Über ein Jahr war ich begeistert von Twitter, doch plötzlich stellte sich im Juni oder Juli diesen Jahres die Ernüchterung ein, die in der Folgezeit stetig wuchs. Am Anfang habe ich das Ganze als “Kein-Bock-Phase” abgetan und dachte mir: “In ein oder zwei Monaten wird Twitter sicherlich wieder interessant!” Doch dem war nicht so. Und so habe ich mich vor gut einer Woche dazu entschieden den Account dort zu löschen.
Aber warum? Es sind – glaube ich – viele Kleinigkeiten gewesen, die am Ende in der Summe dafür gesorgt haben, dass ich die Lust am zwitschern verlor. Da wäre zum einen das Zeitproblem. Wenn man viel unterwegs ist und selten bei Twitter vorbei schaut, dann verpasst man so viel, dass man erst einmal gar nicht mehr in die Diskussionen und Konversationen hineinkommt, die da gerade stattfinden. Meist gelingt das nur durch einen extremen Zeitaufwand. Und den konnte ich gar nicht aufbringen – selbst wenn ich gewollt hätte… es wäre nicht möglich gewesen.
Dann kommt diese Cliquenbildung hinzu. Das Internet verleitet den Menschen dazu noch schnelllebiger zu sein als er ohnehin schon ist. Und so gibt es ständig veränderte Konstellationen. Und wenn man mal nicht da ist, dann ist man erst einmal raus. Das zeigt so ein wenig die Oberflächlichkeit, die da mitschwingt. Aber das ist schon okay so. Viel mehr störten diese Grabenkämpfe. X und Y können sich nicht ab und schon bilden sich zwei Gruppen, die sich gegenseitig bekriegen. Und auf Streit, Zank und Kindergarten habe ich echt keine Lust. Das spare ich mir lieber direkt.
Außerdem habe ich mich in letzter Zeit zu häufig still darüber aufgeregt, dass da manche Menschen wirklich ihr ganzes Leben breittreten. Natürlich kann das jeder halten, wie er will, aber ich persönlich möchte das alles gar nicht wissen. Am Anfang ist es vielleicht sogar noch interessant, aber irgendwann… stört es nur noch.
Twitter hat mir vor allem am Anfang des Jahres viel gebracht. Da habe ich spannende Leute kennengelernt und diese Verbindungen wurden auch im realen Leben bedeutsam, aber in der letzten Zeit war es einfach nicht mehr mein Fall. Twitter ist cool und macht sicherlich auch Spaß, aber nichtsdestotrotz ist mir die Laune daran eindeutig vergangen. Vielleicht werde ich irgendwann wieder mit dem Zwitschern beginnen, aber momentan bin ich auch ohne ganz zufrieden. Und ich habe ja noch Facebook. In diesem Sinne… Goodbye Twitter!


schrieb am 1. Oktober 2010
Twitter ist bei mir eigentlich nur noch im Betrieb als zusätzlicher Feed und Kurzinformationsquelle um Meldungen zu verbreiten die sich nicht lohnen in einem extra Beitrag zu verarbeiten.
Ansonsten habe ich weder die Zeit noch die Lust dort mich regelmäßig einzulesen und immer auf dem neusten Stand zu bleiben.
Running Gags und dergleichen verstehe ich dort eh nicht weil ich die nicht ganz so mitbekomme aufgrund das ich zu wenig dort online bin.
Ist nett als Begleitung und Mehrwert zum Blog, als Informationsverbreitungsmittel, doch mehr für mich derzeit nicht.