Ein eigenes Glaubensbekenntnis zu verfassen ist gar nicht so einfach
In der heutigen Zeit bekennen wir uns zu einer Vielzahl an Dingen, Ideen, Gedanken, Fantasien, Erinnerungen, Menschen und so weiter. Und da gehört für einen gläubigen Christ natürlich auch ein Bekenntnis zum eigenen Glauben hinzu. Das Apostolicum ist in diesem Zusammenhang eine Autorität, die quasi das Maß aller Dinge darstellt. Aber nichtsdestotrotz kann man sich natürlich auch ein eigenes Glaubensbekenntnis verfassen, das sich bewusst vom Apostolicum und anderen Glaubensbekenntnissen unterscheidet oder sich bewusst an vorhandene Bekenntnisse anlehnt.
Im Rahmen einer Vorlesung war es die Aufgabe ein eigenes Glaubensbekenntnis zu verfassen und dieses dann schrittweise zu erklären. Und ich kann eines sagen: Es ist gar nicht so leicht, wie es sich vielleicht anhört. Zumindest dann nicht, wenn man hohe Ansprüche an das eigene Glaubensbekenntnis stellt. Was gehört hinein? Was bleibt lieber draußen? Und wie formuliert man das, was man ausdrücken will, am besten?
Ziemlich viel Zeit ist beim Verfassen des Bekenntnisses verstrichen. Weit mehr als bei der späteren schriftlichen Erklärung. Aber es hat sich gelohnt, denn ich bin mit meinem Resultat zufrieden. Es ist aber schon interessant, dass ich jedem Menschen gegenüber einen ellenlangen Vortrag über meinen Glauben halten kann, aber es dann doch wiederum ziemlich schwierig ist das Ganze dann möglichst gekonnt schriftlich festzuhalten. Aber das wird wohl eben vor allem an den Formulierungen liegen, die ja treffend und unmissverständlich sein müssen beziehungsweise sein sollen. Denn man bekennt es zwar für sich, aber eben auch vor anderen.
Achja… ich werde mein persönliches Bekenntnis vorerst nicht hier veröffentlichen. Vielleicht werde ich dies aber später mal nachholen. Könnte ja zu durchaus interessanten Diskussionen führen – irgendwann.
Aber ich kann natürlich noch ein paar interessante Fragen benennen, die mir während des Verfassens in den Sinn kamen. Nehme ich die jungfräuliche Geburt ins Glaubensbekenntnis auf? Wie sieht es mit der Empfängnis durch den Heiligen Geist aus? Was ist mit der Auferstehung der Toten und der Gemeinschaft der Heiligen? Soll ich bekannte, moderne Metaphern hinzufügen? Schreibe ich dem Wirken von Jesus Christus eine andere Bedeutung zu als das Apostolicum es in seinen Kurzformeln tut? Welche Form soll mein Glaubensbekenntnis haben – soll es sich gesungen werden können oder wie ein Gedicht vortragbar sein?
Jede dieser Fragen musste im Grunde einzeln, aber dann auch im Kontext des Ganzen beantwortet werden. Gar nicht so leicht. Wenn ihr selbst gläubig seit, dann könnt ihr das ja auch mal versuchen. Vielleicht stimmt ihr mir am Ende ja zu – oder ihr empfindet es als einfach und würdet mir daher widersprechen. Interessant wäre es auf jeden Fall, wenn hier weitere Erfahrungen sichtbar würden, aber natürlich kann und will ich niemanden dazu zwingen. Für mich war es aber eine sehr spannende und faszinierende Erfahrung. Mein persönliches Glaubensbekenntnis wird mich nun auf jeden Fall auf meinem weiteren Wege begleiten.






schrieb am 14. Oktober 2010
Ui, spannendes Thema! Ich kenne das Wort “Glaubensbekenntnis” erstmal nur von meiner Gemeinde, die z.B. für den aktuellen Flyer ein Glaubensbekenntnis erstellen musste. Ich selber habe noch nie so etwas erfasst. Es ist wirklich schwer, sich mit den einzelnen Fragen zu beschäftigen und für sich die richtige Antwort zu formulieren. Aber ich würd dein Glaubensbekenntnis ja wirklich gern mal lesen ;)
schrieb am 15. Oktober 2010
Tja, als Ungläubiger hab ich diese Probleme nicht. :)
schrieb am 17. Oktober 2010
@Janina: Da mein Glaubensbekenntnis aber gerade Bestandteil einer zu benotenden Hausarbeit ist… stelle ich es natürlich nicht ins Internet ;). Aber ich kann dir das gerne mal zeigen, wenn ich die Arbeit wiederhabe. Vielleicht stelle ich es dann auch als Artikel hier ein. Mal sehen… und es ist schwierig, aber auch spannend.
@cimddwc: Ob das nun gut oder schlecht ist, ist sicherlich auch wieder Ansichtssache :P.