Monatsarchiv für April 2010

 
 

Liebe Weichenstörung, ich mag dich nicht!

Es ist doch immer wieder erstaunlich… eine Weichenstörung legt einen ganzen Bahnhof vorübergehend lahm. Kein Zug fährt mehr ein oder aus. Eine Strecke, die normalerweise in 15 Minuten zurückgelegt wird, beansprucht dann mal ganz schnell weit über eine Stunde – wenn man Glück hat. Stau und Chaos herrschen auf den Gleisen.

So ist es mir auch heute widerfahren. Nun denn. Kommt mal vor. Aber warum ausgerechnet heute? Okay… kann man auch nix dran ändern. Jede Aufregung ist also generell sinnfrei. Auf jeden Fall war ich überrascht wie groß die Auswirkungen einer Weichenstörung wieder einmal waren. Die Züge stauten sich vor, hinter und neben uns und hatten alle dasselbe Ziel: Einfahren in den Duisburger Hauptbahnhof. Nichts ging mehr. Und wenn sich der Zug doch mal in Bewegung setzte, dann meist nur für wenige Minuten. Dann: Erneuter Stillstand. Ich habe das Ganze mit Humor genommen. Auch wenn ich sicherlich nicht wirklich über die Lage erfreut sein konnte. Aber wenn man da nicht lacht, dann regt man sich nur unnötig auf.

Das Ende der Geschichte: Ich bin am Duisburger Hauptbahnhof zwischenzeitlich “gestrandet”. Weiterfahren zum eigentlichen Ziel lohnte sich quasi nicht mehr. Vor allem, weil dann noch weitere Probleme aufgetreten sind. Und die Informationen, die man bekommen hat, waren auch nicht gerade die Besten. Aber es gibt daran auch positive Dinge zu vermelden: Erstens habe ich eine nette Truppe kennengelernt, da wir quasi alle “im gleichen Boot saßen” und zweitens ich bin irgendwie auch wieder nach Hause gekommen.
Und dir, liebe Weichenstörung, möchte ich nur eine Sache sagen: Ich mag dich nicht!

Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen

Seit Wochen bzw. seit Monaten werde ich ständig mit den Missbrauchsfällen innerhalb katholischer Einrichtungen konfrontiert. Ich soll meine Meinung dazu sagen. Dabei stelle ich mir immer die Frage, wieso gerade meine Meinung so eine Rolle spielt. Weil ich an Gott glaube? Weil ich katholische Theologie studiere? Oder weil ich mich gar als Katholik bezeichne?

Im Grunde weiß ich aber gar nicht, was ich dazu sagen soll. Ich muss wohl niemandem erzählen, wie schrecklich und abscheulich diese Taten sind, die da ans Tageslicht getreten sind? Ich muss wohl ebenfalls niemandem erzählen, dass solche Verbrecher meiner Meinung nach bestraft gehören. Und ich brauche wohl auch nicht erwähnen, dass ich für eine vollkommene Aufklärung der Fälle und des Ausmaßes bin.

Ich glaube das Hauptproblem dieser Sache ist eher der Umgang der katholischen Kirche mit der Situation. Manche streiten ab, manche reden es herunter, manche sind für eine umfassende Aufklärung und manche schweigen. Das sorgt dann natürlich für eine nicht so sonderlich gute Stellung der katholischen Kirche in den Augen der Weltöffentlichkeit – verständlich. Und es sorgt dafür, dass erstmals der Druck auf einen Bischof so groß wird, dass er ein Rücktrittsgesuch einreicht. Bischof Walter Mixa hat dies am vergangenen Donnerstag getan. In der deutschen Geschichte ist dies bisher einmalig. Schon mehrfach musste ein Bischof aufgrund politischen Drucks aus dem Amte weichen (man siehe vor allem die NS-Zeit) oder wurde durch Krankheit und Alter dazu gezwungen, aber noch nie war der öffentliche Druck so groß wie in diesen Tagen.

Das muss für die katholische Kirche ein Zeichen sein. Der Mantel des Schweigens muss verschwinden und eine flächendeckende und rücksichtslose Aufklärung muss durchgeführt werden. Ein Neuanfang im Umgang mit dieser Situation muss geschehen. Erst dann kann die Versöhnung mit der Weltöffentlichkeit wieder erfolgen. Erst dann wird man der katholischen Kirche ihr bisheriges Handeln verzeihen und dafür sorgen, dass es mehr und mehr in Vergessenheit gerät. Wobei damit auf keinen Fall die Missbrauchsfälle selbst gemeint sind. Diese sollen ein Mahnmal für die Zukunft werden. So etwas darf einfach nicht passieren – weder in katholischen Einrichtungen noch sonst wo. Da sind wir uns – denke ich – doch alle einig.

