Während meines Praktikums an einer Grundschule ist mir mal wieder bewusst geworden, wie gut es der Mensch doch im Kindesalter hat. Die Kinderzeit ist so unbeschwert, so frei von Sorgen und unnötigen Gedanken, so wunderbar. Ein Kind macht sich wenig Gedanken über die Konsequenzen des eigenen Handeln. Nicht jede Aktion wird auf die Goldwaage gelegt. Alles ist unkompliziert und einfach.
Als erwachsene Person hingegen macht man sich über jede Kleinigkeit Gedanken. Wie muss man jetzt die Reaktion des Gegenüber beurteilen? War die Entscheidung, die getroffen wurde, richtig? Was bringt die Zukunft? Welche Konsequenz zieht das, was ich getan habe, nach sich? Geht am Ende alles gut aus? Oder stehe ich am Ende vor einem Scherbenhaufen – geformt aus dem eigenen Leben?
All diese Fragen stellt man sich im Kindesalter nicht. Man ist frei und glücklich. Es zählt nicht die ferne Zukunft, sondern es ist lediglich wichtig, dass man am Nachmittag – nach der Schule – mit den Freunden auf dem Spielplatz spielt oder das heimische Kinderzimmer verwüstet.
Eine weitere Sache, die die Kinder vielen Erwachsenen voraus haben, ist die Freude über Kleinigkeiten. Während wir sehr schnell im Wirrwarr des Konsums und der Selbstverständlichkeiten vergessen, dass man sich auch über kleine Dinge freuen kann, glänzen Kinderaugen schon dann, wenn sie ein Ü-Ei geschenkt bekommen oder einen Elefanten im Zoo aus 10 Metern Entfernung sehen können. Es ist ein anderes Leben.
Und jeder tut gut daran, wenn er sich ein Teil dieses Lebens aufspart und so gut daran festhält, wie es nur so eben geht. Natürlich folgt mit der Zeit die Erkenntnis, dass dies nicht in einem großen Umfang gelingt, aber ich denke, dass es auf jeden Fall eine tolle Sache ist, wenn man es irgendwie schafft – und mag dieser Teil letztendlich auch noch so klein sein.
In vielen Fällen hilft da eben auch der Umgang mit Kindern. Wenn man beobachtet und mitbekommt, wie sie das Leben durch ihre Augen sehen, dann kann man dies auch wieder ein Stück weit selbst erleben. Ein tolles Gefühl – zweifelsohne! Unbeschwertheit ist vielleicht doch ansteckend.
Also: Nun mal ein Wort zum Sonntag: Erhaltet euch ein Stück der Unbeschwertheit und der Freiheit, die jahrelang für euch zum Leben gehörte. Es kann auf jeden Fall nicht schaden.


schrieb am 3. Oktober 2010
Genau darum wollte ich nich erwachsen werden. Ich wäre gern immer noch so unschuldig und frei von Belastung.