Eine Berührung mit dem Tod
Als ich vor einigen Tagen abends die Tageszeitung durchblätterte, stieß ich auf einen Artikel, dessen Inhalt man so und in ähnlicher Form – leider – sehr häufig zu lesen bekommt. Kurz und bündig zusammengefasst: Junger Dorstener verstarb bei einem Autounfall. Wie gesagt, eigentlich nichts besonderes, denn immer wieder kommen Menschen jeden Alters bei Verkehrsunfällen ums Leben. Aufgrund der Tatsache, dass im besagten Artikel kein Name genannt wurde, blieb der Tote für mich ein Mensch ohne Gesicht. Verständlicherweise waren meine Gedanken wenige Minuten später wieder woanders.
Wenn man dann plötzlich erfährt, dass es sich bei dem Toten um einen alten Bekannten handelt, wird einem schon ganz anders, denn in dem Moment bekommt der Tote ein Gesicht. Und damit verändert sich einiges. Als es mir erzählt wurde, wollte ich es erst einmal gar nicht glauben. “Kann doch gar nicht sein!” war mein erster Gedanke. Doch es wurde mehrfach bestätigt. Ein Schock.
In dem Moment musste ich daran denken, was ich mit diesem Menschen alles erlebt hatte. Ich kann mich noch daran erinnern, wie wir gemeinsam auf dem Super Nintendo “Teenage Mutant Ninja Turtles: Turtles in Time” gezockt und dem alten Shredder mächtig in den Arsch getreten haben. Oder daran, wie wir eine Zeit lang jeden Nachmittag mit einigen anderen zusammen auf einem nahe gelegenen Spielplatz Fußball gespielt haben. Oder daran, wie wir gemeinsam die ersten Pokémon-Spiele auf dem Gameboy durchzockten und uns gegenseitig Tipps gaben… eine spannende Zeit, die allerdings auch schon gut 15 Jahre und mehr zurückliegt. Ein Freund der Kindheit.
Die letzten Jahre haben wir nichts mehr voneinander gehört. Jeder ist seinen eigenen Weg gegangen und wollte andere Ziele erreichen. Vor einigen Wochen kam von ihm eine Freundschaftsanfrage bei Facebook. Ich nahm an. Und hin und wieder kommentierten wir auch gegenseitig unsere Status-Meldungen. Irgendwie war also wieder Kontakt da – oberflächlich und klein, aber vorhanden.
Und nun ist er bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Traurig. Ich möchte nun nicht mehr viel schreiben. Ruhe in Frieden!






schrieb am 22. Januar 2011
Es ist immer schwer einen bekannten Menschen ziehen zu lassen. Ich denke man soll sich über die Chance freuen diesen Menschen kennengelernt zu haben. Obwohl gerade dieser Gedanke schmerzt.
schrieb am 22. Januar 2011
@Äwe: Da hast du auf jeden Fall recht. Ich erinnere mich gerne an die Zeiten damals zurück. In den letzten Jahren hatten wir allerdings kaum noch miteinander zu tun. Daher kann ich nicht behaupten, dass mir nun etwas fehlt. Ich trauere mehr um die Zukunft, da sich in der letzten Zeit ja wieder die Chance auf mehr Kontakt ergab… und generell natürlich um den Menschen. War schon ein Schock… naja…
schrieb am 23. Januar 2011
Das kenn ich nur zu gut, etwas ähnliches ist mir auch vor einigen Tagen passiert: http://pirgofabrik.de/ich-erinnere-mich/
schrieb am 25. Januar 2011
@Torsten: Hey. Schön, dass du mich noch einmal auf den Text hingewiesen hast. Tolle Worte!
schrieb am 25. Februar 2011
Hm das ist echt hart ich kann dich gut verstehen es ist ein gefühl der Leere die aufeinmal da ist und man sich denkt wo hin damit.Was tun wie gehe ich damit um?Viele fragen und es ist für jeden selber der eigen Weg zu gehn um damit klar zu kommen.Ich spreche aus Erfahrung ich mache es noch durch im jahr 2006 verstarb meine Mutter.Und im jahr 2010 mein Vater es ist ein steiniger weg bis man es geschafft hat aber mit den richitgen menschen and deiner seite geht das leben irgendwie weiter.
schrieb am 2. März 2011
@Jennifer: Ich denke, dass unsere Situationen sich doch sehr stark voneinander unterscheiden. Und mein herzliches Beileid hast du natürlich auch. Es ist schon etwas anderes, ob eine Stütze weg bricht oder ein Mensch verstirbt, den man lange Zeit aus den Augen verloren hatte. Natürlich ist beides nicht leicht… aber naja… das Leben geht nun einmal weiter, nicht wahr?