Alles begann mit “Cupido”, später folgte “Morpheus”, weiter ging es mit “Vater unser” und dann grüßte der “Mädchenfänger”. Jilliane Hoffman begeistert mich seit 2004 mit ihren Werken.
Ich habe im Juli 2010 schon einmal über “Mädchenfänger” berichtet, aber zu diesem Zeitpunkt hatte ich es noch nicht gelesen. Nachdem ich lange nicht dazu gekommen bin, habe ich es dann in den letzten Tagen begonnen. Und gestern habe ich dann die letzte Seite erreicht – mit Tränen in den Augen. Aber ich fange am besten vorne an – beim Klappentext.
“P.S. pink steht dir gut :)”
Die dreizehnjährige Lainey kann es kaum fassen. Zach, der gutaussehende Sonnyboy aus dem Chatroom, steht offensichtlich auf sie. Und er will sie treffen. Als sie von der Schule nicht nach Hause kommt, nehmen alle an, dass Lainey weggelaufen ist. So wie ihre ältere Schwester Denise vor ein paar Jahren.
Routinemäßig wird FBI-Agent Robert Dees in die Untersuchung miteinbezogen. Bobby ist Spezialist für verschwundene Kinder – nicht nur beruflich, sondern auch privat. Seine eigene Tochter Katy verschwand vor fast einem Jahr, und niemand hat seitdem wieder etwas von ihr gehört.
Lainey ist nicht weggelaufen, da ist sich Bobby sicher. Doch zunächst führen alle Spuren ins Nichts. Bis ihm ein schreckliches Gemälde zugespielt wird – es zeigt eine gefesselte junge Frau. Anhand des Gemäldes findet Bobby heraus, wo das Mädchen gefangen gehalten wird – doch sie kommen zu spät. Das Mädchen ist tot. Es ist nicht Lainey, doch im Bild finden sich Hinweise auf sie. Bobby kommt der Verdacht, dass sie es mit einem Serienmörder zu tun haben, der es auf junge Mädchen abgesehen hat, von denen alle denken, sie seien weggelaufen. So wie Katy…

Kinder und junge Teenager kommen nicht nach Hause. Sind sie Opfer eines Verbrechens geworden? Oder sind sie ausgerissen und wollen nicht gefunden werden? Manchmal dauert es Jahre bis es Antworten auf diese Fragen gibt. Und hin und wieder müssen die Eltern ewig warten – sie werden nie von der Ungewissheit erlöst. Es kommt aber auch vor, dass diese “verlorenen” Kinder gar nicht erst vermisst werden und niemand nach ihnen sucht. Dabei handelt es sich um eine große Thematik, die von Jilliane Hoffman in diesem Roman aufgegriffen wird.
Die nächste Problematik beschäftigt sich mit dem Internet. Eltern können ihre Kinder beschützen, jeden Abend die Türen und Fenster verriegeln, sie zur Schule fahren und sie beim spielen beaufsichtigen, aber durch das Internet schaffen es die “bösen Menschen” auch so ins heimische Kinderzimmer. Ohne erst mühsam ins Haus einbrechen zu müssen. Die junge Generation kennt sich mit dem Medium besser aus. Und somit sind die Eltern oft hilflos. Diese Tatsache wird von so manchem ausgenutzt… das Internet bietet viele neue Möglichkeiten… leider nicht nur für “die Guten” unter uns.
Aus diesem Stoff webt Jilliane Hoffman einen – meiner Meinung nach – genialen Thriller, der voller Spannung und Emotion ist. Mehrfach standen mir beim Lesen die Tränen in den Augen. Und am Ende konnte ich es nicht verhindern, dass einige über meine Wange liefen. Man fiebert über 450 Seiten lang mit. Man hofft, man bangt, man freut sich, man trauert. Es ist eine wirkliche Achterbahn der Gefühle. Und das Buch aus der Hand legen fällt jedes Mal schwer, weil einen der Gedanke an die kommenden Dinge nicht zur Ruhe kommen lässt.
Im Laufe der Geschichte versucht man natürlich auch selbst den Mädchenfänger zu identifizieren. Wer ist er? Das eine oder andere Mal wird man sicherlich falsch liegen. Aber es ist eine wahnsinnig interessante Suche – an der Seite von Detective Bobby Dees. “Der Held unter uns bringt alle Kinder nach Hause” – tot oder lebendig – er findet sie und bringt sie zurück zu ihren Eltern.
Der Fall der kleinen Lailey wird immer komplizierter, undurchsichtiger, aber es tun sich auch immer wieder neue Informationen auf. Der Plot ist wie ein Spinnennetz. Wenn man erst einmal drin ist, dann ist man buchstäblich gefangen.
Wie man sicherlich merkt: Ich finde “Mädchenfänger” total genial. Ein wahnsinnig spannender Plot, interessante Wendungen und tolle Charaktere wie Bobby Dees, Zo oder LuAnn sorgen für puren Lesegenuss. Jilliane Hoffman war schon vor diesem Werk eine meiner liebsten Autorinnen (seit dem C. J. Townsend Zyklus, also den Werken “Cupido” und “Morpheus”). Und mit diesem Werk hat sie all meine Erwartungen (und es waren nicht wenige) übertroffen. Ich kann jedem nur empfehlen dieses Buch zu lesen. Und ich warte schon gespannt auf ihr fünftes Werk.


schrieb am 8. September 2010
Ich les mir jetzt nciht durch was du geschrieben hast, weil ich das Buch unbedingt auch noch lesen will. ;) Aber ich mag Jilliane Hoffmann Bücher auch sehr gerne :)