
Nachdem ich in den letzten Tagen wieder vermehrt über “Shutter Island” lesen durfte und sowieso schon mit ziemlich vielen Meinungen und Kritiken zu diesem Film konfrontiert war, wuchs meine Neugier gestern dann doch soweit an, dass ich mich auf den Weg zur Videothek meines Vertrauens begeben habe, um mir den Film mal auszuleihen. Und direkt nach Mitternacht wurde die DVD dann ins Laufwerk gelegt, die Play-Taste auf der Fernbedienung gedrückt und los ging die Kombination aus Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio. Der auf dem gleichnamigen Roman von Dennis Lehane basierende Film, der erst unter dem Titel “Ashecliffe” gehandelt wurde, kann in die Schublade der Psychothriller eingeordnet werden. Worum geht es? Um diese Frage zu beantworten wagen wir einen kleinen Einblick in den Plot.
U.S.-Marshal Teddy Daniels landet 1954 mit seinem Partner Chuck Aule inmitten eines Unwetters auf dem entlegenen Shutter Island. Dort ist aus dem Ashecliffe Hospital, einem Krankenhaus für geisteskranke Schwerverbrecher, eine Mörderin spurlos verschwunden. Schnell ist Teddy klar, dass er keine Unterstützung von den Ärzten zu erwarten hat: Offenbar will man ihn auf falsche Fährten locken und als Schachfigur in einem diabolischen Spiel instrumentalisieren. Teddy setzt dennoch alles daran, das Geheimnis der Insel zu entschlüsseln.
Und weil Worte über einen Film meist nicht ansatzweise die ganze Wahrheit erzählen, schicke ich nun direkt noch einen Trailer hinterher.
Über den Film hatte ich im Vorfeld schon eine Menge gelesen und gehört. Einige meiner Bekannten hatten ihn bereits im Kino gesehen. Und die Meinungen gingen weit auseinander. Während der eine Teil von einem Meisterwerk sprach, fand der andere Teil den Film eher schlecht. Was macht man also? Man hat keine zu hohen Erwartungen, wenn man ihn sich anschaut. Und nach den über 130 Minuten des Films war ich positiv überrascht. Kurz gesagt: Ich fand den Film ganz gut.
Nun muss natürlich noch eine Begründung für meine Meinung folgen. Okay… kommt. Allerdings eher in kurzer Form, da ich auf keinen Fall denen, die den Film noch nicht gesehen haben, zu viel verraten mag.
Leonardo DiCaprio spielt seine Rolle grandios. Dies gilt insgesamt für die komplette Besetzung. Die Atmosphäre des Films reißt mit. “Diese Insel wirst du nie verlassen.” Unter “normalen Umständen” wäre das vielleicht gar nicht so schrecklich, denn die Aufmachung der Insel ist schon nicht von schlechten Eltern.
Spannung kommt in jedem Fall auf – nicht zuletzt durch die musikalische Untermalung und die brillante Kameraführung. Dadurch fällt einem so manches Detail erst am Filmende auf. Der Plot ist interessant, wenn auch nicht völlig neu. Das große Plus ist die Inszenierung. Viele Stil-Elemente kommen einem durchaus bekannt vor, aber das ist auch gut so.
Das Ende des Films fand ich ein wenig schade. Mir wird dort fast schon zu viel aufgelöst. Da hilft es auch nichts, dass die letzten 3 Minuten des Films erneut ein wenig Unsicherheit beim Betrachter hervorrufen. Am Ende ist zu vieles klar. Vielleicht ist das genau die Intention von Martin Scorsese gewesen, aber meiner Meinung nach verliert der Film dadurch ein wenig an Potential.
Kommen wir nun zu einem kurzen und knappen Fazit: “Shutter Island” sollte man sich einfach anschauen. Er zählt sicherlich nicht zu den Meisterwerken der Film-Geschichte, aber er ist einer der richtig guten Filme der letzten Jahre. Die Zusammenarbeit von Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio klappt erneut. Der Plot wirkt spannend, wenn auch nicht neu. Das Ende hat zu viel Auflösung und zu wenig Unsicherheit. Aber eines ist klar… “Shutter Island” ist wirklich gut.
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Quelle des Zitats: kino.de


schrieb am 5. August 2010
Also ich bin eher dafür, am Ende eines Films alles zu wissen. Dafür gucke ich ja den Film. Und das war mir zu unsicher ^^ Nichts desto trotz habe ich in dem Film einiges neues auf dem Gebiet der Psychologie gelernt, auch nicht so schöne Dinge. Aber ich will ja auch nichts verraten. Im Grunde fand ich den Film auch gut gemacht, ich kann mich erinnern, dass ich danach etwas aufgewühlt war.