Und dann war da noch diese Abstimmung, die vor allem durch ihre überaus gigantische Sinnlosigkeit glänzte.
Bisher kann ich diesen Tag durchaus als gelungen bezeichnen. Und das wird wohl auch noch heute Abend so sein. Ich war an der Uni, habe einige organisatorische Dinge erledigt und mich zudem sportlich betätigt. Alles super. Echt. Toller Tag. So weit, so gut.
Doch da gibt es diese eine Sache, die mich noch jetzt ein wenig staunen lässt. Heute morgen gab es während der Vorlesung eine Abstimmung. Es ging darum, ob um 8:15 Uhr oder um 8:30 Uhr gestartet werden soll. An der RUB ist es vor allem im Wintersemester häufig so, dass die ersten Veranstaltungen des Tages um 8:30 Uhr beginnen. Wegen den vielen Pendlern, dem schlechten Wetter und so weiter. Da wird sich eigentlich immer recht schnell und ohne Umschweife drauf verständigt. Natürlich werden die 15 Minuten, die vorn wegfallen, dann hinten an die Vorlesung dran gehängt. Vollkommen normal. Und war bisher auch in allen Veranstaltungen, die ich besucht habe, noch nie ein Problem.
Nun denn. Da gab es nun auf jeden Fall diese Abstimmung. Die Dozentin fragt: “Wer möchte, dass die Sitzungen ganz normal um 8:15 Uhr stattfinden?” Ein gutes Viertel der Teilnehmer zeigt auf. Dann die Gegenfrage: “Wer möchte, dass die Sitzungen erst um 8:30 Uhr stattfinden?” Drei Viertel der Teilnehmer zeigen auf. Die Mehrheit. Es scheint entschieden. Ich freue mich schon. Und auch in meinem näheren Umfeld wird diese Nachricht gut aufgenommen. Strahlende Gesichter. Eine gelungene, faire Abstimmung. Demokratie und so.
Doch dann erhebt sich ein Finger. Eine Kommilitonin wird aufgerufen und sagt, dass sie will, dass um 8:15 Uhr angefangen wird. Sonst würde sie es nicht in den nächsten Kurs schaffen, den sie danach besuchen will. Öh, ja. Interessantes Argument. Denn die RUB ist ja eine Campus-Uni und so. 15 Minuten reichen mir, um vom einen Ende zum anderen zu laufen, aber egal. Vielleicht hab ich auch nur den Vorteil, dass ich lange Beine habe und dadurch viel schneller bin oder so. Keine Ahnung. Auf jeden Fall passiert das Unfassbare. Die Dozentin reagiert wie folgt: “Okay. Dann fangen wir wie gewohnt um 8:15 Uhr an.” Ein Viertel der Teilnehmer freut sich, drei Viertel schlucken und sind sprachlos. Ich will ja nicht meckern und im Grunde ist mir das auch egal, aber wozu dann die Abstimmung?






schrieb am 13. Oktober 2011
Das ist wirklich sinnlos. Wenn man schon abgestimmt hat, sollte es doch dabei bleiben….
Aber cool, dass es bei euch nach hinten verschoben wird. Bei mir bin ich irgendwie fast die einzige, die pendelt, und auf sowas wird keine Rücksicht genommen.
schrieb am 13. Oktober 2011
Solche “Umfragen” kenne ich. Gut, bei mir waren es zwar kleinere Sachen wie z.B. bis wann die Hausaufgaben gemacht werden sollen wenn Prüfungen anstanden etc., aber da kann sogar 90% der Klasse für das eine sein, sobald sich eine einzige Person (na ja meist stimmt die beste Freundin da ja auch für sie mit), negativ darüber äußert und einen (von sich aus) logischen Grund nennt, entscheidet der Lehrer zu gunsten der Schülerin. Da war auch nur ein fettes Fragezeichen über unseren Köpfen zu sehen..
schrieb am 15. Oktober 2011
@Leeri: Selbst die, die nicht pendeln, sind meist für ein Verschieben, weil sie dann 15 Minuten länger pennen können. Das Pendeln ist da meist ein vorgeschobener Grund… bei vielen xD.
@Sibel: Dann ist das ja jetzt hier quasi geteiltes Leid :D.
schrieb am 18. Oktober 2011
Schlimm. Ist glaube ich sowas, wie eine Uni-Krankheit. Auch Köln und meine FH ist da nicht von befreit und ja, auch bei mir geht es um die Zeit. Irgendeiner (komischerweise oft der gleiche Komilitone) zeigt auf und sagt, dass es ihm aus unempfindlichen und mir vollkommen “egalen” Gründen nicht passt. Schwubs, weg mit der demokratischen zwei Drittelmehrheit, oder gar der Mehrheit an und für sich. Alles nach dem was der sagt, dem das nicht passt, oder wie?
Dazu eine Anekdote aus der Pflegerausbildung eines Freundes:
“Ok, also haben wir 10 Ja-Stimmen, 4 Nein-Stimmen und 7 Enthaltungen. Also hat Nein gewonnen, denn die Enthaltungen kann man ja nicht zu den Ja-Stimmen zählen und die haben damit keine Mehrheit.” -.-
schrieb am 22. Oktober 2011
@Bomel: Irgendwie ist es “schön” zu hören, dass man solche Dinge nicht alleine erlebt. Und auf der anderen Seite natürlich absolut erschreckend… hm… blöd.