Monatsarchiv für Mai 2010

 
 

Eindruck nach dem Benefiz-Spiel gegen Malta

Mein Eindruck nach dem Spiel gegen Malta

Es dauert keinen Monat mehr bis zum Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat heute gegen Malta das erweitere WM-Aufgebot getestet. Da 12 der 30 Mann aus dem erweiterten WM-Kader aufgrund von Spielen mit den eigenen Vereinen in den Finalen von DFB-Pokal, FA-Cup und Champions-League nicht zur Verfügung standen, durften auch mehrere Perspektiv-Spieler ran. Sehr interessant gerade für mich als Fan der Borussia aus Dortmund, denn so konnten Mats Hummels und Kevin Großkreutz endlich mal im Trikot der Nationalmannschaft auf dem Platz stehen – verdientermaßen.

Das Spiel endete übrigens mit einem Endstand von 3:0 für die deutsche Mannschaft – und hätte auch noch deutlich höher ausfallen können. Cacau traf zwei Mal. Stefan Kießling blieb leider ohne Torerfolg. Das dritte Tor für den DFB schoss der Malteser Scicluna in bester Torjäger-Manier. Hätten unsere Jungs nicht besser machen können.

Nun kann man dieses Spiel nicht ansatzweise als Maßstab nehmen. Und Prognosen für die WM sind sicherlich auch nicht wirklich möglich. Aber was kann man denn dann überhaupt mitnehmen? Da wären doch ein paar Dinge.

Kevin Großkreutz ist ein super Spieler, der nach der WM auf jeden Fall in der Nationalelf öfter eingesetzt werden sollte, denn seine Offensiv-Aktionen leiteten 2 Tore ein. Dennis Aogo sollte auf jeden Fall mit zur WM fahren, weil er einfach nur ein wahnsinnig guter Mann ist – flexibel und auch bei ruhenden Bällen brandgefährlich. Stefan Kießling will Tore schießen im Trikot des DFB, aber das Glück fehlt… er hat geackert wie sonst kaum jemand, aber der der Erfolg blieb ihm verwehrt. Naja… klappt es halt bei der WM, denn mitfahren muss er auf jeden Fall. Lukas Podolski spielt in der Nationalmannschaft grundsätzlich besser als im Verein – auch wenn er heute durchaus öfter mal den Mitspieler hätte sehen dürfen. Toni Kroos wird einer der wichtigsten Spieler bei der WM. Wenn er nur ansatzweise das zeigen kann, was er bei Leverkusen monatelang gezeigt hat, dann wird er einer der ganz Großen. Und auch Piotr Trochowski spielt wieder besser als in der jüngeren Vergangenheit. Da bin ich mal gespannt, ob Jogi Löw – der Schalträger – ihn mitnimmt.

Generell kann man noch sagen, dass Malta sicherlich kein ebenbürtiger Gegner war, aber dennoch auch keine Mannschaft stellt, die man mit 10:0 vom Platz fegen kann. Acht Verteidiger muss man auf engstem Raum erst einmal überwinden.

Das Spiel zu schauen hat im Großen und Ganzen Spaß gemacht. Ich bin gespannt was die nächsten Wochen so bringen. Eines ist aber wohl eindeutig: Wir werden Weltmeister… kann kommen was und wer will.

Das Massaker von Katyn

Das Massaker von Katyn

Bei dem Massaker von Katyn handelt es sich um ein Verbrechen der Sowjetunion, das im Frühjahr 1940 in der Nähe von Katyn stattfand. Mehrere Tausend polnische Offiziere wurden auf Weisung Stalins getötet – per Kopfschuss. Die Offiziere waren während der Besetzung Ostpolens durch die Rote Armee nach der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Paktes im September 1939 in sowjetische Gefangenschaft geraten. Darauf folgte die Verlegung in sowjetische Lager und wenig später der Massenmord. Die Leichen wurden dann in Massengräbern verscharrt. Diese Gräber wurden 1943 von der Wehrmacht aufgefunden und zu Propagandazwecken gegen die Sowjetunion genutzt. Im besetzten Krakau wurden durch die Lautsprecher Listen mit den identifizierten Todesopfern verlesen. Die polnische Exilregierung brach die Beziehungen zur Sowjetunion ab. Stalin stritt ab, dass die Sowjetunion für den Massenmord an den polnischen Offizieren – Polizisten und Intellektuellen – verantwortlich wäre und schob diese Taten dem Dritten Reich zu. Lange Zeit war es danach in Polen bzw. im gesamten Ostblock nicht möglich die Wahrheit auszusprechen, wenn man nicht in ernste Probleme geraten wollte.

