
J. Edgar Hoover war einer der wichtigsten, mächtigsten und einflussreichsten Menschen des 20 Jahrhundert. Gründer und langjähriger Direkter des Federal Bureau of Investigation, des FBI. Durch seine Ideen wurde die Strafverfolgung revolutioniert.
Diesem Charakter widmet sich Clint Eastwood in seinem Film “J. Edgar”, der seit gut einem Monat in den deutschen Kinos läuft. In den Hauptrollen: Leonardo DiCaprio als J. Edgar Hoover, Armie Hammer als dessen Stellvertreter Clyde Tolson und Naomi Watts als Hoovers Sekretärin.
Bevor ich nun ein paar Worte zum Film selbst sage, gibt es wie immer eine kleine Zusammenfassung und den Trailer.
J. Edgar Hoover ist ein schwieriger Charakter, der in seiner 50 Jahre währenden Karriere einerseits als Musterbild für Gesetzessinn und Moralität gilt, anderseits kontrollsüchtig, egozentrisch, erpresserisch und rassistisch ist. Er revolutioniert die kriminalistische Spurensicherung, sammelt zugleich ein geheimes Aktenarsenal an, mit dem er die mächtigsten Politiker erpresste. Sein Assistenzdirektor Clyde Tolson ist ihm tief ergeben, doch Hoover unterdrückt seine homosexuellen Neigungen.
Dass Clint Eastwood sein Handwerk versteht, merkt man diesem Film in jeder einzelnen Minute an. So schafft er es auf eine großartige Weise, gesicherte Fakten und Spekulationen um J. Edgar Hoovers Leben zusammenzubringen und sie zu einer Einheit werden zu lassen. Es erscheint ein schlüssiges Gesamtbild, das allerdings nicht in jeder Facette für wahr gehalten werden sollte, denn irgendwo bleibt doch alles Fiktion. Sehr realistisch wirkende Fiktion.
Die Geschichte folgt keinem chronologischen Verlauf, sondern besitzt eine sehr sprunghafte, manchmal leicht verwirrende Erzählstruktur. Im einen Moment geht es um die Gründungstage des FBI, im nächsten um Hoovers letzte “Schlacht”. Da muss man schon am Ball bleiben, weil man auch nicht durch Orts- oder Zeitangaben unterstützt wird.
Leonardo DiCaprio vollbringt als J. Edgar Hoover eine Meisterleistung. Nicht allein deshalb, weil er ihn sowohl als jungen Mann, als auch als 77-jährigen Greis spielt. Hier wurde in Sachen MakeUp wirklich ordentliche Arbeit geleistet. DiCaprio schafft es zudem , dass man ihm die Rolle ohne jeden Zweifel abnimmt. Und am Ende weiß man gar nicht, ob man J. Edgar Hoover nun bewundern oder bemitleiden soll. Tolle Leistung.
Was kann man noch sagen? Mir gefällt der Stil des Films. Farbreduziert. Musikalische Untermalung durch ein Piano. Alles wirkt passend, alles wirkt stimmig. 2 tolle Stunden Film, die man sich auf jeden Fall antun sollte. Was dann auch schon quasi mein Fazit wäre. Der Film ist absolut sehenswert. An zwei, drei Stellen ein wenig “langatmig”, aber generell einfach nur großartig. Eben ein echter Clint Eastwood.


schrieb am 21. Februar 2012
Ein “echter CLint Eastwood” ist für mich dann wohl auch ein Must See. Steht auf meiner Watch List :D