Das Massaker von Katyn

Bei dem Massaker von Katyn handelt es sich um ein Verbrechen der Sowjetunion, das im Frühjahr 1940 in der Nähe von Katyn stattfand. Mehrere Tausend polnische Offiziere wurden auf Weisung Stalins getötet – per Kopfschuss. Die Offiziere waren während der Besetzung Ostpolens durch die Rote Armee nach der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Paktes im September 1939 in sowjetische Gefangenschaft geraten. Darauf folgte die Verlegung in sowjetische Lager und wenig später der Massenmord. Die Leichen wurden dann in Massengräbern verscharrt. Diese Gräber wurden 1943 von der Wehrmacht aufgefunden und zu Propagandazwecken gegen die Sowjetunion genutzt. Im besetzten Krakau wurden durch die Lautsprecher Listen mit den identifizierten Todesopfern verlesen. Die polnische Exilregierung brach die Beziehungen zur Sowjetunion ab. Stalin stritt ab, dass die Sowjetunion für den Massenmord an den polnischen Offizieren – Polizisten und Intellektuellen – verantwortlich wäre und schob diese Taten dem Dritten Reich zu. Lange Zeit war es danach in Polen bzw. im gesamten Ostblock nicht möglich die Wahrheit auszusprechen, wenn man nicht in ernste Probleme geraten wollte.
Aber nun kommen wir erst einmal an ein Ende dieser Geschichtsstunde. Im September 2007 wurde der Film “Das Massaker von Katyn” (im Original: “Katyń”) des polnischen Regisseurs Andrzej Wajda in den deutschen Kinos gezeigt. Dabei handelt es sich um einen Film über eben das beschriebene Massaker. Zudem basiert er auf dem Buch “Post mortem – The Katyn Story” von Andrzej Mularczyk. Der Film wurde 2008 für den Oscar in der Kategorie “Bester fremdsprachiger Film” nominiert. Und ich hatte am Wochenende das Glück und konnte mir den Film anschauen. Da sich der Film an die historischen Ereignisse hält, ist natürlich nun schon ein Stück der Handlung vorweggenommen. Aber dennoch soll nun auch noch eine kleine Einblick in den Inhalt gegeben werden, da sich der Film vor allem mit persönlichen Schicksalen auseinandersetzt…
Die Polin Anna und mit ihr zahlreiche andere Frauen fragen sich, was mit ihren im Krieg verschollenen Ehemännern, Vätern und Söhnen passiert ist. 12.000 Offiziere wurden 1940 im Wald von Katyn von Sowjets hingerichtet. Die Russen bezichtigen jedoch aus Propagandagründen die Nazis des Massakers. Anna hat noch Hoffnung, weil ihr Mann Andrzej nicht auf der Todesliste von Katyn auftaucht – wegen eines Irrtums. Denn Andrzej trug bei seinem Tod den Pullover seines Freundes Jerzy, der nach dem Krieg zurückkehrt.
Grundsätzlich ist noch zu sagen, dass dies nicht der einzige Handlungsstrang ist. Aber es ist einer der Wesentlichen. Der Film zeigt meiner Meinung nach auf atemberaubende Weise was sich damals zugetragen hat. Die Geschichte wird an dieser Stelle lebendig – gar nicht mal so verkehrt im Gedenken an die Offiziere, die zu Kriegsgefangenen und Opfern wurden, obwohl sie nicht einmal gekämpft hatten. Die Atmosphäre ist drückend, Hoffnung gibt es kaum. Ein Schlag folgt dem nächsten. So war es damals wohl auch für die Menschen, die dies erlebten. Durchatmen konnte man nicht… und auch der Film geht in diese Richtung.
Zwar ist er Anfangs, wenn der Blick vor allem auf den Frauen und Familien der Offiziere haftet, eine Spur zu “aufgebläht”, aber das nimmt mit der Zeit doch eindeutig ab. Die Kriegsleiden werden sichtbar, sind spürbar. Der Film reißt mit.
Eine Zäsur begehen die letzten 15 Minuten, die das Massaker in aller Grausamkeit noch einmal auferstehen lassen. Gänsehaut ist vorprogrammiert. Der Massenmord wird nicht nur angedeutet, sondern er wird auch gezeigt. Dadurch entwickelt sich natürlich eine ganz besondere Atmosphäre, die einfach nur beklemmend ist. Es wird die Maschinerie gezeigt, die hier dafür sorgt, dass tausende Menschen den Tod finden. Schrecklich. Aber solche Bilder zeigen erst die ganze Brutalität und das ganze Ausmaß. Sie wirken beeindruckend… aber sie beeindrucken im negativen Sinne. Fassungslosigkeit greift um sich. Eines ist sicher: Das Ende hat es in sich. Mehr kann ich dazu gar nicht schreiben…
Meiner Meinung nach handelt es sich um einen sehr guten Film, der verdient für einen Oscar nominiert wurde. Ich kann nur jedem empfehlen sich diesen Film einmal anzuschauen, da er wirklich einen sehr guten Einblick in diese Zeit gewährt. Und für alle, die nun ihr Interesse für den Film gefunden haben, gibt es zum Abschluss dieses Artikels noch einen Trailer zum Film.
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Quelle des Zitats: kino.de





Hier schreibt Lordy, Jahrgang 1986, männlich, Single, Student der Geschichtswissenschaft und kath. Theologie an der Ruhr-Universität Bochum, wohnhaft in Dorsten (nördliches Ruhrgebiet), Gothic, abenteuerlustig, dauernd unterwegs, Serien-Junkie, Wii-Freak, Wrestling-Fan, Twitter-süchtig und BVB-Anhänger. 



