Heute vor 50 Jahren: Der Beginn des Mauerbaus

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Heute vor 50 Jahren, am 13. August 1961, wurde auf Befehl der DDR-Führung unter Walter Ulbricht, nachdem es aus Moskau grünes Licht gab, mit dem Bau der Berliner Mauer begonnen. Das nicht zu überbietende Symbol für die Teilung Berlins und Deutschlands. Als die Menschen morgens aus ihren Betten stiegen, war die Grenze schon beschlossene Sache. Unter Schock mussten sie mit ansehen, wie Stacheldraht gezogen und Stein auf Stein gemauert wurde. Ein Erlebnis, das sich in die Erinnerungen der Menschen brannte. Familien, Liebende und Freunde wurden auseinander gerissen und blieben für lange 28 Jahre, 10680 Tage, getrennt.

Es muss ein besonders schlimmes Gefühl gewesen sein diesen Tag bewusst zu erleben. Viele hatten freilich mit einer Grenzschließung gerechnet, doch als es dann passierte, war man wohl doch nicht so unbedingt darauf vorbereitet. Zumal auch die Reaktion aus dem Westen ausblieb. John F. Kennedy war die Mauer wohl lieber als ein Krieg. Auch wenn diese Mauer für viele Menschen zu erheblichen Einschränkungen oder gar zum Tode führte. Denn mit der Zeit wurde die Mauer zu einer fast perfekt funktionierenden Todesfalle für all diejenigen, die in den Westen flüchten wollten.

Großes Unrecht war den Deutschen widerfahren. Ein Unrecht, das allzu oft viel zu leicht hingenommen wurde. Und darum ist es wichtig, dass man an einem Tag wie diesem an das Unrecht und die Toten erinnert. Ein Gedenktag. Die Mauer, ein trauriges Kapitel in der Geschichte Deutschlands und freilich auch in der Geschichte Berlins.

Zitat aus der Geschichte #1

Ich habe vor kurzem in einem Artikel ein sehr interessantes Zitat gefunden, das ich euch hier kurz präsentieren will. Habe ich in Zukunft übrigens öfter vor. Ob ich es dann am Ende auch mache, steht allerdings wieder auf einem anderen Blatt.

Das Zitat bezieht sich auf die Zeit des Zweiten Weltkriegs. In den USA entwickelten Wissenschaftler die erste Atombombe in Kooperation mit den Briten. Die Sowjetunion wurde von diesen Geschehnissen ausgeschlossen, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt mit den USA und Großbritannien verbündet war. Und da die Forschungen in der Sowjetunion bei weitem nicht so weit voran geschritten waren wie die der westlichen Alliierten, versuchte man die fehlenden Erkenntnisse durch Spionage zu gewinnen, um so Schritt halten zu können. Und Anatoli A. Yakovlev, einer der sowjetischen Spione, die in den USA tätig waren, äußerte sich einige Jahre nach dem Krieg wie folgt in der russischen Tageszeitung Prawda zu den Vorkommnissen:

Damals, in den schlimmen 40er Jahren, waren wir die Alliierten der USA im Krieg gegen das faschistische Deutschland und anschließend auch gegen Japan. Als Alliierte hätten die amerikanischen Behörden die Informationen über die Bombe mit uns teilen müssen. Wir hatten einen moralischen Anspruch darauf. Aber sie haben akribisch darauf geachtet, sogar die bloße Existenz ihrer Arbeiten vor uns zu verbergen. Daher sollte man die Aktivitäten unserer Geheimdienste nicht als Spionage bezeichnen, sondern eher als ein Versuch den amerikanischen Behörden zu helfen ihr Versehen zu korrigieren.

Ist doch auf jeden Fall eine sehr interessante Sicht der Dinge, oder?

Rückkehr in eine fremde Heimat – Kriegsheimkehrer nach 1945

In den letzten Tagen habe ich viel über das Schicksal derer nachgedacht, die nach 1945 als Kriegsheimkehrer zurück in ihre Heimat kamen – eine Heimat, die ihnen wohl sehr fremd gewesen sein muss, da sie nicht mehr so war, wie sie sie verlassen hatten. Hier eine von vielen möglichen Geschichten:

Ein 18-jähriger Mann bekommt Mitte 1942 die Nachricht, dass er in wenigen Wochen an die Ostfront versetzt wird. Seine Freundin, mit der er schon über ein Jahr glücklich ist, ist schwanger – im vierten Monat. Sie entschließen sich zu heiraten – so schnell es geht. Er will leben, denn wer weiß, was der Kampf gegen die Rote Armee bringen wird. Angst herrscht vor, obwohl die Wehrmacht für ihn nach wie vor als unbesiegbar gilt. Im Dritten Reich werden die Soldaten zu Helden ernannt. Man ist etwas besonderes.

