Die Elite braucht kein Motto – Gedanken an mein Abitur im Jahre 2007

In diesen Tagen geht mit den Klausuren und mündlichen Prüfungen zur Allgemeinen Hochschulreife für viele Schülerinnen und Schüler das Kapitel “Schule” dem Ende entgegen. Danach werden sie die unterschiedlichsten Wege bestreiten. Manche wird es an die Universitäten ziehen, andere werden ein freiwilliges, soziales Jahr beginnen, wieder andere werden sich von Praktikum zu Praktikum hangeln oder eine Ausbildung beginnen. Jahrelang war der Weg für diese Menschen starr vorgezeichnet, doch auf einmal stehen ihnen mehrere Türen offen. Sie müssen sich nur für eine Tür entscheiden und den Schritt hindurch wagen.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es mir ging, als die ersten Abitur-Klausuren geschrieben wurden. Und besonders gut kann ich mich an den Moment der Zeugnisübergabe erinnern. Da ging mir echt eine Menge durch den Kopf. Jahrelang hatte ich auf dieses Ziel hingearbeitet und dann war es geschafft. Freude und Wehmut mischten sich. Fragen schossen mir durch den Kopf. Wie geht es jetzt weiter? Klappt alles so, wie ich es mir wünsche? Oder muss ich einige Umwege gehen bis ich das finde, was mir wahrlich gefällt? Eine spannende Zeit. Eine mitreißende Zeit. Eine wichtige Zeit. In diesen Wochen und Monaten nach dem Abitur schlägt man einen Weg ein, der das eigene Leben deutlich prägt.
2007 habe ich mein Abitur gemacht. Mein Jahrgang war der erste in NRW, der sich mit dem Zentralabitur herumschlagen musste. Alle waren deshalb aufgeregt. Erfahrungswerte fehlten. Irgendwie war alles neu. Zweckoptimismus wurde verbreitet. Lehrpläne kurzerhand geändert. Manchmal kamen Zweifel auf. Zudem war meine Situation besonders schwierig, da ich mehrere Monate gefehlt hatte. Krankenhausaufenthalte, Operationen, Schmerzen. Aber allem zum Trotz durfte ich mir mein Zeugnis abholen. Viele hatten damit wohl nicht gerechnet. Kein Wunder… immerhin hatte ich mehr als ein halbes Jahr gefehlt. Aber ich hatte Mitschüler, die mir wahnsinnig geholfen haben. Dafür bin ich noch heute sehr dankbar. Und letztendlich war die Freude auch riesengroß.
Aber dann war da auch noch die Wehmut. Jahrelang war der Weg vorgezeichnet. Und Schüler sein ist gar nicht so schlecht, wie man immer glaubt, wenn man noch einer ist. Es ist eine tolle Zeit, eine recht “einfache” Zeit. Und man hat seine Freunde immer um sich. Doch dann ist es vorbei. Und plötzlich gehen alle ihre eigenen Wege. Und mit der Zeit bekommt man immer weniger von ihnen mit. Jedoch gehöre ich wohl zu den Glücklichen, die auch nach dem Abitur weiterhin mit den wichtigsten Personen in Kontakt stehen. Noch 4 Jahre nach dem letzten Schultag haben wir uns nicht aus den Augen verloren. Das ist gut. Hätte ich damals aber so nicht mit gerechnet. Tolle Sache.
Was wollte ich eigentlich genau loswerden? Ahja, genau. Es ist doch einfach toll, wenn man jedes Jahr auf’s Neue an diese doch recht interessante und prägende Zeit erinnert wird. Da kommen Gedanken hoch, die man monatelang nicht hat. Und ein Lächeln macht sich auf dem Gesicht breit. Und ich hoffe, dass es allen Schülerinnen und Schülern, die gerade ihr Abitur machen, in einigen Jahren genauso geht wie mir. In diesem Sinne…






schrieb am 14. Mai 2011
Die, die mein Abi gemacht hat, ist nun einfach verschwunden anstatt mein Leben für mich auf die Reihe zu kriegen – und du schreibst das alles, als sei das was Positives.
schrieb am 15. Mai 2011
Ich wusste jahrelang nicht was ich wollte. Bzw welchen Weg ich einschlagen sollte. In der Hauptschule wusste ich nur, ich brauch was besseres. In der Realschule dacht ich nur, ich will Abi! In der Fachoberschule dacht ich nur, und was machst du danach? Die FOS war wirklich eine harte Zeit, mit der man sich viele GEdanken über die eigene Zuknuft machen musste. Lange Zeit war mein Ziel: Studieren! Warum? Weil ich keine Ahnung hatte welchen Berufsweg ich einschlagen sollte. Und was studieren? Das war mir egal. Hauptsache ein paar jahre aufschieben. Jetzt, wo meine Ausbildung kurz bevor steht, bin ich froh doch den berufsweg gegangen zu sein. Studium wäre nichts fürm ich :/ irgendwo bin ich dann nämlich doch lernfaul. Ich wollte nur studieren, da ich nichts anderes kannte als eben lernen, lernen lernen und eben den SChulrhytmus. Wobei ich natürlich trotzdem sehr gerne an mein Abschlussjahr zurückdenke. Da hat man schon oft gelacht :) Und irgendwie vermisst man es schon sehr, doch irgendwie ist man auch froh das es vorbei ist und man zumindest (überwiegend) schöne Erinnerungen daran hat…
schrieb am 16. Mai 2011
[...] hat am gestrigen Nachmittag mit diesem Kommentar dafür gesorgt, dass hier die magische Grenze von 5000 Kommentaren geknackt wurde. Genial. Damit [...]
schrieb am 16. Mai 2011
@Vitali: Was soll ich dazu jetzt schreiben? ;)
@Sibel: Ich denke, dass es da ganz vielen anderen Jugendlichen genauso geht wie dir. Ich kenne auch ganz viele, die in der Jahrgangsstufe 12 noch keine Ahnung haben, was nach dem Abitur eigentlich passieren soll. Ist aber auch alles gar nicht so einfach, denn immerhin ist diese Entscheidung bei den meisten für die nächsten 40 Jahre ziemlich bindend. Und man will ja auch den Kurs nicht ständig korrigieren. Mich freut es aber, dass du jetzt für dich einen Weg gefunden hast, mit dem du glücklich bist :).