Aber nun kommen wir erst einmal an ein Ende dieser Geschichtsstunde. Im September 2007 wurde der Film “Das Massaker von Katyn” (im Original: “Katyń”) des polnischen Regisseurs Andrzej Wajda in den deutschen Kinos gezeigt. Dabei handelt es sich um einen Film über eben das beschriebene Massaker. Zudem basiert er auf dem Buch “Post mortem – The Katyn Story” von Andrzej Mularczyk. Der Film wurde 2008 für den Oscar in der Kategorie “Bester fremdsprachiger Film” nominiert. Und ich hatte am Wochenende das Glück und konnte mir den Film anschauen. Da sich der Film an die historischen Ereignisse hält, ist natürlich nun schon ein Stück der Handlung vorweggenommen. Aber dennoch soll nun auch noch eine kleine Einblick in den Inhalt gegeben werden, da sich der Film vor allem mit persönlichen Schicksalen auseinandersetzt…

Die Polin Anna und mit ihr zahlreiche andere Frauen fragen sich, was mit ihren im Krieg verschollenen Ehemännern, Vätern und Söhnen passiert ist. 12.000 Offiziere wurden 1940 im Wald von Katyn von Sowjets hingerichtet. Die Russen bezichtigen jedoch aus Propagandagründen die Nazis des Massakers. Anna hat noch Hoffnung, weil ihr Mann Andrzej nicht auf der Todesliste von Katyn auftaucht – wegen eines Irrtums. Denn Andrzej trug bei seinem Tod den Pullover seines Freundes Jerzy, der nach dem Krieg zurückkehrt.

Grundsätzlich ist noch zu sagen, dass dies nicht der einzige Handlungsstrang ist. Aber es ist einer der Wesentlichen. Der Film zeigt meiner Meinung nach auf atemberaubende Weise was sich damals zugetragen hat. Die Geschichte wird an dieser Stelle lebendig – gar nicht mal so verkehrt im Gedenken an die Offiziere, die zu Kriegsgefangenen und Opfern wurden, obwohl sie nicht einmal gekämpft hatten. Die Atmosphäre ist drückend, Hoffnung gibt es kaum. Ein Schlag folgt dem nächsten. So war es damals wohl auch für die Menschen, die dies erlebten. Durchatmen konnte man nicht… und auch der Film geht in diese Richtung.
Zwar ist er Anfangs, wenn der Blick vor allem auf den Frauen und Familien der Offiziere haftet, eine Spur zu “aufgebläht”, aber das nimmt mit der Zeit doch eindeutig ab. Die Kriegsleiden werden sichtbar, sind spürbar. Der Film reißt mit.

Eine Zäsur begehen die letzten 15 Minuten, die das Massaker in aller Grausamkeit noch einmal auferstehen lassen. Gänsehaut ist vorprogrammiert. Der Massenmord wird nicht nur angedeutet, sondern er wird auch gezeigt. Dadurch entwickelt sich natürlich eine ganz besondere Atmosphäre, die einfach nur beklemmend ist. Es wird die Maschinerie gezeigt, die hier dafür sorgt, dass tausende Menschen den Tod finden. Schrecklich. Aber solche Bilder zeigen erst die ganze Brutalität und das ganze Ausmaß. Sie wirken beeindruckend… aber sie beeindrucken im negativen Sinne. Fassungslosigkeit greift um sich. Eines ist sicher: Das Ende hat es in sich. Mehr kann ich dazu gar nicht schreiben…

Meiner Meinung nach handelt es sich um einen sehr guten Film, der verdient für einen Oscar nominiert wurde. Ich kann nur jedem empfehlen sich diesen Film einmal anzuschauen, da er wirklich einen sehr guten Einblick in diese Zeit gewährt. Und für alle, die nun ihr Interesse für den Film gefunden haben, gibt es zum Abschluss dieses Artikels noch einen Trailer zum Film.

