J. Edgar

J. Edgar Hoover war einer der wichtigsten, mächtigsten und einflussreichsten Menschen des 20 Jahrhundert. Gründer und langjähriger Direkter des Federal Bureau of Investigation, des FBI. Durch seine Ideen wurde die Strafverfolgung revolutioniert.

Diesem Charakter widmet sich Clint Eastwood in seinem Film “J. Edgar”, der seit gut einem Monat in den deutschen Kinos läuft. In den Hauptrollen: Leonardo DiCaprio als J. Edgar Hoover, Armie Hammer als dessen Stellvertreter Clyde Tolson und Naomi Watts als Hoovers Sekretärin.

Bevor ich nun ein paar Worte zum Film selbst sage, gibt es wie immer eine kleine Zusammenfassung und den Trailer.

J. Edgar Hoover ist ein schwieriger Charakter, der in seiner 50 Jahre währenden Karriere einerseits als Musterbild für Gesetzessinn und Moralität gilt, anderseits kontrollsüchtig, egozentrisch, erpresserisch und rassistisch ist. Er revolutioniert die kriminalistische Spurensicherung, sammelt zugleich ein geheimes Aktenarsenal an, mit dem er die mächtigsten Politiker erpresste. Sein Assistenzdirektor Clyde Tolson ist ihm tief ergeben, doch Hoover unterdrückt seine homosexuellen Neigungen.

Quelle: kino.de

YouTube Preview Image

Dass Clint Eastwood sein Handwerk versteht, merkt man diesem Film in jeder einzelnen Minute an. So schafft er es auf eine großartige Weise, gesicherte Fakten und Spekulationen um J. Edgar Hoovers Leben zusammenzubringen und sie zu einer Einheit werden zu lassen. Es erscheint ein schlüssiges Gesamtbild, das allerdings nicht in jeder Facette für wahr gehalten werden sollte, denn irgendwo bleibt doch alles Fiktion. Sehr realistisch wirkende Fiktion.

Die Geschichte folgt keinem chronologischen Verlauf, sondern besitzt eine sehr sprunghafte, manchmal leicht verwirrende Erzählstruktur. Im einen Moment geht es um die Gründungstage des FBI, im nächsten um Hoovers letzte “Schlacht”. Da muss man schon am Ball bleiben, weil man auch nicht durch Orts- oder Zeitangaben unterstützt wird.

Leonardo DiCaprio vollbringt als J. Edgar Hoover eine Meisterleistung. Nicht allein deshalb, weil er ihn sowohl als jungen Mann, als auch als 77-jährigen Greis spielt. Hier wurde in Sachen MakeUp wirklich ordentliche Arbeit geleistet. DiCaprio schafft es zudem , dass man ihm die Rolle ohne jeden Zweifel abnimmt. Und am Ende weiß man gar nicht, ob man J. Edgar Hoover nun bewundern oder bemitleiden soll. Tolle Leistung.

Was kann man noch sagen? Mir gefällt der Stil des Films. Farbreduziert. Musikalische Untermalung durch ein Piano. Alles wirkt passend, alles wirkt stimmig. 2 tolle Stunden Film, die man sich auf jeden Fall antun sollte. Was dann auch schon quasi mein Fazit wäre. Der Film ist absolut sehenswert. An zwei, drei Stellen ein wenig “langatmig”, aber generell einfach nur großartig. Eben ein echter Clint Eastwood.

21. Februar 2012

8 Kommentare

Sonja
schrieb am 21. Februar 2012

Ein “echter CLint Eastwood” ist für mich dann wohl auch ein Must See. Steht auf meiner Watch List :D

Moon
schrieb am 21. Februar 2012

Ich bin sehr gespannt auf den Film.

Clintwood und DiCaprio allein reichen schon, aber zusammen – muss ich sehen!

Willems
schrieb am 21. Februar 2012

Und was würdest du an Punkten vergeben?

Lordy
schrieb am 21. Februar 2012

@Sonja: Bin schon auf deine Meinung gespannt xD.

@Moon: Auch deine Meinung darfst du mir danach gerne zusehen xD.

@Willems: Also… bei Letterboxd habe ich dem Film 5 von 5 Sternen gegeben. Allerdings bin ich absolut kein Fan von Punkte vergeben. So irgendwie. Nun denn. Sollte man sich aber auf jeden Fall ansehen ;).

Willems
schrieb am 21. Februar 2012

Ok, jeder wie er will. Ich war auf jeden Fall auch begeistert, nicht so wie du aber dennoch. Was ich aber auf keinen Fall verstehen kann, dass der Film keine Oscarnominierung bekommen hat. Fürs MakeUp hätte er diesen verdient!

Lordy
schrieb am 21. Februar 2012

@Willems: Mich hat wahrscheinlich die Thematik gepackt, denn die Geschichte des FBI habe ich privat auch schon mal genauer “aufgearbeitet”. Und dann passt so ein Film natürlich wie die Faust auf’s Auge. Und was die Oscarnominierung angeht: Word!

maloney
schrieb am 22. Februar 2012

Jap fand ihn auch ziemlich gut…abedr war für einen Eastwood ja nicht anders zu erwarten!

Lordy
schrieb am 28. Februar 2012

@maloney: Da hast du auf jeden Fall recht!

Kommentar schreiben

Zusätzliche Informationen

Wenn du neben deinem Kommentar ein eigenes Avatar anzeigen lassen möchtest, dann musst du dich nur mit deiner E-Mail-Adresse, die du zum kommentieren nutzt, bei Gravatar.com anmelden.

Wenn ein gesendeter Kommentar nicht gleich zu sehen ist, dann muss er erst manuell freigeschaltet werden. Dies geschieht so schnell wie möglich.

Über Lordy

Jahrgang 1986, Student an der Ruhr-Universität Bochum, wohnhaft in Dorsten, dauernd unterwegs, Serien-Junkie, Wii-Freak, Musik-begeistert und leidenschaftlicher BVB-Anhänger.

Soziale Netzwerke / Kontakt

Facebook (Lordy)Facebook (Blog)Twitter
SpotifyLast.fmE-Mail

♥-Blogs

BastiMareikeLeeriZeitzeuginSibel
VorstadtprinzessinConsuelaOwleySascha
SymmUliChrizFlügelJakubJulia
beetFreeQ

Letzte Kommentare

Lordy: "@Flügel: Ich behaupte einfach mal, dass das damals nur an wenigen vorbeigegangen ist ;)."
Flügel: "Oh ja .. das Lied kenne ich ja auch. Ist wirklich ganz nett :)"
Lordy: "@maloney: Aber auch nur irgendwie fast ;)."
maloney: "Ist mir irgendwie fast zu melancholisch"

Blog-Suche

Sonstiges

ArchivRSS-FeedImpressumCC-Lizenz