Monatsarchiv für Dezember 2009

 
 

Cover vs. Original: Runde 4 – Tainted Love

Cover vs. Original

Es ist soweit. Die dritte Runde ist nun auch vorbei. Und es hat sich gezeigt: Der Trend setzt sich nach wie vor fort. Die Originale besiegen die Cover-Versionen. Nach der zweiten Runde stand es 2:0 für die Original-Versionen der Songs. Nach der dritten Runde steht es nun 3:0, denn auch Neil Diamond konnte mit seinem Original “Solitary Man” die Cover-Version der finnischen Band HIM schlagen (knapp mit 2 Stimmen mehr). Sieht nach einem einseitigen Kampf aus. Ähnelt so ein wenig dem Box-Kampf von gestern Abend zwischen Vitali Klitschko und Kevin Johnson, aber lassen wir das. Mal schauen, ob die Cover-Versionen noch einmal herankommen.
Ich hätte in der dritten Runde für das Cover von HIM gestimmt, da es mir kraftvoller erscheint. Außerdem ist es meiner Meinung nach eine gute und eigene Interpretation des Stückes. Und zudem mag ich die Stimme von HIM-Frontmann Ville Valo ein wenig lieber als die von Neil Diamond. Lassen wir aber nun mit einem abschließenden Blick auf den Zwischenstand die Runde 3 in Ruhe und machen wir uns an die nächste Runde.

Cover vs. Original - Zwischenstand nach Runde 3

Für die vierte Runde habe ich einen Song gewählt, der von der us-amerikanischen Band Marilyn Manson im Jahre 2001 gecovert wurde. Und zwar handelt es sich dabei, wie viele schon ahnen werden, um den Song “Tainted Love”, der auch ein großer Erfolg wurde.

YouTube Preview Image

Das Original stammt aus dem Jahr 1965 und stammt von Gloria Richetta Jones, die gemeinhin als eine Art “One Hit Wonder” bezeichnet wird. Den meisten Leuten wird wahrscheinlich die Cover-Version vom britischen Pop-Duo Soft Cell geläufiger sein, die mit ihrem Cover eine Welterfolg einheimsten. Viele meiner Bekannten sind auch der Meinung, dass das Original des Songs von Soft Cell selbst ist, aber da liegen sie eindeutig falsch.

YouTube Preview Image

Und damit seid nun wieder einmal ihr gefragt. Welche Version gefällt euch besser? Cover oder Original?

___
Die vierte Runde geht bis zum 27. Dezember 2009, denn dann startet bereits Runde 5. Also nicht zu lang warten mit der Meinungsäußerung per Kommentar!

Das Haus am See

Das Haus am See

Freitag Nachmittag habe ich zusammen mit meiner Lari den zweiten Film aus dem großen Film-Fang geschaut. “Das Haus am See” von Alejandro Agresti mit Keanu Reeves und Sandra Bullock in den Hauptrollen. Der Film aus dem Jahre 2006 ist ein Remake des südkoreanischen Films “Il Mare” aus dem Jahr 2000. Hier ein kurzer und grober Abriss des Inhalts:

Als der frustrierte Architekt Alex Wyler in ein wunderschönes Haus an einem See einzieht, findet er dort Briefe der vorigen Bewohnerin Kate Forster vor. Als er auf die Briefe antwortet, entwickelt sich zwischen Kate und ihm eine intensive Brieffreundschaft. In deren Rahmen erkennen die Beiden, dass sie zwei Jahre voneinander getrennt leben und versuchen fortan diesem Mysterium auf den Grund zu gehen.

Bei “Das Haus am See” sind Sandra Bullock und Keanu Reeves zum ersten Mal seit “Speed” wieder zusammen vor der Kamera zu sehen. Sie spielen ihre Rollen großartig. Die Geschichte erscheint von der ersten Minute an als logisch und durchdacht, glänzt zwischendurch durch tolle Fügungen – hier denke ich zum Beispiel an den Baum, den Alex für Kate pflanzt – und schafft es eine tolle Beziehung zwischen zwei Menschen aufzuzeigen, die durch Raum und Zeit getrennt sind. Schade ist allein das Ende, denn das geht doch ein wenig hektisch über die Bühne und bricht die vorkommende Logik ein wenig auf.
Ich muss sagen, dass mir der Film über weite Strecken gefallen hat. Manches war vorhersehbar, anderes war überraschend. Hier und da hat man mit gelitten, hier und da sich mit gefreut. Insgesamt gesehen hat es durchaus Spaß gemacht sich diesen Streifen anzuschauen. Zeitverschwendung sieht anders aus. Ich gestehe an dieser Stelle mal nicht, dass ich nicht jede Sekunde des Filmes mitbekommen habe…
Wenn ich jetzt kurz und knapp ein Fazit ziehen müsste, dann würde ich sagen: “Gut anzusehen, durchaus interessant und für schöne Abende zu zweit perfekt zu gebrauchen.”
Und damit ihr euch auch noch selbst ein “Bild” machen könnt hier noch der offizielle Trailer als Abschluss dieses Artikels.

