Die FIFA Frauen-WM 2011 in Deutschland ist in vollem Gange. Jahrelang wurde der Frauenfußball nur belächelt. Doch diese Zeiten sind – so scheint es – endgültig vorbei. Der Frauenfußball hat ein neues Level erreicht! Gilt vor allem für die Präsenz in den Medien. Die öffentlich-rechtlichen TV-Sender übertragen alle Spiele der Weltmeisterschaft live. Mit teilweise gigantischen Quoten. Fast 17 Millionen sollen das letzte Gruppenspiel der deutschen Mannschaft gegen Frankreich gesehen haben. Auch die Titelblätter der Zeitungen sind mit Artikeln zur Frauen-WM geschmückt. Die Auslastung der Stadien ist beeindruckend. Alle Spiele der deutschen Mannschaft sind restlos ausverkauft. Gigantisch. Es geht eindeutig aufwärts.
Die Organisatoren der WM haben einen tollen Job gemacht. Alle sind begeistert. Verantwortliche, Spielerinnen, Zuschauer. Es scheint ein neues Sommermärchen zu werden, wenn die deutsche Mannschaft weiter durch das Turnier marschiert. Und es ist den Frauen zu wünschen. Auch ich schaue, wenn nichts dazwischenkommt, jedes Spiel und fiebere ordentlich mit. Ehrensache!
Allerdings bringt dieser ganze Trubel natürlich auch negative Dinge mit sich. So hätte es vor dieser Frauen-WM nie ein Spiel der deutschen Damen gegeben, bei dem die Zuschauer zur Halbzeit die dargebotene Leistung mit Pfiffen quittieren. Und auch ein Formtief, wie es gerade Birgit Prinz erlebt, wäre natürlich vor Wochen noch nicht so in den Medien breitgetreten worden. Alles neu, alles spannend, aber auch mit einem kleinen und sicherlich faden Beigeschmack. Der Lohn der Aufmerksamkeit, so scheint es. Irgendwie komisch. Aber wohl auch normal. Lassen wir das…
Es gab bisher schon viele tolle Tore und einige werden sicherlich in den nächsten Spielen noch folgen. Beispiele gefällig? Da…
Und dann gab es da auch noch diese Momente, die für immer unvergesslich bleiben. Einen habe ich mal rausgesucht und so mancher wird schon ahnen, was nun folgt. Zugetragen hat sich das Ganze im Spiel zwischen Australien und Äquatorialguinea. Unglaublich.
Die Australierinnen im Angriff, eine Flanke von links, der Ball wird direkt aufs Tor geschossen, Pfosten… und dann nimmt eine Feldspielerin aus Äquatorialguinea den Ball einfach so für 2 bis 3 Sekunden in die Hand und es passiert nichts. Kein Pfiff, keine Unterbrechung, kein Elfmeter und das Spiel geht (ACHTUNG!) mit einem Abstoß der Torhüterin weiter. Was bitte hat da die Schiedsrichterin gemacht? Unfassbar. Wer da die größte Pfeife auf dem Platz war steht eindeutig fest. Ich konnte in dem Moment nur mit dem Kopf schütteln. Und ich gehe jetzt nicht auf diese leidige Schiedsrichterinnen-Diskussion ein, denn da sind die Männer ja auch nicht so viel besser. Und irgendwie sind es ja manchmal auch die Fehler, die eine Sache sympatisch machen. Findet ihr nicht auch?