Luther

2003 war der Film “Luther” in vielerlei Munde. Heute werden wahrscheinlich nicht mehr sonderlich viele über ihn reden. Es handelt sich um einen Film, der die Lebensgeschichte von Martin Luther zeigt und dadurch natürlich auch den Blick auf die Reformation in Deutschland lenkt. Teilweise wurde auch an den historischen Stätten gedreht. Und auch das Aufgebot an Schauspielern kann sich durchaus sehen lassen. Aber nun wie gewohnt erst einmal ein kurzer inhaltlicher Ausblick, der aber eigentlich zumindest grundsätzlich eh jedem bekannt sein dürfte.
Ein Nahtoderlebnis reißt im Jahre 1505 den Studenten Martin Luther (Joseph Fiennes) aus seinem bis dato eher von Müßiggang geprägten Alltag und treibt ihn in die aufnahmebereiten Arme der katholischen Klosterkirche. Schon bald stoßen dort dem kritischen Geist Diskrepanzen zwischen Wort und Wirklichkeit auf. Besonders den grassierenden Ablasshandel nimmt er ins Visier, als er seine 95 Thesen als Protest an die Wittenberger Schlosskirche nagelt. Als der Papst den Ketzer nachdrücklich um Widerruf ersucht, bleibt Luther standhaft. Er wird für vogelfrei erklärt, muss fliehen, und erarbeitet in der Enklave zur Wartburg die erste deutschsprachige Übersetzung der Bibel, nicht ahnend, welche Revolution sein Werk entfachen wird.
Ich habe mir den Film von wenigen Tagen angesehen und ich fand ihn sehr gut. Wenn man von so mancher historischer Unstimmigkeit absieht, dann kann man ihn sich sehr gut anschauen. Und da der Film nicht den Anspruch erhebt eine Dokumentation zu sein kann man auch mit den Unstimmigkeiten durchaus leben. Zumal viele Dinge wahrscheinlich eh dem Max Mustermann nicht auffallen mögen. Die Atmosphäre, die der Film herüber bringt, kann einen durchaus fesseln.
Ebenso wie der Plot, wenn man sich dafür interessiert. Die Schauspieler machen ihre Sache gut. Joseph Fiennes, welcher Martin Luther spielt, verpasst jenem eine interessante, charismatische Seite. Spannung kann auch durchaus aufkommen. Bei mir war das allerdings weniger der Fall. Ist ja im Grunde klar was wann und wie passiert.
Meiner Meinung nach ist “Luther” ein Film, den man sich auf jeden Fall anschauen kann und den man sich vor allem, wenn man ein wenig Interesse für Geschichte und Religion hat, auch anschauen sollte. Sicherlich ist er nicht perfekt, aber das kann und sollte man auch nicht verlangen. Denn der Film gibt einen ersten Einblick in die historischen Fakten. Weiteres sollte man dann aber doch besser an geeigneter Stelle nachlesen, wenn einem denn wirklich nach Tiefgang ist. Aber gerade für den Einstieg in das Thema ist der Film durchaus gut gemacht. Ich würde ihn mir wohl durchaus noch einmal anschauen. Auch wenn er dann wahrscheinlich wirklich langweilig wäre. Daumen hoch!
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Quelle des Zitats: kino.de






schrieb am 17. März 2010
hat man in diesem film wenigstens die negativen seiten luthers auch gezeigt? guido knopp beispielsweise hat sie in seiner deutschland-serie ja mal eben freundlich übergangen.
schrieb am 21. März 2010
@tobi: Der Film zeigt vor allem die positive und charismatische Seite Luthers. Wenn du da viel Kritik erwartest, dann bist du bei dem Film auf jeden Fall an der falschen Adresse… finde ich ;).