Praktikum an der Grundschule: Die ersten zwei Tage sind Geschichte
Manche haben es schon mitbekommen. Seit gestern bestreite ich wieder ein Praktikum. Nachdem ich im März und April diesen Jahres vier Wochen im Dorstener Stadtarchiv unterwegs war, geht es nun gemeinsam mit einem Kommilitonen, der dieses Praktikum mit mir gemeinsam bestreiten wird, an eine Grundschule. Der nächste Schritt in Richtung Lehrerberuf. Sechs Wochen werde ich dort tatkräftig mit anpacken, beobachten und selbst unterrichten.
Manche werden sich jetzt fragen, wieso ich das Praktikum an einer Grundschule mache, da ich ja Lehrer für das Gymnasium und die Gesamtschule werden möchte. Dies wurde uns in mehreren Beratungen nahegelegt, weil eine Grundschule in der Regel kleiner ist und somit die Strukturen übersichtlicher sind. Der Lehrberuf soll so besser in seiner Gesamtheit sichtbar werden als dies zum Beispiel an einem Gymnasium möglich ist. Außerdem besteht so die Möglichkeit einen Einblick in eine Schulform zu bekommen, die alle Voraussetzungen schafft, auf die man später selbst bauen muss. So kann man später vielleicht die Frage “Wie weit sind Schülerinnen und Schüler eigentlich, wenn sie in die fünfte Klasse kommen, und was kann ich dann voraussetzen?” leichter beantworten. Es gibt viele Argumente dafür. Sicherlich gibt es auch einige dagegen. Aber ich habe mich so entschieden.
Gestern Morgen ging es also los. Und ich kann nicht leugnen, dass ich ziemlich nervös war. Aber das ist ja immer so, wenn man irgendwo “neu” ist. Man kennt sich nicht aus, kennt niemanden und weiß nicht, was einen erwartet. Dennoch überwog von Beginn an die Vorfreude auf das, was mich in den kommenden sechs Wochen erwarten wird. Nach den ersten Minuten war die Nervosität bereits verflogen, da wir wahnsinnig nett begrüßt wurden. Wenige Minuten später saß ich in einer vierten Klasse und verfolgte die erste Stunde nach den Sommerferien. Im Vergleich zu den Erinnerungen, die ich noch an meine Grundschulzeit habe, hat sich eine Menge verändert. Das konnte ich bereits nach wenigen Minuten sagen. Nach der ersten “kleinen Pause” ging es dann mit der Lehrerin, die ich während des gesamten Praktikums am meisten begleiten werde, an die Vorbereitungen für den heutigen Tag, denn heute Morgen begann mit der Einschulung für ca. 160.000 “I-Männchen” in Nordrhein-Westfalen der “Ernst des Lebens”. 26 dieser “I-Männchen” werde ich in den nächsten sechs Wochen auf ihrem Weg zu den ersten Herbstferien ihres Lebens begleiten. Also wurde gestern noch der Klassenraum hergerichtet und alles Wichtige abgesprochen. Und dann war mein erster Praktikumstag auch schon vorbei.
Und heute Morgen ging es dann direkt nach der Ankunft an der Schule noch mit den letzten Vorbereitungen weiter. Danach ging es in die Kirche zum Gottesdienst, der im Rahmen der Einschulung stattfand, und zur kleinen “Feier” auf dem Gelände der Schule. Anschließend hieß es dann: Erste Schulstunde. Es war schon äußerst spannend die Kinder, die ich nun als Begleitung der Klassenlehrerin durch die ersten Wochen führen darf, das erste Mal um sich zu haben. Ein sehr tolles, sehr schönes Gefühl. Und die erste Stunde verlief auch richtig gut. Da waren wir direkt mal erleichtert. Die Vorbereitungen hatten sich gelohnt. Jetzt freue ich mich schon auf den morgigen Tag.
Oben habe ich ja davon gesprochen, dass ich auch selbst unterrichten werde. Vorgesehen sind mindestens 6 eigene Schulstunden inklusive ausgiebiger Planung. Auf diesen Teil bin ich am meisten gespannt. Aber bis zu meiner ersten Schulstunde werden wohl noch mindestens zwei Wochen vergehen. Eine Sache mehr auf die man sich freuen kann.
Ich werde in Zukunft nicht sehr häufig und nur oberflächlich von diesem Praktikum berichten. Wie ihr merkt gibt es in diesem Artikel keine Namen. Ich nenne weder den Namen der Schule, noch Namen von Lehrern oder Schülern. Erstens finde ich es unwichtig und zweitens ist es mir auch untersagt. Aber diese Tatsache ist denke ich jedem verständlich.






schrieb am 31. August 2010
Wow cool! Praktikum! Das kommt auch noch alles auf mich zu! Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Spaß und Freude und dass du gaaaanz viel lernst und mitnehmen kannst!
schrieb am 31. August 2010
Grundschüler sind cool^^ Ich selber mache in einer Kita mein FSJ und bin nachmittags im Hort eingeteilt. Ich unterrichte zwar nicht, kriege aber den Bildungsstand der Kinder gut mit. Und ich bin ehrlich überrascht, wie gebildet viele schon sind. Aber auch die Anderen Bereiche (Kindergarten und Krippe) sind sehr spannend. Ich wünsche dir jedenfalls viel Spaß und Erfolg bei deinem Prraktikum. Ich hoffe auch, dass du wenigstens von deinen eigenen Unterrichtsstunden berichten wirst ;)
schrieb am 1. September 2010
Oh, schade. Ich hätte mir mehr Artikel zu dem Thema gewünscht.
Bei uns hießen die I-Männchen immer I-Dötzchen :D
schrieb am 1. September 2010
Also was I-Männchen sind, kann ich mir denken, aber woher kommt der Begriff? I als Zahl 1? Wegen der ersten Klasse.
Ansonsten finde ich das auch recht spannend. Würde gerne mehr lesen.
schrieb am 4. September 2010
@Janina: Ich habe jetzt schon viel gelernt und mitgenommen… da kommt aber sicher noch mehr =).
@Caranthir: Von den eigenen Unterrichtsversuchen werde ich wohl berichten… gehe ich zumindest von aus ;). Und japp… manche Kinder sind echt schon sehr, sehr weit.
@Hannah: i-Dötzchen ist auch hier ein gängiger Begriff xD. Manche kennen beides nicht ^^. Und ich schau mal… so manchen Artikel wird es noch geben.
@Heuni: Das kommt, weil das “i” früher immer als erstes gelernt wurde, wenn ich richtig informiert bin. ^^