YouTube Preview Image

___
Quelle des Zitats: Moviemaze.de

Erste Weihnachtsgrüße im Jahre 2009

Erste Weihnachtsgrüße im Jahre 2009

Ich habe mich total gefreut als ich die Post durchgesehen habe, denn da war neben den manchmal nicht so erfreulichen Briefen (wer bekommt schon gerne Rechnungen?) ein total kleiner, süßer Umschlag dabei, der an mich adressiert war. Und da drin befand sich? Eine kleine Weihnachtskarte mit Weihnachtsgrüßen von der lieben Jenny. An dieser Stelle mal vielen Dank an dich.
Aber in solchen Momenten wird mir auch immer wieder bewusst, dass ich persönlich meinem Zeitplan für die Beschaffung von Geschenken und den anderen Dingen, die ich noch holen und erledigen wollte, etwas stark hinterherhinke. Und dabei sind es doch keine zwei Wochen mehr bis Heiligabend und Weihnachten. Da kann doch schon ein wenig Panik aufkommen. Aber ich hoffe doch mal, dass ich das noch alles schaffe.
The same procedure as every year…

Auf der Suche nach dem Winter

Auf der Suche nach dem Winter

Im Frühjahr habe ich ihm keine Träne nachgeweint, im Sommer wollte ich von ihm nichts wissen, bis zum ersten Advent habe ich ihn nicht ansatzweise vermisst, doch mittlerweile frage ich mich ganz ernsthaft: “Wo ist der Winter geblieben? Macht der gerade Urlaub an der See oder hat er einfach keine Lust?”
Die Winterreifen sind aufgezogen, die Heizung funktionsbereit, die Weihnachtsmärkte mit Menschenmassen gefüllt, die ersten Weihnachtsgeschenke im Schrank versteckt, 10 Türchen am Adventskalender geöffnet, das Salz zum Streuen bereitgelegt und draußen herrscht der Herbst mit unaufhörlichem Regen und Temperaturen von 5 bis 15 Grad. Einfach komisch. Nach einem richtig “warmen” November folgt nun auch ein erstes “warmes” Dezember-Drittel. Na, wenn das nicht Futter für Klimaschützer ist… Klimawandel, globale Erwärmung… man spürt es schon heute… – natürlich ist das schwachsinnig, aber egal.
Aber heute habe ich mehrfach gehört, dass der Winter nächste Woche doch mal zu Besuch kommt und sich vielleicht sogar ein wenig häuslich hier niederlassen will. Sagen die Wetterdienste doch etwas von “maximal 1 Grad im Plus-Bereich” am Dienstag – ich bin gespannt.
Interessant sind auch die Meldungen, die im Moment wieder vermehrt in den Zeitungen und Nachrichten-Sendungen verlesen werden. “Vielleicht gibt es weiße Weihnachten” oder “Die Chancen auf Schneefall an Heiligabend sind gar nicht mal schlecht” sind da zum Beispiel sehr hoch im Kurs. Interessant… es war noch nicht einmal wirklich “eiskalt”, die Schneefallgrenze ist überragend hoch und dennoch wird mal gemeldet, dass wir Schnee an Weihnachten haben können. Nicht einmal die Wettervorhersage für den morgigen Tag hinbekommen, aber einfach mal für einen Tag in zwei Wochen eine Prognose abgeben. Das haben wir gerne.
Wahnsinn… wie viel man doch über das Wetter schreiben kann, wenn man erst einmal in einer Art Schreibfluss ist. Ich bin erstaunt…
Abschließend eine Frage an euch: Vermisst ihr den Winter bzw. habt ihr ihn bisher vermisst oder seid ihr mit dem Wetter, wie es sich momentan zeigt, durchaus zufrieden?

___
Foto © stefanbayer / PIXELIO

Weihnachten auf Plattdeutsch

Weihnachten auf Plattdeutsch

Heute ist der Tag an dem sich die Jana im Rahmen von Konnas Blogjulklapp 2009 auf meinem Blog austoben darf. Und ich finde, dass sie einen sehr interessanten Artikel geliefert hat, den ich wahrscheinlich so nie verfasst hätte. Wunderbar… und euch nun viel Spaß mit den “fremden Worten”. Alle anderen Artikel findet ihr übrigens hier.

Eine ältere Frau aus dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, hat ihre Erinnerungen an ihre Kindheit auf Plattdeutsch, genauer gesagt Niederdeutsch in der ostfälischen Variante, wie sie hier in der Region gesprochen wird, niedergeschrieben.
Damals in der 13. Klasse habe ich meine Facharbeit zu dem Thema “Stirbt das Plattdeutsche aus?” geschrieben und da in dem Buch auch Geschichten aus der Weihnachtszeit zu finden sind, dachte ich, dass wär mal schön zu schauen, was diese Frau so schreibt.
Übersetzen kann ich leider auch nicht alles wörtlich, aber ich verstehe doch den größten Teil, weil auch meine Großeltern so geredet haben (, die jetzt aber leider beide schon tot sind).
Ich zitiere also im folgenden aus dem Büchlein “Bi üsch up’n Dorpe – Plattdeutsche Geschichten” von Erika Stegemann, das offensichtlich keine ISBN hat und online scheinbar nicht zu kaufen ist. Die Geschichten finden alle ca. zu Beginn des 2. Weltkrieges statt.

