Es ist immer schade, wenn ein Traditionsclub wie Rot-Weiss Essen in der Versenkung verschwindet

Als Anhänger von Borussia Dortmund hat man momentan allen Grund zur Freude. Bald startet die Bundesliga-Saison 2010/2011 mit gar nicht so schlechten Aussichten, die erste Runde im DFB-Pokal gegen Wacker Burghausen steht an und in den Play-Off-Spielen zur UEFA Europa League muss der BVB gegen den FK Qarabaq Agdam (Aserbaidschan) ran. Aber nichtsdestotrotz geht der Blick natürlich auch mal zu den Nachbarn in der Region.
Und da gerät momentan vor allem die Situation des Traditionsclubs Rot-Weiss Essen ins Blickfeld. In den 1950er Jahren war der RWE mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft (1955) und dem Erringen des DFB-Pokals (1953) oben auf, mittlerweile ist er nicht mehr als eine Randnotiz im deutschen Fußball. 1976/77 war die letzte Saison des RWE in der Bundesliga. In der vergangenen Saison 2009/2010 war der Verein viertklassig und spielte in der Regionalliga West. Doch aufgrund finanzieller Probleme musste am 4. Juni 2010 ein Insolvenzantrag gestellt werden. Die Lizenz für die Regionalliga West wurde nicht erteilt. Dies bedeutete den Zwangsabstieg. In der kommenden Saison spielt der RWE also lediglich in der NRW-Liga und ist fünftklassig. Zusätzlich zu den finanziellen Problemen gesellen sich aber auch noch weitere Probleme, die den Mythos Hafenstraße ins Wanken bringen. Das Georg-Melches-Stadion bereitet Verantwortlichen und Fans Kopfzerbrechen. Ein Stadionneubau muss her. Und sportlich muss es auch wieder nach oben gehen. Der Trend der letzten Jahre geht allerdings eher nach unten.
Ich kann die Fans des Clubs gut verstehen, die so langsam den Mut verlieren. Es scheint ein wenig aussichtslos, hoffnungslos. Eine schlechte Nachricht folgt auf die nächste. Ich erinnere mich noch an die Probleme in Dortmund, die vor allem nach 2004 für die Fans sichtbar wurden. Finanzieller Ruin und sportliche Fehlschläge mussten auch dort verdaut werden. Die Fans und der Verein haben es überstanden. Aber hier waren auch andere Kräfte am Werk, die für die Rettung des Vereins eintraten. Auf so viel Unterstützung und Wohlwollen können die Jungs aus Essen nicht bauen. Dies ist eine Tatsache, die sehr schade ist, weil damit ein Traditionsclub immer mehr in der Versenkung verschwindet. Ich kann gut mitfühlen und bin auch nicht im geringsten schadenfroh. Es tut eher weh. Ich hoffe auf einen Neuanfang nach der hoffentlich gelingenden finanziellen Konsolidierung. Das Ruhrgebiet und die Fans haben einen starken RWE verdient.
Der einzige “Vorteil”, den es aber nicht unbedingt geben müsste, besteht in der Tatsache, dass es regional nun zu tollen Begegnungen kommt. So wird der RWE in der NRW-Liga gegen Westfalia Herne, VfB Hüls oder den SV Schermbeck antreten. Alles in meiner Nähe. Und reizvolle Duelle sind es meiner Meinung nach auch. Wird sicherlich eine spannende Saison. Ein paar Spiele werde ich mir auf jeden Fall live anschauen. Steht für mich fest.
Und natürlich drücke ich dem RWE auch die Daumen, dass es wieder bergauf geht. Je mehr tolle Vereine unsere Region hat, desto besser und spaßiger ist es doch. Auf eine erfolgreiche Saison für den RWE, aber natürlich auch für meinen BVB.
___
Das Foto stammt übrigens vom 18. Dezember 2009. Da war ich beim Spiel des RWE gegen den FC Schalke 04 II. Und das Wetter passt ja ganz gut zur aktuellen Situation.






schrieb am 8. August 2010
Kompliment für deine sportliche Fairnes als Fan. Sieht man nicht oft.
schrieb am 10. August 2010
@Bomel: Das stimmt wohl… und vielen Dank. Ich bin einfach der Meinung, dass das Ruhrgebiet tolle Vereine mit Tradition und super Fans besitzt, die auf keinen Fall untergehen sollten. Dies gilt übrigens auch für den Verein mit den Vereinfarben Weiss und Königsblau xD.