Die Bundeswehr, Afghanistan und der Krieg

Der 11. September 2001 hat die Welt verändert und Dinge ins Rollen gebracht, die heute noch von wahnsinnig hoher Bedeutung sind. Da wäre zum einen der Kampf gegen den Terrorismus in Afghanistan. Dort nahm der Terrorismus seinen organisierten Anfang und dort könnte er sich jederzeit neu formieren. Zumindest ist das die Angst vieler mächtiger Leute.

Seit acht Jahren, genauer gesagt seit dem Winter 2001, ist die Bundeswehr, die 1955 als Abschreckungsarmee gegründet wurde, als Teil der International Security Assistance Force (kurz: ISAF) dort im Einsatz. Der Auftrag: Schutz der afghanischen Regierung, Ausbau der Infrastruktur und Aufbau eines funktionierenden Sicherheitsapparates. Oder kurz gesagt: Stabilisierung. Der Einsatz wurde nicht als Krieg betitelt. Gut so, denn das Grundgesetz verbietet in Artikel 26 einen Angriffskrieg und dessen Vorbereitung. Und sind wir doch ehrlich: Eine Intervention auf afghanischen Boden ohne Angriff auf die Bundesrepublik ist faktisch nichts anderes. Aber darum soll es nicht einmal gehen.

Seit 2001 ist aus politischen Kreisen nie das Wort Krieg gekommen. Dennoch kommen deutsche Soldaten zu Tode und bringen Menschen, darunter Zivilisten und Terroristen, um – alltäglich. Die Armee, die mit der Absicht gegründet wurde, dass sie kämpfen könne, aber nie kämpfen würde, steht nun in einem Krieg gegen Gegner, die unberechenbar sind. Jeder Zivilist kann eine Bombe am Gürtel oder unter dem Oberteil haben. Hinter jeder Ecke kann der Feind lauern. Hinterhälte sind an der Tagesordnung, Schusswechsel vorprogrammiert. Doch weder Rot-Grün, noch die große Koalition oder jetzt Schwarz-Gelb vermieden und vermeiden das Wort Krieg sträflich. Die Opfer werden verharmlost, die Situation heruntergespielt und die Öffentlichkeit, die ohnehin schon nicht hinter diesem Krieg steht, wird belogen und im Dunkeln gelassen.

Es geht scheinbar jeden Menschen etwas an, ob Wetterfrosch Jörg Kachelmann seine Freundin vergewaltigt hat oder nicht, aber unwichtig ist, dass in Afghanistan über 4.000 Soldaten täglich ihr Leben gefährden. Und zwar tun sie dies für Ziele, die von einem Großteil der deutschen Bevölkerung entweder als unsinnig oder gar als unmöglich umsetzbar angesehen werden.

“Stabilisierungseinsatz” oder “kriegsähnlicher Zustand” treffen den Nagel nicht auf den Kopf. Nein… es herrscht Krieg in Afghanistan. Und deutsche Soldaten sind mittendrin. Interessant ist vor allem, dass die öffentliche Diskussion erst durch tote Zivilisten bei der Bombardierung zweier Tanklaster vom 04. September 2009 nahe Kunduz angefeuert wurde. Die zahlreichen toten deutschen Soldaten, die schon zu Opfern dieses Krieges wurden, wurden bis dato eher verschwiegen und unter den Teppich gekehrt.

Ich möchte nicht viel mehr dazu sagen… aber ich wünsche mir, dass man diese Situation in Afghanistan endlich beim Namen nennt. Ist das denn so schwierig? Man kann doch “Fehler” korrigieren, seine Meinung ändern und endlich sagen, dass es sich um einen Krieg handelt. Und zwar um einen Krieg, der auf beiden Seiten Tote fordern wird… zwar hat unsere Kanzlerin mit ihrer Regierungserklärung schon einen Schritt in die richtige Richtung getan, aber da muss noch viel mehr folgen. Denn die Tatsachen zu verschweigen, zu verklären oder schön zu reden ist purer Unsinn und total daneben. Danke!