“So uk opn Heiligohmd, Mama här dat hille, sei mösse noch Platenkauken backen un leit mick susen. In Backhuse was dat ümmer bannig vull, dat güng all de halwe Nacht und den ganzen Christdagmorgen. De Buern backen ganze Kiepen vull Kauken. “Kumm ober nich so late wedder, wi höt noch wat tau daun”, reip se mick noch nahe.” (aus der Geschichte “Weihnachten”, S. 54)

Früher gab es Kuchen nur zu bestimmten Anlässen – Weihnachten, Beerdigung, Taufen oder Hochzeiten. Es gibt auch ein Sprichwort: “Weihnachten backt jedermann, Ostern backt, wer kann, und Pfingsten backt der reiche Mann”. Weihnachten war also ein Anlass zu dem man gebacken hat. Bei Platenkauken handelt es sich um einfachen Blechkuchen. Wenn gebacken wurde mussten alle mithelfen und man hat dann gleich eine Masse an Kuchen gebacken.

“Na ja, sließlich wörn wi ferdig [mit dem Baden] un de Glocken füngen an tau lüen tau de Kinnerkerke. As ick mit Oma rutkeim, trudeln poor lüttje Snieplocken dorch de Luft. Ut alle Hüser keim Kinner mit öhre Öllern oder Grootöllern. Inne Kerke könne ick gor nich rechte stillesitten und miene Oma schimpe liese.
Ich mösse immertau den wunnerschönen groten Danneboom varrn Altor ankieken un luure bloß up “Vom Himmel hoch, da komm ich her…” un denn up “Oh, du fröhliche, oh, du selige…”, denn hinnerher kamm de Segen und dat Amen. Nu drängeln wi ute Kerke rut un na Hus. Et här intwüschen düchtig e’snieet un use Dorp sach richtig verzaubert ut. Uppe Straate was kum en Spoor. Ick renne miene lüttje Oma weg un up usen Hoff. Varr de Stubenfensters was son dicket Brett as Bank anne Huswand e’nogelt, da klattere ick fix rup un woll dorch’t Fenster kieken. Ober oh Gotte, da keim mien Vater ute schausterbudendöör un erwische mick. Binahe härre ick mick an Heiligohmd noch’n poor e’fungen. “Kannste nich affteuben, bet de Wiehnachtsmann dorwesen is? Nieschierige Kinner bringte nix!” dröhne hei. “Erst ward Ahmbrood getten un denn wütt wi mol seihn, ob du oortig wesen büst!” (aus der Geschichte “Wiehnachten”, S. 55.56)

Das kenne ich auch noch von Früher. Man wird als Kind mit einem Elternteil oder Großelternteil in die Kirche geschickt, damit zu Hause der Weihnachtsmann kommen kann. Papa musste natürlich immer da bleiben und dem Weihnachtsmann zeigen, wohin er die Geschenke legen soll =).
Nur Schnee, wie in der Geschichte beschrieben, habe ich leider zu Weihnachten schon lange nicht mehr gesehen. Ich erinnere mich an ein Weihnachten, zu dem wir Roller bekamen und diese wegen dem Schnee nicht probieren konnten, aber das war eher die Ausnahme und ist schon länger her.
Auch den Satz “Nieschierige Kinner bringte nix” hab ich tausendmal gehört. Allerdings lagen unsere Geschenke immer im Wohnzimmer unter Decken. Man konnte sie sehen und doch musste nach der Kirche erst Abendessen gegessen werden. Aus der Familie meiner Mutter (meine Großeltern mütterlicherseits kommen aus Pommern und Schlesien) gab es die Tradition Weißwürste und Sauerkraut an Heiligabend zu essen. Schnell wurden aus den Weißwürsten aber normale Bratwürste, weil es hier keine originalen schlesischen Weißwürste zu kaufen gibt und “alles andere nicht schmeckt”. Auch der Sauerkraut wurde inzwischen durch Kartoffelsalat ersetzt.
Jetzt wo wir Kinder älter sind, hat mein Bruder sich entschieden, nicht mehr zur Kirche zu gehen, während ich und meine Mutter bevorzugt um 22 Uhr den Gottesdienst besuchen, weil wir es da ruhiger und besinnlicher finden.
Denn für uns geht es an Weihnachten nicht um Geschenke und Hektik, sondern um ein paar ruhige Minuten in der Familie. Oft sitzen wir noch lange am Tisch und schauen in die Kerzen.
Meine Oma hat sich immer gewünscht, dass ich Weihnachtslieder auf der Blockflöte spiele. Sie ist nun seit mehr als 10 Jahren nicht mehr da und noch immer spiele ich an Heiligabend 2-3 Lieder. Einfach weil es so Tradition bei uns ist.

Wie sieht bei euch Weihnachten und Heiligabend aus? Ich bin auf eure Kommentare gespannt!

___
Illustration (c) Karin Prinz

Seite 5 von 7« Erste...456...Letzte »