Einfach wieder etwas lesen wäre mal schön

Ich kann mich noch an manche Abende und Nächte erinnern, die ich auf dem Bett liegend, mit einer leckeren Tasse Kaffee auf dem Nachttisch und mit einem Buch in der Hand verbracht habe. Manchmal habe ich bis spät in die Nacht gelesen, obwohl ich am nächsten Morgen früh raus musste. Die Zeit flog an einem vorbei, doch schlafen ging nicht, weil die beschriebene Geschichte so spannend war. Ein Buch nach dem anderen wurde gekauft oder ausgeliehen und nur wenige Tage später wurde schon wieder Nachschub benötigt.

Leider ist das heutzutage nicht mehr so. Und das liegt meiner Meinung nach eindeutig am Studium. Während der Vorlesungszeit hänge ich mit dem Kopf durchgängig über Büchern, aber meist sind das natürlich dann Bücher, die ich für die Seminare lesen muss, damit das Wissen “wächst”. Also alles “wissenschaftlich”.

Studiere ich doch sogenannte “Lesefächer”. Für den Bereich Belletristik bleibt mir meist so gut wie keine Zeit. Immer sind andere Dinge wichtiger. Und wenn man sich schon durch die ganze Literatur für die Universität gebüffelt hat, dann fehlt manchmal auch einfach die Lust noch etwas anderes zu lesen. Da nutzt man lieber andere Dinge zum abschalten.

Und nun – während der vorlesungsfreien Zeit – sollte ich eigentlich die Zeit zum lesen finden, denn insgesamt gesehen kann ich mir nun meine Zeit selbst einteilen und somit vermeiden, dass ich von “wissenschaftlicher Lektüre” erschlagen werde. Aber gerade jetzt bin ich eigentlich froh überhaupt keine Bücher sehen zu müssen, obwohl ich eigentlich Lust habe mal wieder einen guten Roman zu lesen. Vor allem, weil ich noch drei angefangene Bücher hier liegen habe, die auch allesamt recht spannend waren. Aber dennoch… wenn ich ein Buch in die Hand nehme, dann schlage ich es meist nach wenigen Seiten wieder zu, weil mein Kopf dann einfach nicht mehr will.

Ich bin aber nicht allein mit dem Problem, denn ich weiß von ein paar Kommilitonen, dass sie “privat” auch so gut wie gar nicht mehr lesen, obwohl sie das früher viel und gerne gemacht haben. Irgendwie ist das schade. Und ich versuche ja auch was zu ändern, aber irgendwie gelingt mir das nicht.

Kennt ihr das auch? Vielleicht Tipps parat?

19. Februar 2010

6 Kommentare

Bücherwurm
schrieb am 19. Februar 2010

Das Problem kenne ich, bei mit im Studium sieht es ähnlich aus. Ich denke aber, wenn du das richtige Buch gefunden hast, dann kommt auch wieder die Lust am Lesen. Ich habe den Blog auf http://waslestihrgerade.de aufgesetzt und ab und zu sind echt spannende Beiträge von anderen Lesern dabei. Da war auch schon ein Buch dabei, dass ich zusätzlich zur wissenschaftlichen Lektüre gelesen habe…

Haramis
schrieb am 19. Februar 2010

Kenne ich, das Problem. Ich habe festgestellt, ganz ohne Lesen kann ich nicht, sonst bin ich total unzufrieden. Meistens mache ich das dann beim Frühstück. Kapitelweise. Aber einfach mal einen Abend durchlesen oder sogar einen ganzen Tag lang, das ist schon sehr lange her. :(
Meistens ‘gönne’ ich mir ein Kapitel zur Entspannung. Mehr geht nicht, weil die Zeit dazu nicht da ist. Man teilt sich alles ein. Genau wie andere Dinge auch.
Mit einer Freundin Kaffee trinken? Schon, aber nur eine bestimmte Zeit, dann ruft die Arbeit für die Uni wieder. Ausschlafen? Nee, weil sonst bekommt man ja nichts weggearbeitet. Mal spät ins Bett? Auch nicht, weil man sonst am nächsten Tag zu lange schläft …
Irgendwie zieht sich der Stress durch alles durch.
Ich hoffe immer, dass es irgendwann mal besser wird. ;)

Moonica
schrieb am 19. Februar 2010

Das Problem stelle ich nach dem ersten Semester auch fest. Meine Lösung: Weniger Pc in den Ferien dafür mehr Bücher.
Für’s nächste Semester möchte ich mir einen Plan erstellen wann ich etwas fürs Studium mache, wann ich die Zeit am PC für Freizeit und wann für Studium nutze und wann ich lese.

Lordy
schrieb am 21. Februar 2010

@Bücherwurm: Ich glaube nicht, dass sich das allein durch das “richtige Buch” ändert, denn ich bin durchaus der Meinung, dass ich gute und interessante Bücher hier vor mir liegen habe, die es durchaus wert sind gelesen zu werden. Vor allem sind es auch Bücher auf die ich mich teilweise monatelang gefreut habe… dennoch… nützt nichts.

@Haramis: Japp… das kann man ja auch nur hoffen. Wäre doch doof, wenn nicht. Ich muss sagen, dass ich morgens lieber die Zeitung lese als ein Buch. Das hat sich so “eingespielt”. Und ist ja auch durchaus wichtig zu wissen was in der Welt so los ist. Vor allem im Bereich der Politik und Wirtschaft. Aber stimmt schon… der Stress zieht sich durch…

@Moonica: Das wäre mir zu einengend. Wenn ich mir selbst vorschreibe wann ich das machen darf und wann das, dann vergeht mir an allem der Spaß. Aber ich merke schon… es gibt wirklich viele Menschen, die ein ähnliches Problem haben wie meine Wenigkeit.

Maron
schrieb am 28. August 2010

Ich kenn das Problem auch… ehrlich gesagt denke ich sowieso das es kein individuelles Problem ist. Ich studiere auch reine geisteswissenschaftliche Fächer und mein Bücherstapel wird auch immer größer. Vielleicht sollten wir einfach alle auf die Straße gehen und für mehr Lesezeit protestieren ;) Und ansonsten versuche ich nach dem Semester immer 2-3 Tage einfach gar nichts zu machen oder nur worauf ich Lust habe und da bleiben Bücher immer auf der Strecke, weil ich die auch erstmal nicht mehr sehen kann… das kommt dann erst nach der Abstinenz :)

Lordy
schrieb am 30. August 2010

@Maron: Mir reichen da 2 bis 3 Tage gar nicht… ich brauche dann viel mehr Zeit zum abschalten… aber ich würde eher für andere Dinge demonstrieren… denn es liegt ja nicht an der Zeit, sondern an der Lust… und für mehr “Leselust” protestieren hört sich doooooooof an xD.

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