Projekt 52: Woche 16/10 – Kunterbunt

Projekt 52: Woche 16/10 - Kunterbunt

Das 16. Wochenthema lautet “Kunterbunt“. Und kunterbunt ist auf jeden Fall die Welt von Mario, dem Klempner. Das wissen wir schon seit guten 25 Jahren, denn da hopste er bereits in “Super Mario Bros.” über die Fernseher dieser Welt. Mittlerweile, auf der Nintendo Wii, ist Marios Welt noch bunter, noch knalliger, noch verrückter geworden. Und weil ich ein Fan der Mario-Spiele bin und auch “Super Mario Galaxy” besitze, kam mir die Idee Scar vor der Spiele-Box abzulichten. Gesagt, getan. Das Ergebnis seht ihr ja. Achja… ich warte übrigens ganz gespannt auf den zweiten Teil “Super Mario Galaxy 2″. Das Spiel soll der Knaller werden. Und so wie ich Nintendo kenne kann das auch nur stimmen…

Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen

Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen

Über den Film wollte ich schon länger schreiben, aber erst jetzt komme ich dazu… so ist es manchmal. Bei “Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen” handelt es sich um einen Film von Werner Herzog. Aber es handelt sich dabei – und das muss ausdrücklich gesagt werden – nicht um ein Remake des Thriller-Klassikers “Bad Lieutenant” von Abel Ferrara, der sich um einen drogensüchtigen und wettsüchtigen New Yorker Polizisten dreht. Werner Herzog benutzt den Klassiker lediglich als eine Art Schablone und schmückt die Geschichte gänzlich anders aus. In den Hauptrollen des Streifens finden sich Nicolas Cage, in der Rolle des Lieutenant Terence McDonagh, und Eva Mendes, als dessen Freundin, wieder. Doch bevor ich nun noch mehr zu dem Film sage gibt es – wie immer – einen kurzen Blick auf den Inhalt.

Während des Hurricanes Katrina rettet Terence McDonagh, Beamter bei der Mordkommission, einem Sträfling das Leben, verletzt sich dabei aber den Rücken. Er wird zwar zum Lieutenant befördert, kann seinen Dienst aber nur noch unter Schmerzmitteln versehen. Bald ist Terence schwerst abhängig von Vicodin und Kokain und sieht Halluzinationen. Dennoch soll er im Fall der Ermordung einer ganzen afrikanischen Familie ermitteln. Während sein ganzes Leben um ihn herum zusammenbricht, kristallisiert sich die Lösung des Falls als seine Chance auf Erlösung heraus.

Man nehme einen korrupten Cop, Dr. House und einen zwanghaften Spieler… stopft sie in den Mixer und drückt ein paar Mal auf das Knöpfchen und heraus kommt Terence McDonagh, der böse Bulle. Der Plot beginnt auf dem Boden, aber hebt kurze Zeit später in ungeahnte Höhen ab… Realitätsverlust. Diese Geschichte kann man nicht ernst nehmen. Alles zu überspitzt, alles zu karikiert. Anfangs spielt Nicolas Cage einen Charakter mit Potential, hinterher erschlafft das Ganze… aber wen wundert es… immerhin ist Terence McDonagh im Grunde dauerbreit, überschreitet eine Grenze nach der anderen und sollte selbst für sich selbst als untragbar gelten.

Aber so negativ, wie sich das anhört, fand ich den Film gar nicht. Denn wenn man ihn erst einmal als “nicht ernst zu nehmen” abgehakt hat, dann ist er sogar richtig gut, denn: Auch Karikaturen können ihren Reiz haben, wenn man sie im richtigen Lichte betrachtet. Dann wird aus einem ernsten Thriller eine Art Komödie, die zum Lachen anregt und durchaus als “sehenswert” durchgeht.

Die Atmosphäre des Films ist im Grunde perfekt an den Plot gekoppelt… erst noch erträglich auf dem Boden geblieben, doch wenig später einfach nur noch komisch… manche Szenen untergraben bewusst die Handlung und machen den Film teilweise erst recht zur Komödie. Als Stichwort für alle, die den Film gesehen haben, sei nur ein Wort genannt: Leguane.

Im Grunde kann man auch gar nicht mehr so viel zu dem Film sagen… er ist gut, wenn man ihn nicht “ernst” nimmt und ihn eher als Komödie oder karikierte Darstellung ansieht. Wenn man versucht dem Film Ernsthaftigkeit zuzusprechen, dann scheitert man jedoch wirklich kläglich. Aber er ist dennoch durchaus sehenswert und sorgt sicher für das eine oder andere Grinsen… und das ist doch immerhin auch etwas. Ein trashiger Streifen, den ich mir auf jeden Fall irgendwann noch einmal ansehen werde. Und für alle, die interessiert sind, hier noch der Trailer zum Film, der im Grunde auch schon ein wenig das untermalt, was ich hier beschrieben habe.

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Quelle des Zitats: kino.de


Über Lordy

    Jahrgang 1986, Student an der Ruhr-Universität Bochum, wohnhaft in Dorsten, dauernd unterwegs, Serien-Junkie, Wii-Freak, Musik-begeistert und leidenschaftlicher BVB-Anhänger.

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