YouTube Preview Image

___
Quelle des Zitats: kino.de

Was wurde aus ihnen? Wo gingen sie hin?

Ich weiß, dass ich hier noch nicht sehr häufig über die schwere Zeit geschrieben habe, die ich 2006 und 2007 zu überstehen hatte. Und das ist vielleicht auch nicht einmal so verkehrt. Doch heute ist mir irgendwie ganz plötzlich ein Gedanke in den Kopf geschossen, den ich hier einfach niederschreiben muss.

Meine Aufenthalte im Krankenhaus haben damals meine Sicht auf viele Dinge verändert. Vieles schien auf einmal so unwichtig, so unbedeutend, so lächerlich. Aber darum soll es gar nicht gehen.

Nein, es soll um die wahnsinnig tollen Menschen gehen, die ich damals kennenlernte – in den schrecklichen Monaten. Es war mein großes Glück dieser Zeit. Und dabei hatten wir alle nur eine Sache so wirklich gemeinsam, die uns zusammen an jenen Ort brachte: Wir waren alle schwer krank. Der große Unterschied zwischen mir und den anderen: Meine Zukunft sollte sich nicht nur auf wenige Tage, Wochen und Monate beschränken, nachdem ich das Krankenhaus verlassen hatte.

Heute waren sie auf einmal wieder gegenwärtig – diese Gedanken, diese Fragen: Was wurde aus ihnen? Wo gingen sie hin? Sind sie nun an einem besseren Ort?

Von einer Dame weiß ich, dass sie den Lungenkrebs, der sie zu zerstören drohte, durch großen Kampf besiegt hat. Sie wohnt hier in Dorsten – sie lebt.

Einem Mann hingegen wurden vier Wochen gegeben. Die Diagnose wurde vor meinen Augen erteilt. “Gehen sie nach Hause und sorgen sie dafür, dass sie alles geklärt bekommen, damit ihre Frau hinterher abgesichert ist. Wir werden alles tun um die Schmerzen für sie so erträglich wie möglich zu halten, damit sie die letzten Wochen noch leben können.” Das waren – sinnbildlich – die Worte, die ich mithören durfte. Es ist also kein Wunder, dass so manche Sache, so mancher Streit, so mancher erahnter “Worst Case” plötzlich lächerlich und unwichtig wirkte.

Eine 36-Jährige Dame hatte ebenfalls den Tod vor Augen. Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Ihr Erbe für die Welt: Ein damals 16-Jähriger Junge, der schon keinen Vater hatte und nun wahrscheinlich auch ohne Mutter leben muss. Ich habe sie noch zweimal während ihrer Chemotherapie besucht, nachdem ich wieder gesund war. Dann antwortete sie nicht mehr auf meine SMS. Aber mir eingestehen, dass sie gestorben war, konnte ich auch nicht. Und mich vergewissern? Auf keinen Fall… das wäre mir damals viel zu nah gegangen. Ich hatte immerhin schon so an ihrem Bett mit den Tränen zu kämpfen, obwohl sie sogar lachen konnte. Mir wäre danach nicht zumute gewesen. Aber es wird ihr wohl geholfen haben.

Eine andere Dame kämpfte mit aller Leidenschaft, doch die Ärzte verzweifelten, weil sie nicht die richtige Chemotherapie für den Tumor fanden, der die Frau langsam aber sicher Richtung Lebensende drängte. Sie gab nicht auf… hat sie es geschafft? Lebt sie noch? Oder ist sie letztendlich doch kämpfend von uns gegangen? Eines weiß ich sicher: Aufgegeben hat sie nicht.

