Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen

Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen

Über den Film wollte ich schon länger schreiben, aber erst jetzt komme ich dazu… so ist es manchmal. Bei “Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen” handelt es sich um einen Film von Werner Herzog. Aber es handelt sich dabei – und das muss ausdrücklich gesagt werden – nicht um ein Remake des Thriller-Klassikers “Bad Lieutenant” von Abel Ferrara, der sich um einen drogensüchtigen und wettsüchtigen New Yorker Polizisten dreht. Werner Herzog benutzt den Klassiker lediglich als eine Art Schablone und schmückt die Geschichte gänzlich anders aus. In den Hauptrollen des Streifens finden sich Nicolas Cage, in der Rolle des Lieutenant Terence McDonagh, und Eva Mendes, als dessen Freundin, wieder. Doch bevor ich nun noch mehr zu dem Film sage gibt es – wie immer – einen kurzen Blick auf den Inhalt.

Während des Hurricanes Katrina rettet Terence McDonagh, Beamter bei der Mordkommission, einem Sträfling das Leben, verletzt sich dabei aber den Rücken. Er wird zwar zum Lieutenant befördert, kann seinen Dienst aber nur noch unter Schmerzmitteln versehen. Bald ist Terence schwerst abhängig von Vicodin und Kokain und sieht Halluzinationen. Dennoch soll er im Fall der Ermordung einer ganzen afrikanischen Familie ermitteln. Während sein ganzes Leben um ihn herum zusammenbricht, kristallisiert sich die Lösung des Falls als seine Chance auf Erlösung heraus.

Man nehme einen korrupten Cop, Dr. House und einen zwanghaften Spieler… stopft sie in den Mixer und drückt ein paar Mal auf das Knöpfchen und heraus kommt Terence McDonagh, der böse Bulle. Der Plot beginnt auf dem Boden, aber hebt kurze Zeit später in ungeahnte Höhen ab… Realitätsverlust. Diese Geschichte kann man nicht ernst nehmen. Alles zu überspitzt, alles zu karikiert. Anfangs spielt Nicolas Cage einen Charakter mit Potential, hinterher erschlafft das Ganze… aber wen wundert es… immerhin ist Terence McDonagh im Grunde dauerbreit, überschreitet eine Grenze nach der anderen und sollte selbst für sich selbst als untragbar gelten.

Aber so negativ, wie sich das anhört, fand ich den Film gar nicht. Denn wenn man ihn erst einmal als “nicht ernst zu nehmen” abgehakt hat, dann ist er sogar richtig gut, denn: Auch Karikaturen können ihren Reiz haben, wenn man sie im richtigen Lichte betrachtet. Dann wird aus einem ernsten Thriller eine Art Komödie, die zum Lachen anregt und durchaus als “sehenswert” durchgeht.

Die Atmosphäre des Films ist im Grunde perfekt an den Plot gekoppelt… erst noch erträglich auf dem Boden geblieben, doch wenig später einfach nur noch komisch… manche Szenen untergraben bewusst die Handlung und machen den Film teilweise erst recht zur Komödie. Als Stichwort für alle, die den Film gesehen haben, sei nur ein Wort genannt: Leguane.

Im Grunde kann man auch gar nicht mehr so viel zu dem Film sagen… er ist gut, wenn man ihn nicht “ernst” nimmt und ihn eher als Komödie oder karikierte Darstellung ansieht. Wenn man versucht dem Film Ernsthaftigkeit zuzusprechen, dann scheitert man jedoch wirklich kläglich. Aber er ist dennoch durchaus sehenswert und sorgt sicher für das eine oder andere Grinsen… und das ist doch immerhin auch etwas. Ein trashiger Streifen, den ich mir auf jeden Fall irgendwann noch einmal ansehen werde. Und für alle, die interessiert sind, hier noch der Trailer zum Film, der im Grunde auch schon ein wenig das untermalt, was ich hier beschrieben habe.

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Quelle des Zitats: kino.de

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