
Am 12. und 13. Juni war es wieder soweit. Das BlackField Festival 2010 fand zum dritten Mal im Gelsenkirchener Amphitheater statt. Und ich war – wie berichtet – mit von der Partie. Daher gibt es nun ein paar Fotos zu sehen und meine Eindrücke zum Festival und zu den einzelnen Auftritten zu lesen. Ich werde mich allerdings insgesamt kurz fassen – denn ich möchte auf keinen Fall den Rahmen sprengen (was eigentlich schon allein durch die vielen Fotos geschieht).

Der erste Auftritt des Festivals gehörte Scream Silence aus Berlin. Und er war wirklich gut. Die erste Band hat es immer besonders schwer. Aber sie haben gleich gute Stimmung verbreitet und für einen guten Start gesorgt. Obwohl das Wetter alles andere als rosig war, denn es regnete leicht in Gelsenkirchen.

Dann waren Jesus On Extasy an der Reihe. Dorian Deveraux und Co. sorgten mit ihren erfolgreichen Hits für ordentliche Stimmung. “Neochrome” und “Assassinate me” waren zum Beispiel solche Knaller, die dem Publikum doch einheizten. Ein toller Auftritt, den ich aber auch so erwartet hatte, denn die Auftritte der Band, welche ich in der Vergangenheit miterleben durfte, waren bisher allesamt gut – so auch auf dem BlackField 2010.

Weiter ging es mit Aesthetic Perfection. Hier hatte ich mir eigentlich mehr versprochen. Aber der Auftritt gefiel mir nicht. Ich kann nicht einmal ein “Warum” angeben. Irgendwas passte nicht.

Girls Under Glass hieß der nächste Act. Auch diese Band konnte mich nicht überzeugen. Okay… die Musikrichtung ist auch nicht so ganz meine – spielen sie doch Gothic Rock. Für mich war hier im Grunde nur Warten auf die nächste Band angesagt. Solche Zeiten gibt es immer. Vor allem auf einem Festival für unterschiedliche Geschmäcker und nur einer Bühne. Aber das ist auch vollkommen in Ordnung.

Wären wir auch schon bei Zeromancer angelangt. Von ihnen habe ich mir eine ganze Menge versprochen – zurecht. Die Norweger schmetterten einen Hit nach dem anderen ins Rund. Da wären zum Beispiel “Clone your lover”, “Sinners International” oder “Doppelgänger I love you” zu nennen. Einfach ein genialer Auftritt von einer tollen Band. Wiedersehen macht Freude!

Ein Highlight für mich folgte direkt. Diorama sieht man nicht so häufig auf der Bühne. Aber wenn sie auftreten, dann wird es immer ein Fest für die Fans. Ich liebe diese Band. Seit mehreren Jahren verfolge ich deren musikalischen Werdegang. Und wieder einmal haben sie eine richtig coole Show abgeliefert. Vor allem die Songs des neuen Albums “Cubed” haben mir sehr gefallen. Richtig tolle Momente waren das. Einzigartig.

Zum Auftritt von Vive La Fete, der im Anschluss an Diorama folgte, möchte ich eigentlich gar nichts sagen. Gefiel mir überhaupt nicht. Punkt.

Auf das Tief folgte ein Hoch. Die Deathstars betraten die Bühne und sorgten mit einem richtig gelungenen Auftritt wieder für eine ordentliche Stimmung. Inzwischen war der Abend angebrochen. Das Wetter hatte sich immer noch nicht merklich verbessert. Es war arschkalt kühl, aber trocken – immerhin. Aber der Auftritt sorgte doch für vermehrte Bewegung und somit ließ es sich leben.

Covenant war ein weiteres Highlight. Die Band aus Schweden sorgte für kleine und größere Euphoriewellen. Songs wie “Ritual Noise” oder “Call the ships to port” sorgten für eine tanzende Menge, die dem Headliner des Abends entgegenfieberte, der als nächstes die Bühne betreten sollte. Covenant sorgte dafür, dass die Stimmung immer besser wurde – eindeutig ein klasse Auftritt.

