Thema Organspende: Ich bin für die Entscheidungslösung

Tausende Menschen in Deutschland warten auf ein neues Herz oder ein anderes Organ, welches ihnen das Leben rettet. Und viele warten vergebens. Auf der anderen Seite sterben Tausende in Deutschland und werden mit gesunden Organen beerdigt, die an anderer Stelle Leben retten könnten. Laut einiger Umfragen würden rund 70% einer Organspende zustimmen, doch besitzen nur 20% einen Organspendeausweis und kommen somit wirklich als Spender in Frage. Eine Situation, die von Ärzten und Kliniken schon lange angeprangert wird. Und die auch im Sinne der Wartenden geändert gehört. Und die Regierung soll es nun richten.
In meinem Portemonnaie befindet sich schon seit Jahren ein Organspendeausweis. Seit 2007. Ich gestatte also, dass nach der ärztlichen Feststellung meines Todes meinem Körper Organe und Gewebe entnommen werden. Und wie fühle ich mich dabei? Durchweg gut. Warum? Weil ich damit vielleicht auch nach meinem Tod noch einem anderen Menschen ein paar tolle Lebensjahre schenken kann. Was will man mehr?
Entscheidungslösung oder Widerspruchslösung lautet momentan die Frage in der Politik. Will man die Menschen in Deutschland einmal in ihrem Leben (zum Beispiel beim Beantragen eines neuen Personalausweises) fragen, ob sie bereit sind Organe zu spenden, damit sie sich damit auseinandersetzen, oder soll man beschließen, dass erst einmal alle Menschen potentielle Organspender sind bis sie amtlich ihren Widerspruch gegen eine Organspende eingereicht haben?
Ich bin für die Entscheidungslösung, die auch mehrheitlich favorisiert und somit wahrscheinlich auch durchgesetzt wird. Denn ich kann das Tabu um das Thema Tod einfach nicht verstehen. Der Tod gehört zum Leben. Also sollte man das auch in seine Gedanken einfließen lassen und sich mit solchen Fragen auseinandersetzen. Außerdem geht es bei der Frage nach der Organspende ja nicht nur um den Tod, sondern eben auch um Leben. Und die Entscheidungslösung sorgt zumindest dafür, dass diese Frage nach einer möglichen Organspende wenigstens einmal von außen an den Menschen herangetragen wird. Selbst wenn er das Thema für sich selbst und von allein nicht angeht. Es wird ihm nahe gebracht. Und das ist auch gut so. Vor allem, da die Regelung auch vorsieht, dass der Befragte sich einer Antwort verweigern kann. Dann ist er kein Organspender. Thema für die Person erledigt. Aber ich denke, dass viele zustimmen würden. Und vielleicht erreicht man irgendwann, dass von den 70%, die willens sind, auch eine große Anzahl als Organspender registriert wird. Wäre doch ein toller Erfolg.
Ungeachtet dessen, was die Politik in den nächsten Wochen verzapft: Macht euch mal Gedanken, entscheidet euch und solltet ihr bereit sein Organe nach eurem Tod zu spenden, dann holt euch so einen Ausweis (zum Beispiel hier) und füllt ihn aus. Dauert keine 3 Minuten.






schrieb am 29. Juni 2011
Ich habe auch einen. Ich finde es gut zu wissen das ich helfen kann, so das der Tod irgendwie nicht umsonst ist. (ui ich hoffe man versteht was ich meine) . Hinzu kommt das ich nicht meine Angehörigen damit belasten will entscheiden zu müssen.
schrieb am 29. Juni 2011
*thumbs up* Seit 2 Jahren ebenfalls im besitz!
schrieb am 29. Juni 2011
Ich habe auch einen, trotzdem frage ich mich ob ich mir unbedingt darüber Gedanken machen will, wenn ich einen neuen Personalausweis brauche?! Man sollte einfach noch mehr aufklären, z.B. beim Arzt, Erste-Hilfe-Prüfung, Schule…, da passt das Thema irgendwie besser und wird die Leute vermutlich auch eher überzeugen.
schrieb am 30. Juni 2011
@alais: Man versteht, was du meinst ;).
@Sibel: Gut so!
@StevieO: Es bieten sich ja auch andere Gelegenheiten an, um mit der Frage konfrontiert zu werden. Man kann es natürlich während der Oberstufe, Ausbildung, Weiterbildung, medizinischen Checks, Arztbesuchen etc. machen. Dies beim Beantragen des Personalausweises zu tun ist ja nur eine Möglichkeit, die in den Raum gestellt wurde. Generell finde ich die Lösung aber gut :).
schrieb am 1. Juli 2011
Ich habe auch schon seit längerem einen Organspendeausweis. Ich finde die Widerspruchslösung allerdings sinnvoller, wie sie zB in Spanien praktiziert wird.
In Deutschland wartet ein Spender ca. 3 Jahre auf ein Organ, in Ländern mit Widerspruchslösung nur 3 Monate. Für mich wäre die zur Zeit favoriserte Lösung nur der erste Schritt!
schrieb am 1. Juli 2011
@Michelle: Wahrscheinlich wäre eine Widerspruchslösung als zweiter Schritt denkbar, wenn die Entscheidungslösung schon eine Weile praktiziert wurde. Ansonsten kann ich mir das in Deutschland momentan nicht so recht vorstellen. ;)
schrieb am 2. Juli 2011
Vorstellen kann ich es mir auch nicht, leider.
Aber weiß jetzt schon was die Zukunft uns bringt, allein die Thematik ins Gespräch zu bringen ist einer großer Schritt in die richtige Richtung =)
schrieb am 2. Juli 2011
@Michelle: Das stimmt. Und mal schauen. Vielleicht erleben wir ja noch die Einführung der Widerspruchslösung ;).
schrieb am 9. Oktober 2011
[...] den Organspendeausweis online ausdrucken. Dafür entschieden haben sich schon der Ulf und auch der Maik haben sich dafür entschieden. Posted in Blog Tags: Hilfe für Menschen, Organspende, [...]
schrieb am 9. Oktober 2011
[...] erhöhen und dadurch Leben retten. Daniel von xyonline.de hat sich nun genauso wie Ulf und Maik einen Organspende Ausweis beschafft, und rettet dadurch [...]
schrieb am 13. November 2011
Ich habe seit 2005 schon einen. ISt auf jedenfall eine gute Sache.
schrieb am 13. November 2011
@jakub: Löblich, löblich. Gefällt mir!