
Gestern Abend ging es also wie angekündigt in “Sucker Punch”. Und jetzt gerade sitze ich hier vor dem Rechner, im Hintergrund läuft Daft Punk mit dem Soundtrack zu “Tron: Legacy” und ich überlege, was ich nun eigentlich zum gestern in Deutschland angelaufenen Werk von Zack Snyder, dem Macher von “300″ und “Watchmen”, schreiben soll.
Und um noch ein wenig Zeit zum Überlegen herauszuschlagen, gibt es nun erst einmal einen kleinen Einblick in das, was Snyder uns verkaufen beziehungweise erzählen will.
Missbraucht vom monströsen Stiefvater, mitschuldig am tragischen Tod ihrer Schwester, landet Baby Doll in einer psychiatrischen Anstalt, soll in fünf Tagen lobotomisiert und damit für immer ruhiggestellt werden. Um ihrer grausamen Realität zu entkommen, taucht das junge apathische Mädchen in die Welt ihrer Fantasie ab. Hier ist sie eine Fighterin, kämpft sie mit vier neuen Freundinnen gegen Zombies, Drachen und Cyborgs, müssen fünf Prüfungen bestanden werden, um aus der Anstalt in die Freiheit fliehen zu können.
Okay… das hätten wir dann schon einmal. Und dann schiebe ich direkt für die visuellen Effekte noch einmal den Trailer hinterher. Muss sein.
Nun aber zu meiner Meinung, die gespaltener nicht sein könnte, denn ich bin vollkommen hin und her gerissen. Im Vorfeld hatte ich bereits die Spiegel-Online Kritik gelesen, aus welcher ich kurz zitieren mag.
Der Action-Fantasy-Film “Sucker Punch” des umstrittenen “300″-Regisseurs Zack Snyder ist ein sexistisches, dämliches und lachhaftes Machwerk. Peinlichkeiten werden hier als Provokationen verkauft.
Nachdem ich die ersten 10 Minuten des Films gesehen hatte, blieb mir nichts anderes übrig als meinem Kollegen meine Gedankengänge mitzuteilen. “Irgendwie hat Spiegel-Online recht”, hörte ich mich selbst sagen. Doch war die Vorfreude auf den Film umsonst? Nein, denn irgendwie hat er mir dennoch richtig gut gefallen. Er ist ein purer Mix aus Gut und Scheiße, aus Meisterwerk und absolutem Müll.
Der Film ist anders und irgendwie besonders. Hier wird mit allem gearbeitet, was die Trickkiste hergibt. Wobei Zack Snyder wohl ein Fan von Zeitlupen, Großaufnahmen und schnellen Schnitten zu sein scheint. Man kommt sich vor als wäre Silvester. Ein Feuerwerk nach dem anderen wird hier entfacht. Dies gelingt meist ganz gut, aber scheitert auch hin und wieder kläglich. Über schauspielerische Leistungen möchte ich hier übrigens keine Worte verlieren… warum? Schaut ihn euch selbst an. Dann wisst ihr Bescheid.
Die kleineren Geschichten sind mit lauter Dingen angereichert, die man schon mal irgendwie gesehen hat. Immer wieder kamen mir Gedanken wie “Ah, das kennst du aus Film XY” in den Sinn. Schon leicht komisch. Als hätte er einfach alle möglichen coolen Filmszenen, die ihm so in den Kopf kamen, zu 4 Geschichten “verwurstet”. Hier wäre vielleicht ein wenig mehr “eigene”, neue Fantasie angebracht gewesen. Die musikalische Untermalung fand ich aber ganz klasse.
Merkt man, dass mir eigentlich ein wenig die Worte zum Beschreiben fehlen? Ja? Gut. Stimmt auch. Komme ich also einfach zum Ende und sage das, was als Fazit wohl am besten zu gebrauchen ist: Lachen konnten wir alle herzlich. Und so stand für uns fest: Wir sind gut unterhalten worden. Auftrag erfüllt. Anschauen sollte man sich den Film auf jeden Fall, wenn man die Gelegenheit dazu hat. Wenn man es nicht tut, dann verpasst man allerdings auch nicht sonderlich viel. Und ich glaube für diesen Film gilt eine Sache, die für keinen anderen Film in diesem Maße gilt: Man muss sich eindeutig selbst schauen und dann für sich ausmachen, was man von ihm hält…
Und solltet ihr Meinungen oder so zum Film haben, dann würde ich mich natürlich sehr darüber freuen, wenn ihr sie in den Kommentaren äußert… wäre sicherlich ganz interessant.
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Quelle des Zitats: kino.de