinung. Dieser Schritt schien auch nötig, weil sich vor allem die östlichen Teilnehmer sich immer gegenseitig die Punkte zuschoben. Nachbarschaftshilfe und teils auch alte Verbundenheit. Man muss sagen, dass in der Hinsicht die Reform ein wenig gewirkt hat. Zwar ging es noch nicht gänzlich ohne Nachbarschaftshilfe, aber es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung erfolgt. Und das muss man doch einmal äußerst positiv sehen. Auch, wenn das letztendliche Ziel bisher noch nicht erreicht ist.
Konna sagt in einem Artikel auf seiner Gedankendeponie, dass es für Deutschland vielleicht ratsam wäre nicht mehr beim Eurovision Songcontest mitzumachen. Und ich muss gestehen: Diesen Gedanken hatte ich auch schon. Man steht als Geldgeber immer im Finale, aber landet da dann eh keinen Treffer, sondern blamiert sich eher “bis auf die Knochen”. Und das kann ja auch nicht das Ziel sein. Da könnte das Geld doch besser an einen anderen Ort fließen, wo damit “Sinnvolles” geschieht. Wobei es schon ein Event ist, der natürlich auch eine gewisse Werbung darstellt. Und wenn man jetzt nicht mehr teilnehmen würde, dann würde man auch sicher als “schlechter Verlierer” da stehen. Fragt sich nur, ob das so viel schlimmer wäre als jedes Mal wirklich ein Verlierer zu sein. Ach… ich weiß nicht… im Grunde auch gut, dass ich da nichts entscheiden muss. Und immerhin hat Thomas Schreiber ja schon Änderungen angekündigt. Vielleicht entschlüsseln diese dann das Rätsel, warum es nie “Germany – 12 Points” heißt.
Abschließend möchte ich mich noch dafür entschuldigen, dass dieser Artikel ein klein wenig chaotisch ist. Ich wollte einfach mal den Gedanken freien Lauf lassen. Und das gelingt – leider – nicht immer in geordneter Form.