Album des Moments: Joe Cocker – Hard Knocks

Da das musikalische ABC durchaus seine Grenzen hat, möchte ich mit dem “Album des Moments” eine neue Serie fest etablieren. Immer dann, wenn es sich anbietet, möchte ich ein Album besonders unter die Lupe nehmen und zu jedem Song ein paar Worte verlieren. So kann ich auch mal detaillierter auf eine einzelne Arbeit eingehen. Finde ich wichtig. Und will ich so machen. Und ich fange auch direkt damit an.
John Robert Cocker, der allen wohl eher als Joe Cocker bekannt ist, ist auf jeden Fall ein alter Hase im Musikgeschäft. Der Brite aus Sheffield veröffentlichte 1969 sein erstes Studioalbum. 41 Jahre später – im Jahr 2010 – brachte er mit dem hier vorzustellenden Album “Hard Knocks” sein bereits 22. Studioalbum auf den Markt.
Das Album erreichte den ersten Platz in den Deutschen Album-Charts. Auf der Insel und somit in seiner Heimat reichte es allerdings lediglich zu Platz 61. Schade. Das Album beinhaltet 10 Tracks bei einer Gesamtspieldauer von knapp 40 Minuten und ist somit relativ überschaubar gehalten. Aber dies tut der Qualität keinen Abbruch.
Bevor ich nun auf jeden Song einzeln eingehe, möchte ich noch ein paar Worte zum gesamten Werk verlieren, denn ich muss sagen, dass es in sich sehr stimmig wirkt. Es lädt geradezu dazu ein mehrfach hintereinander in einem Rutsch durchgehört zu werden. Es ist nicht aufdringlich, aber durchaus eindringlich. Und von Langeweile kann auf jeden Fall auch keine Rede sein. Meiner Meinung nach ist es auf jeden Fall ein richtig tolles Album. Gefällt mir. So… und nun… rein in die “Einzelkritik”.
1. Hard Knocks (3:23) – Dieser Song gibt dem Album seinen Titel… und ist zugleich der musikalische Einstieg. Und dieser Einstieg gelingt. Man bekommt gleich einen Vorgeschmack auf das, was einen in den nächsten 40 Minuten erwartet. Eine raue und dadurch so besondere Stimme gepaart mit einer Mischung aus Rock und Pop. Gefällt einfach. So darf ein Album beginnen.
2. Get On (3:28) – Mit “Get On” geht es dann gleich rockig weiter und Joe Cocker packt eine schnellere Gangart aus. Wer bei “Hard Knocks” noch nicht in Stimmung gekommen ist, der hat nun die nächste Chance. Und man sollte sie nutzen.
3. Unforgiven (4:14) – Nun kommen die ruhigeren Töne ans Tageslicht. “Unforgiven” ist langsamer als die ersten beiden Stücke. Aber hier wird auch eine Schaufel mehr Gefühl auf die Waagschale gelegt. Ein Song zum Nachdenken, zum Augenschließen und zum Träumen. Auf jeden Fall ein kleines Highlight.
4. The Fall (3:49) – Das Tempo zieht wieder ein wenig an, aber die Menge an Gefühl bleibt. “The Fall” habe ich bei den ersten Malen, die ich das Album durchgehört habe, gar nicht so wirklich wahrgenommen, doch mit der Zeit fand ich den Song immer besser… mittlerweile höre ich ihn wahnsinnig gerne, denn vor allem der Refrain geht einem einfach nicht mehr aus dem Kopf.
5. So It Goes (3:21) – Ruhig, leise, still, langsam… so geht es mit “So It Goes” weiter. Menschen kommen, Menschen gehen… so läuft’s. Dieser Song geht zwar durchaus unter die Haut, aber gefällt mir vor allem im Vergleich zu den bisher vorgestellten Songs nicht so gut. Ist wohl einfach weniger mein Fall. Dennoch eine gute Abwechslung und auch durchaus willkommen. Wird allerdings selten direkt ausgewählt, sondern läuft wenn dann nebenher.
6. Runaway Train (3:27) – Wenn dieser Song nebenher läuft, dann ertappe ich mich immer wieder dabei, dass mein Bein mit dem Takt wippt. Gutes Zeichen. Erneut wurde das Tempo angezogen und der “Runaway Train” bringt Bewegung. Dieser Song lebt aber vor allem von der Stimme Cockers, die hier einfach wie die Faust auf’s Auge passt. Besonderes Erlebnis.
7. Stay the Same (4:39) – In diesem Song ist eine Menge Wahrheit enthalten, denn ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Generell ist dieser Song einer meiner absoluten Lieblinge von diesem Album, da er einfach nur unter die Haut geht und Joe Cocker hier erneut viel Gefühl in seine Stimme legt. “Baby the more we try to change, baby the more we stay the same…”
8. Thankful (3:59) – Mein Highlight und absoluter Lieblingssong des Albums. Es ist einfach ein Song, der einem die Tränen in die Augen treibt. Er berührt, er nimmt mit, er verzaubert. “I’m thankful for breathing in the morning” lautet eine Textzeile. Und diese Zeile kann ich einfach nur unterschreiben. Ich bin auch ziemlich dankbar…
9. So (3:56) – Nach meinem absoluten Highlight geht es dann mit “So” weiter. Und zu dem Song muss ich nicht viel sagen, denn ich finde ihn schlichtweg gut.
10. I Hope (4:46) – Den Abschluss des Albums bildet der längste Song. Ein würdiges Ende, das das gesamte Machwerk gut abrundet. Allerdings ist dies auch der Punkt, an dem man sich noch ein paar weitere Tracks wünscht. Leider vergebens. Der Song selbst gefällt, aber ist bei mir nicht so hängen geblieben wie zum Beispiel “Thankful”, “The Fall” oder auch “Stay the Same”.
So. Damit habe ich sie alle durch. Und wie euch aufgefallen sein dürfte, gibt es meiner Meinung nach keinen Totalausfall auf diesem Album. Es ist eine solide Achterbahnfahrt, die Spaß macht. Übergeben muss man sich sicherlich nicht.
Abschließend würde mich natürlich auch eure Meinung interessieren, wenn ihr das Album kennt. Alle, die das Album nicht kennen, können ja mal bei Youtube oder so auf die Jagd nach einzelnen Songs gehen. Dürfte sich sicherlich etwas finden lassen. Und das Album kaufen wäre natürlich auch eine feine Sache. Macht sich sicherlich gut in jeder Sammlung. Soviel also von mir.