Die Väter des EBM, eine Best of Show und absolutes Tanzverlangen. Oder kurz: Front 242. Der Headliner war auf jeden Fall eine Bereicherung für das Festival. Mir persönlich hat der Auftritt gut gefallen. Allerdings muss ich sagen, dass sich meine Erwartungen nicht gänzlich erfüllt haben – ein Fehler meinerseits. Nichtsdestotrotz ein toller Abschluss für den ersten Festival-Tag.

Der Samstag war schon ganz cool. Aber nicht allein wegen den Bands, sondern auch wegen der Begleitung. Denn an meiner Seite war die Merle, eine langjährige Freundin. Mit ihr hat es einfach wahnsinnig viel Spaß gemacht. Und kurz vor dem Beginn des Deatstars-Auftritt hatte auch Wölfchen den Weg nach Gelsenkirchen gefunden. Von da an waren wir als Trio unterwegs – auch am Sonntag. Insgesamt gesehen muss ich aber sagen, dass der Samstag hätte besser sein können. Das Wetter war eher mies für ein Juni-Wochenende und auch musikalisch hätte da mehr gehen können. Die Auftritte von Diorama und Covenant waren am Samstag auf jeden Fall meine Highlights.

Der Sonntag wurde eingeleitet von XP8 und tollem Wetter, denn die Sonne schien und es waren anständige Temperaturen. So hätte es auch schon am Samstag sein dürfen. Italienische Musik-Exporte sind nicht immer sonderlich gefragt, aber hier muss man einfach zugreifen, wenn man eine Platte im Regal stehen sieht. Okay… sicherlich gilt das nicht für jeden, aber für mich auf jeden Fall. Mir hat der Auftritt total gefallen – elektronische Klänge halt und somit total mein Ding. Vorher war mir das Duo eher unbekannt. Nun bin ich auf jeden Fall von ihnen überzeugt.

Die Traumtänzer ersetzten dann die Band Sava, die eigentlich spielen sollte, aber aus Krankheitsgründen nicht auftreten konnte. Mittelalterliche Musik mit elektronischen Einflüssen wurde angekündigt. Und auch wenn ich von “mittelalterlichen Klängen” nicht viel halte, hat mir der Auftritt doch gefallen. War recht interessant und durchaus anhörbar.

Danach ging es mit dem Panzer nach Afghanistan, denn die Jungs von Tyske Ludder betraten die Bühne. Deutscher Industrial der Extraklasse. Allerdings in der Nähe der Bühne nicht wirklich gesundheitsverträglich. Es dröhnte doch ein wenig zu sehr für meinen Geschmack. Weniger hätte es auch getan. Jetzt bin ich wahrscheinlich ein “Zuckergruftie”, aber da stehe ich zu. Dennoch fand ich den Auftritt toll und war hin und weg.

Mit S.P.O.C.K. kam dann wohl eine der schrägsten Bands auf die Bühne, die ich je live bestaunen durfte. Ein erstaunlich lustiger Auftritt wurde da abgeliefert. Lachen konnte man auf jeden Fall. Am Anfang habe ich die Truppe ein wenig belächelt, aber zum Ende hin fand ich sie richtig toll – okay… richtig toll ist übertrieben. Gut gelacht habe ich aber auf jeden Fall.

Saltatio Mortis war dann an der Reihe. Zwar war planmäßig Sono angekündigt, aber die steckten im Stau und konnten deshalb nicht erscheinen. Somit ging es gleich wieder ins Mittelalterliche. Und auch wenn mir die Musik nicht zusagte, so muss ich doch sagen: Feiern und das Publikum mitreißen können sie. War interessant aus der Ferne zu beobachten. Und mein Fuß wippte mit. Aber mehr gab es dann auch nicht.
![BlackField Festival 2010 - [:SITD:] BlackField Festival 2010 - [:SITD:]](http://www.lordysweblog.net/wp-images/blackfieldfestival2010-sitd.jpg)
[:SITD:] folgten nun. Lokalmatadoren sind sie. Und das merkte man auch. Immer wieder schön, wenn eine Band eine Beziehung zu einer Stadt bzw. zum Ruhrgebiet an sich hat. Für mich war der Auftritt ein absolutes Highlight. Lange habe ich darauf gewartet sie wieder live zu sehen. Und das Warten hat sich auch gelohnt. Es war einfach toll. Beim nächsten Konzert in der Nähe bin ich dabei. Das ist jetzt schon sicher.

