Vermisst du nicht hin und wieder die Schwarze Szene, Maik?

Vermisst du nicht hin und wieder die Schwarze Szene, Maik?

Diese Frage wurde mir vor wenigen Minuten von einem Bekannten gestellt, mit dem ich schon sehr lange nicht mehr gesprochen beziehungsweise geschrieben hatte. Und natürlich werden dann zuerst grundlegende Dinge ausgetauscht. Wie geht es dem Gegenüber? Was ist so in den letzten Wochen und Monaten passiert? Gibt es vielleicht interessante Neuerungen im Leben des Anderen?

Und nicht zuletzt muss man sich im Rahmen dieses Dialogs immer auch an die eigene Nase fassen, denn man muss ja auch von sich selbst erzählen, um die Neugierde des Anderen zu befriedigen. Was gibt es in meinem Leben Neues? Veränderungen? Und wie geht es mir gerade eigentlich und warum geht es mir so?

Im Laufe des Gesprächs kamen wir dann auch dazu, dass ich mit der Schwarzen Szene, die uns so lange verbunden hatte, nichts mehr zu tun habe. Vor mehr als zwei Monaten habe ich mich “offiziell” und für alle sichtbar von der Szene verabschiedet. Davor hatte ich mich über Monate hinweg eher still und leise davon gestohlen und meinen Abschied durch behutsame Distanzierung auf den Weg gebracht.

Nun wollte der Bekannte – wie oben bereits erwähnt – wissen, ob ich die Szene denn hin und wieder vermisse. Und da musste ich selbst erst einmal drüber nachdenken, denn bisher hatte ich in diese Richtung eigentlich keine Gedanken verschwendet. Nach ein paar Minuten antwortete ich dann mit einem einfachen und klaren “Nein” und mein Gegenüber war merklich überrascht. Wer will es ihm verübeln, hatte er mich schließlich kennengelernt als der Szene mit Leib und Seele angehörte.

Aber warum vermisse ich die Szene eigentlich nicht? Weil sie mir schon vor Monaten egal war? Ja, damit trifft man wohl einen Teil der Antwort. Aber eben nur ein Teil. Wahrscheinlich liegt dies auch daran, dass ich mich mit der Freiheit, die dieser “Austritt” mit sich brachte, einfach nur viel besser fühle. Oder auch an der Tatsache, dass es wahnsinnig spannend ist neue Wege zu gehen, sich neu zu entdecken, sich in eine andere Richtung zu entwickeln. Und es ist der Hammer, wenn man erneut in die Welt hinausgeht, neue Musik kennenlernt, neue Locations erlebt, neue und vor allem tolle Menschen in sein Leben treten lässt, die man als Teil der Schwarzen Szene vielleicht niemals kennengelernt hätte. Es ist der Blick über den Tellerrand. Naja, eigentlich ist es ja mehr der Sprung vom Tellerrand in eine neue Welt, der Gott sei Dank nicht in einer Arschbombe geendet ist.

Das Leben in der Schwarzen Szene war eine lange Zeit lang toll, aber jetzt… jetzt… jetzt ist das Leben so toll, wie es ist. Und ich verschwende keine Gedanken mehr an das, was mal war. Nein, ich vermisse die Schwarze Szene nicht. Auch nicht hin und wieder. Und auch kein kleines Bisschen.

Diskussion/Anmerkungen: 5 Kommentare

  1. Sibel
    schrieb am 30. Mai 2011

    Wow. Mit einem klaren nein hätte ich jetzt auch nicht von dir gerechnet. aber in deinem beitrag hast du es ja schön den grund/hintergründe erläutert :)

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  2. Leeri
    schrieb am 30. Mai 2011

    Ich hätt auch gedacht, dass du es vermisst…… Aber so ist es manchmal. Man braucht halt veränderungen erleben ^^

    Antworten
  3. alais
    schrieb am 30. Mai 2011

    toller beitrag, nicht nur auf die schwarze szene bezogen. Ich denke es ist in allen lebensbereichen mal ganz erfrischend andere wege zu gehen. Ich selbst habe in den letzen paar monate viele neue wege eingeschlagen die mich sehr beeinflusst haben. Ich denke wir sollten öfters mal den Mut haben abseits unserer gewohnheiten zugucken.

    LG

    Antworten
  4. Lordy
    schrieb am 30. Mai 2011

    @Sibel: Naja, ich habe ja vor einigen Monaten gemerkt, dass mich da echt nichts mehr hält und dass es mir ohne Szene besser gehen würde… und das hat sich voll und ganz bewahrheitet… und es fühlt sich super an. Und ich würde es immer wieder so machen ;). Aber ich habe das bei ein paar Freunden, die ebenfalls ausgestiegen sind, auch nicht so erwartet… also… ;)

    @Leeri: Ja, da hast du wohl vollkommen recht :).

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  5. Lordy
    schrieb am 30. Mai 2011

    @alais: Da kann ich dir nur absolut zustimmen. Es ist immer wichtig, dass man immer mal wieder den Blick über den Tellerrand wagt, denn manchmal verstecken sich dahinter wahrlich tolle Welten ;).

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Über Lordy

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