Am 10. November, also vor einigen Tagen, ging die Meldung “Robert Enke, Nationaltorhüter, begeht Selbstmord” durch die Medien. Robert Enke hat sich im Alter von 32 Jahren umgebracht. Ich erzähle sicherlich niemandem etwas Neues. Jeder wird es mitbekommen haben. Die Trauerfeier im Stadion zu Hannover, die Pressekonferenzen, die Stimmen der Nationalspieler und die Tränen der Betroffenen. Ganz Fußball-Deutschland – wie es immer so schön heißt – und viele mehr haben um einen außergewöhnlichen Spieler und Menschen getrauert und tun dies immer noch, durchaus zurecht. Trauer vergeht nicht in Tagen.
Nun haben wir zwar keine Verhältnisse wie beim Tode von Michael Jackson erlebt, aber dennoch wurde in den letzten Tagen der Tod von Robert Enke in astronomische Höhen gepusht. Ich möchte mich da nun sicherlich nicht anschließen und habe das Thema daher bisher auch stark gemieden, aber es gibt doch etwas, dass ich unbedingt zum Ausdruck bringen möchte. Und zwar:
Der Tod von Robert Enke ist äußerst bedauerlich für die Familie, die Freunde, die Bekannten und das gesamte soziale Umfeld. Ebenso trifft es die Fans und alle anderen Menschen, die das mitbekommen. Robert Enke litt an Depressionen, die er vor der Öffentlichkeit geheim halten konnte und wahrscheinlich auch wollte. Laut Hannover 96-Präsident Martin Kind hat Robert Enke es überspielt, damit niemand dahinter kam. So schien er immer ein ganz normaler Mensch zu sein.
Und genau da liegt mein Anliegen, da ich selbst in einer nicht gerade einfachen Situation bin. An dieser Stelle ist klar geworden oder sollte klar geworden sein, dass nach außen hin vieles oft so aussieht als wäre alles in Ordnung, aber tief unter der Oberfläche gibt es dann meistens große Probleme. Depressionen sind nicht immer offensichtlich, äußern sich nicht immer, sind nicht für jedermanns Auge erkennbar. Manche Menschen sind innerlich kalt, sind hilflos, sind “tot”, aber sie schaffen es ihrer Umgebung vorzugaukeln, dass alles super gut läuft. Sie lachen, grinsen und freuen sich – zumindest dem Anschein nach. Denn das ist längst nicht immer die Wahrheit und oft nur trügerischer Schein. Nur wenige Menschen in deren Umfeld wissen dann meist – wenn überhaupt – von starken und schweren Problemen, die wie große Lasten auf den Schultern liegen.
Wenn der Tod von Robert Enke eines ganz deutlich zeigen konnte, dann war es genau das. Manche Menschen zerbrechen an ihrem Schicksal. Manche verbergen es und leiden immer weiter. Dies war bei Robert Enke zwar nicht gänzlich der Fall, denn er hatte eine Frau, die ihm geholfen hat, und war in Behandlung, aber vielen anderen geht es so. Sie erzählen es nicht und bekommen somit auch keine Hilfe. Da muss man gegensteuern – finde ich.
Warum jetzt genau der Artikel? Weil ich das einfach mal loswerden musste. Das sind meine Gedanken, wenn ich an den Tod des Nationaltorhüters denke. Und ich hoffe, dass so etwas ähnliches auch so manch anderer gedacht hat.