Wie lang kann man das böse M-Wort noch vermeiden?
Am Freitag Abend gewann Borussia Dortmund am 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga dank einer furiosen Leistung in der zweiten Halbzeit mit 2:0 gegen den Hamburger SV und festigte damit die Tabellenführung. Mittlerweile hat der Club mit dem besten Angriff, der besten Verteidigung und der besten Tordifferenz satte 7 Punkte Vorsprung vor dem Tabellenzweiten aus Leverkusen. 31 von 36 möglichen Punkten wurden gesammelt. 10 Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage.
Das kann doch eigentlich nur ein Traum sein, oder? Richtig, denn die Realität sieht bekanntlich anders aus.
Dieses Interview im Anschluss an das Spiel gegen Hannover 96 (11. Spieltag – Dortmund gewann auswärts mit 4:0) konnte man bei “Zweiglers wunderbarer Welt des Fußballs” bestaunen. Jürgen Klopp, der Trainer des BVB, spricht die unschöne, fast schon grausame Wahrheit aus. Auf einem Niveau mit Eintracht Frankfurt und dem FSV Mainz 05 zu spielen geht echt nicht. Der Altersdurchschnitt ist natürlich ein großes Problem, denn immerhin ist der Torhüter Roman Weidenfeller schon jenseits der 29 und körperlich alles andere als fit, aber man kann ihn sich zum Glück noch “schön saufen”. Und irgendwie scheinen die Jungs auch gegen den Trainer zu spielen. Bei den Ergebnissen…
Einfach genial. Jürgen Klopp ist echt ein verdammt cooler Typ. Diese Antworten mit dieser Ernsthaftigkeit nach einem tollen Spiel zu geben… großartig. Damit hat er auf jeden Fall noch weitere Sympathien bei den Fans, die ihn eh schon lieben, hinzugewonnen. Wobei er am Freitag ja auch gezeigt hat, dass er durchaus eine andere Seite hat, die aber zumindest wahnsinnig emotional ist.
Aber eigentlich wollte ich doch auf das böse M-Wort hinaus. In Dortmund wird es nicht in den Mund genommen. Verantwortliche und Spieler reden nicht über Dinge, die erst im Mai 2011 spruchreif sein könnten. Nur stellt sich da die folgende Frage: Wie lang kann man das böse M-Wort noch vermeiden? Am Freitag haben zumindest die Fans auf der Südtribüne – sprich: die gelbe Wand – schon einmal vom M-Wort gesungen. Wann werden es die Verantwortlichen zum ersten Mal aussprechen?
Vielleicht ja wenn die Hälfte der Saison vorbei ist und man auf dem ersten Platz überwintert? Immerhin gilt dies aktuell bei dem Tabellenstand und den vergangenen Leistungen als sehr wahrscheinlich. Vielleicht sprechen sie aber auch erst davon, wenn man nicht 7, sondern 15 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten hat. Oder vielleicht erst am 33. Spieltag bei 10 Punkten Vorsprung.
Generell gesehen finde ich die Bescheidenheit beim BVB richtig gut. Von Spiel zu Spiel denken, keine Luftschlösser bauen und die “jungen Wilden” nicht abheben lassen. Alles gut. Aber: Wenn eine Mannschaft über ein Drittel der Saison hinweg so einen genialen Fußball spielt und der Tabellenstand so aussieht, wie er sich aktuell darstellt, dann sollte man die Saisonziele vielleicht doch ein wenig nach oben korrigieren. Heißt nicht, dass man das M-Wort aussprechen soll, aber vielleicht sollte man zumindest mal die Qualifikation für die UEFA Champions League auf einer Pressekonferenz als machbar deklarieren. Wobei ja eigentlich eh jeder weiß, dass das machbar ist. Also muss man es ja doch nicht direkt sagen… achja… schwieriges Thema.
Ich bin auf jeden Fall gespannt und warte mal ab, wann und ob ich aus den Mündern von Jürgen Klopp, Michael Zorc oder Hans-Joachim Watzke das M-Wort vernehmen kann.






schrieb am 14. November 2010
Ich gebrauche das “M”-Wort…aber hauptsächlich um meinen Schalke-Fan von Bruder zu nerven….
schrieb am 18. November 2010
@Bomel: Da kannst du ja auch mit dem A-Wort um dich werfen, was? Wobei ich persönlich ja finde, dass die Jungs aus Gelsenkirchen irgendwann da unten raus müssen. Der Ruhrpott soll möglichst stark sein… xD.