Warten können

Warten können. Geduldig sein. Manchen Menschen fällt das scheinbar unheimlich schwer. Ist mir zumindest heute mal wieder aufgefallen. Eine kleine Gruppe von 5 Leuten hat beim Bahnfahren den Anschluss verpasst, da der eine Zug aufgrund einer Kreuzung mit einem Güterzug Verspätung hatte. Zwei Minuten haben gefehlt. Warum ich das so genau weiß? Weil auch ich aus diesem Grund den Anschluss verpasst habe. Bedeutet: Warten war angesagt. Für mich kein Problem. Für andere Menschen scheinbar schon.

Da wurde gemeckert, es wurde geflucht, alle waren irgendwie sauer. Zumindest in den ersten Minuten. Dann schlug die Wut um in Nervosität. Alle liefen auf und ab oder zeigten ihre Nervosität durch andere Bewegungen. Keine Ruhe. Einige Minuten später: Resignation. Niedergeschlagenheit. Aber dennoch keine wirkliche Ruhe. Und plötzlich war das Warten vorbei. Die Fahrt ging weiter.

Ich verstehe gar nicht, wieso die Leute so wahnsinnig gestresst waren. Dadurch lief die Zeit immerhin nicht schneller. Und durch Fluchen kommt da auch keine Bahn vom Himmel gefallen, die sie dann an ihr Ziel bringt. Verschwendete Energie. Unsinnig. Meine Wenigkeit hat sich in Ruhe was gegessen, anschließend in die Sonne gesetzt und gelesen und nebenher noch Geschehnisse am Bahnsteig beobachtet. Völlig stressfrei.

Na gut, ich war auch mal anders. Früher ging mir das Warten auch immer auf den Keks. Warum das heute anders ist, weiß ich selbst nicht so genau. Ist aber auch gar nicht so sonderlich wichtig. Ich glaube aber, dass das auch damit was zu tun hat, dass ich in solchen Momenten einfach mal abschalten kann. Man kann ja nichts dran ändern. Und dann kann man die Zeit auch irgendwie nutzen. Abschalten ist besser als fluchen. Energie tanken. Den Kopf frei kriegen. Mal an Nichts denken. Gefällt.

Es ist übrigens auch immer total interessant, wie sich Leute im Wartezimmer beim Arzt benehmen. Da kann man auch verdammt viel beobachten. Und häufig merkt man: Warten fällt vielen wirklich richtig schwer. Wie geht es euch denn so, wenn ihr warten müsst?

Diskussion/Anmerkungen: 6 Kommentare

  1. Heuni
    schrieb am 10. Mai 2011

    Es kommt darauf an. Im ersten Moment ärgert es mich auch immer, wenn ich nicht geplant warten muss. Aber meistens ergibt sich immer etwas, was man tun kann.
    Warten an sich mag ich aber gar nicht. Bin aber keiner der rumläuft und meckert.

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  2. Jaqui
    schrieb am 10. Mai 2011

    Geht mir genauso wie dir, Maik. :) Ich kann das auch nicht so ganz verstehen, warum die Menschen sich dann aufregen. Klar ist es blöd wenn man durch einen verspäteten Zug oder ähnliches Termine verpasst – aber man kann es nun mal nicht ändern. Und erst Recht nicht durch fluchen…
    Also solange es “nur” ums Warten geht, bin ich da auch seeehr geduldig. Was mich nur etwas ärgert, ist, wenn man durch die Bahn mehr Arbeit hat. Z.B. wenn man durch komplett ausgefallene Linien den Ersatzverkehr nehmen und erst noch mal alles neu umplanen und raussuchen muss. Dann hat man nämlich am Ende mehr Stress als eigentlich vorgesehen. Wobei ich meinen Unmut dann auch nicht lauthals rausfluche… :)

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  3. Leeri
    schrieb am 10. Mai 2011

    Oh ich bin auch so eine Ungeduldige! Ich hasse es einfach, vor allem wenn darum geh auf öffentliche Verkehrsmittel zu warten. Man rechnet halt damit, dann und dann anzukommen, und dann kommt diese Bahn oder der Bus zu spät oder gar nicht, und man steht da, weiß nichts mit sich anzufangen (weil ich meistens auch kein Buch dabei habe, ich lese zwar gerne und meistens so dicke Schinken, die zu schwer zum mit sich rumschleppen sind) und ärgert sich, ja so eine bin :)

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  4. Kerstin
    schrieb am 10. Mai 2011

    Ich hasse warten. Auch wenn ich beim Bahnfahren umsteigen muss, nehme ich lieber eine Bahn, wo ich mich mit der Kippe dazwischen ein wenig beeilein muss, als mir so viel Zeit einzuräumen, dass mehr als eine Kippe drauf geht. Im allgemeinen rauche ich eh viel zu viel, wenn mir langweilig ist oder wenn ich warte. Das ist wirklich schlimm. ^^
    Was ich nicht leiden kann, sind Leute, die dauernd aufstehen und sich wieder setzen.. und wieder aufstehen und rumlaufen… und wieder setzen. Grauenvoll.^^ Oder die mit ihren Handys dann laute Musik oder nervige Töne abspielen!

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  5. Bomel
    schrieb am 11. Mai 2011

    Ich bekomme nur die Kriese, wenn die Verspätung auf die Unfähigkeit irgendwelcher Leute zurückzuführen ist. Was bei der Deutschen Bahn ja leider recht häufig ist^^

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  6. Lordy
    schrieb am 16. Mai 2011

    @Heuni: Im ersten Moment ist es ja auch ärgerlich, weil man direkt denkt, dass man Zeit verliert, doch meist kann man sie ja dennoch irgendwie so nutzen, dass es einem irgendwie nützt. Dann verfliegt ja auch der Ärger ;). Ich würde bei mir einfach sagen, dass ich es gewohnt bin hin und wieder zu warten xD.

    @Jaqui: Na, passt ja, wenn wir da recht ähnlich sind. Was das Thema umplanen und so angeht… das habe ich zum Glück nicht, wenn ich im Ruhrgebiet unterwegs bin, da ich hier quasi alle wichtigen und für mich relevanten Linien sehr gut kenne… da hab ich das alles im Kopf… anders sieht es natürlich aus, wenn ich nach Bonn, Düsseldorf oder Köln fahren will xD.

    @Leeri: Wie wäre es mit Hörbüchern? Oder diesen kleinen, gelben Reclam-Heftchen? ;)

    @Kerstin: Immerhin dröhnt aus den Handys mittlerweile Unheilig *lol*. Aber wir unterscheiden uns wohl deutlich, denn ich nehme immer die Verbindung, die etwas Spielraum lässt… dann muss man sich meist nämlich nicht aufregen, dass man den Anschluss verpasst :D.

    @Bomel: Naja, ich sehe das etwas anders. Die Bahn leistet meiner Meinung nach nämlich alles in allem großartige Arbeit. Mit der Meinung mag ich vielleicht ziemlich allein dastehen, aber naja…

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    Jahrgang 1986, Student an der Ruhr-Universität Bochum, wohnhaft in Dorsten, dauernd unterwegs, Serien-Junkie, Wii-Freak, Musik-begeistert und leidenschaftlicher BVB-Anhänger.

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