Das BlackField Festival 2009 endete mit der Ankündigung, dass es 2010 erneut ein BlackField Festival geben wird. Und es wurde auch eine hochkarätige Band bekannt gegeben. Damals stand für mich fest, dass ich wieder hin muss. Allein schon wegen der angekündigten Band. Oomph! darf man einfach nicht verpassen, wenn man sich als Fan bezeichnet. Und das tue ich mit Leidenschaft. “Labyrinth”, “Augen auf”, “Wer schön sein will muss leiden”, “Gott ist ein Popstar” oder “Fieber” sind nur ein paar der Songs, die gespielt wurden. Die Menge war in einer grandiosen Stimmung. Dero, Crap und Flux sorgten für eine Party der Superlative. Und hier lasse ich einfach mal ein Video sprechen, welches das gut dokumentiert.

Vom nächsten Auftritt habe ich so gut wie nichts mitbekommen. Ich habe es vorgezogen auf den Rängen Platz zu nehmen und Kraft zu tanken für den letzten Akt. Daher kann ich hier eigentlich gar nichts zu Subway To Sally sagen und gehe direkt zum nächsten Auftritt über – zum Headliner des Abends.

Der Graf hatte sich angesagt. Unheilig ist momentan wahnsinnig erfolgreich und nun auch über die Gothic-Szene hinweg so ziemlich jedem ein Begriff. Seit dem Album “Große Freiheit” hat man sogar in Zügen öfter mal das Vergnügen Songs wie “Für immer” oder “Geboren um zu leben” aus den Handys der Teenies dröhnen zu hören, aber darum soll es hier nicht gehen. Ich habe mir von dem Auftritt eine Menge versprochen, denn ich bin schon jahrelang ein Fan des Grafen. Und er hat mich nicht enttäuscht. Fast alle genialen Songs hat er gespielt. Das Publikum hat er mitreißen können. Tolle Augenblicke konnte ich erleben. Ich habe mitgesungen, mitgefeiert, aber auch Tränen vergossen (bei “An deiner Seite”). Neben den Songs vom neuen Album spielte er auch Klassiker wie “Sage ja”, “Freiheit”, “Astronaut” oder “Mein Stern”. Ein rundum gelungener Auftritt, der besser nicht hätte sein können – ein würdiges Ende eines tollen Festivals. Auf der nächsten Tour werde ich auf jeden Fall ein Konzert besuchen – immer vorausgesetzt natürlich, dass sich der Graf in meiner Nähe sehen lässt.

Habe ich nicht geschrieben, dass ich mich kurz fassen will? Mist. 1500 Wörter sind es nun. Kurz ist anders. Aber egal… nun noch ein kleines Fazit zum Abschluss.
Der Sonntag war genial. Unheilig, [:SITD:] und Oomph! haben vor allem dafür gesorgt, dass ich richtig gute Stimmung hatte. Und das Wetter hat mit viel Sonnenschein das Übrige getan. Der Samstag wurde eindeutig übertrumpft, aber damit kann man rückblickend gut leben. Wenn man beide Tage zusammennimmt, dann war es ein geniales BlackField Festival 2010. Und 2011 wird es erneut eines geben – ich bin dabei. Das weiß ich jetzt schon. Es hat eine Menge Spaß gemacht. Und vielleicht habe ich ja das große Glück nächstes Jahr wieder mit Merle und Wölfchen gemeinsam das BlackField Festival zu genießen. Es wäre auf jeden Fall toll. Außerdem sei noch erwähnt, dass ich mich total gefreut habe die Svü nach langer Zeit mal wieder zu sehen… war glaube ich auch wahnsinnig wichtig. Und jetzt mache ich aber einfach mal einen Punkt. Sonst höre ich gar nicht mehr auf.