Und was ist mit dem Mann, der damals seinen rechten Lungenflügel verlor, aber sein Leben vorübergehend gewann? Weilt er noch unter uns? Kann ich ihm noch begegnen, wenn ich durch die Duisburger Innenstadt laufe? Oder war es für ihn auch nur ein kurzer Sieg für einen teuren Preis?

Manchmal frage ich mich, ob ich nicht wirklich mal nachforschen sollte. Aber dann frage ich mich ebenso, ob es überhaupt gut ist auf diese Fragen die Antworten zu erhalten. Diese Menschen haben mir viel bedeutet, sie haben mir viel gegeben. Sie waren der Halt in Momenten, wo ich keine Besucher vor Ort hatte, wo ich niemanden am anderen Ende der Telefonleitung um Hilfe bitten konnte. Sie haben gegeben ohne zu nehmen. Sie waren stark, mutig und hilfsbereit… sie hatten mit sich selbst zu kämpfen, aber waren dennoch herzliche Menschen. Was wurde aus ihnen? Wo gingen sie hin?

Song der Woche: Rotersand – War on Error

Diese Woche geht es gleich weiter mit einer weiteren Tanznummer, die in sämtlichen schwarzen Clubs die Tanzflächen zum überlaufen bringt, denn kaum eine Clubnacht vergeht momentan ohne den Song “War on Error” des Musikprojekts Rotersand, das aus dem Ruhrgebiet – genauer aus Gelsenkirchen – stammt. Hinter dem Projekt steht ein Trio – bestehend aus Rasc, Gun und Krischan.
Im Jahre 2009 machten sie durch das Album “Random is Resistance” und durch die EP “War on Error” zum wiederholten Male auf sich aufmerksam. Und ihnen gelang erneut eine hohe Platzierung in den Deutschen Alternative Charts. Momentan auf jeden Fall einer meiner liebsten Songs…

YouTube Preview Image

Ergebnis der Landtagswahl lädt zur Feier

Im Superwahljahr 2009 war einem als SPD-Mitglied bei so gut wie jeder Wahl zum heulen zumute. Da wären die Europawahl, die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen oder auch die Bundestagswahlen zu nennen. Und ich bin ehrlich: Ich hatte mich auch dieses Mal, bei der Landtagswahl 2010 in Nordrhein-Westfalen, auf einen tränenreichen Abend eingestellt. Aber der findet nun nicht statt. Die SPD hat zwar ein wenig verloren, aber ist gleichauf mit der CDU, die mehr Federn lassen musste als ihr lieb sein dürfte. Es sieht gut aus für eine Regierung mit Beteiligung der SPD. Vielleicht reicht es ja für Rot-Grün. Noch sind die Hochrechnungen nicht aussagekräftig genug.

Erst in ca. 3 Stunden werden wir mehr wissen… aber eines ist sicher: Gefeiert wird dennoch. Und morgen schauen wir dann weiter… die Menschen in Nordrhein-Westfalen haben das Richtige getan und die bescheidenden Leistungen der schwarz-gelben Bundesregierung, aber auch die des schwarz-gelben Landtages, abgestraft. Nordrhein-Westfalen scheint einen Schritt weg vom Abgrund getan zu haben… lasst uns darauf anstoßen, Genossinnen und Genossen. Wie schön dies mal sagen und hier schreiben zu können. Glück auf!

«...34567

Über Lordy

    Jahrgang 1986, Student an der Ruhr-Universität Bochum, wohnhaft in Dorsten, dauernd unterwegs, Serien-Junkie, Wii-Freak, Musik-begeistert und leidenschaftlicher BVB-Anhänger.
    Facebook Twitter Last.fm E-Mail RSS-Feed

Blog-Suche

Letzte Kommentare

  • Lordy: "@Kinga: Beim nächsten Mal einfach ansprechen ;)."
  • Kinga: "Das ist ja verrückt! Ich bin schon mit 6 Klausuren überfordert und sehne mir den März..."
  • Lordy: "@maloney: Immerhin kannste ja hier noch antworten :P."
  • maloney: "Als ob ich dir das sagen könnte wenn ich tot bin…DUH :P"

Facebook