Im Anschluss an die Hochzeit beginnt sein Einsatz an der Front – einen Monat vor der Geburt seiner Tochter, seines ersten Kindes. Während erbitterte Kämpfe toben, sind die Gedanken an seine Familie der einzige Halt. Nach der Schlacht von Stalingrad läuft es für die Wehrmacht nicht mehr sonderlich gut. Der Mythos der Unbesiegbarkeit bröckelt – auch in seinem Kopf.

Etwas über ein Jahr nach dem Beginn seines Fronteinsatzes gerät er in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Immerhin ist er nicht tot. Damit ist er dem Schicksal, das drei seiner besten Freunde ereilt ist, entkommen – vorübergehend. Das Leben als Kriegsgefangener ist kein Zuckerschlecken. Und die Chance auf eine Heimkehr ist nicht vorhanden. Wiederaufbau der zerstörten Gebiete soll durch die Gefangenen geleistet werden. Die Bevölkerung leidet unter einer schlechten Versorgungslage. Für die hart arbeitenden Gefangenen bleiben nur Notrationen. Die einst so stolzen Soldaten zerbrechen in den folgenden Monaten – körperlich ebenso wie seelisch. Der Wunsch nach einer vernünftigen Mahlzeit verdrängt alle anderen Gedanken aus den Köpfen der Männer.

Erst Mitte der 50er Jahre endet dieses Leben und macht Platz für ein Neues – in der Heimat. Mit den Entlassungspapieren in der Hand geht es in die Deutsche Demokratische Republik. Nach der Erstversorgung wird er wieder in den Ort – in der Bundesrepublik Deutschland – gebracht, den er vor rund 12 Jahren verlassen hatte. Auf der Fahrt dorthin wird die Zerstörung sichtbar, die der Krieg über Deutschland gebracht hatte. Vieles sieht anders aus und wurde schon wieder aufgebaut, aber es sind auch noch Trümmer sichtbar.

An der eigenen Haustür angekommen, betätigt er die Türklingel. Ein fremdes Pärchen macht auf und sagt, dass seine Frau samt Kind nicht mehr hier wohnt. Sie sei zu ihren Eltern gezogen. Auf diese Nachricht folgt noch die Nächste, denn das Pärchen hat noch mehr zu berichten. Es teilt ihm mit, dass seine Eltern, die im Haus nebenan gewohnt hatten, bei einem Bombenangriff auf die örtliche Kirche gestorben seien. Der erste Verlust und ein schwerer Schlag. Der einzige Trost: Frau und Kind leben wohl noch.

Also geht die Heimkehr weiter. Nach einiger Suche wird er fündig. Wenige Minuten später kann er seine Frau umarmen. Sie hatte nicht mehr an seine Rückkehr geglaubt, aber immer darauf gehofft. Damit hat er Glück, denn sie hätte sich auch für einen Neuanfang ohne ihn entscheiden können, denn sie wusste ja nicht, dass er noch lebte.

Nun fällt der Blick auf seine Tochter. Sie ist groß geworden. Er hat ihre gesamte Kindheit verpasst. Die Tochter schaut skeptisch, ängstlich, verwirrt. Sie kennt ihren Papa nur von Fotos. Und da sah er noch ganz anders aus. Es wird schwer sein – für beide. Aber immerhin ist er nicht allein. Und auf ihn wurde gewartet.

Auf dem Arbeitsmarkt sieht es schlecht für ihn aus. Er muss sich als Hilfsarbeiter durchschlagen. Aufarbeitung der Geschehnisse vollzieht sich nicht öffentlich. Reden kann er darüber mit niemandem. Anpassen muss er sich auch – an ein neues politisches System, an das neue Rollenverhältnis zwischen Mann und Frau.

Die Welt hat sich weitergedreht. Es ist vieles passiert. Und niemand kann nach so einer Zeit da weitermachen, wo er vorher aufgehört hat. Dies ist einfach unmöglich. Er wird Jahre brauchen bis er den Ort, den er nun bewohnt, wieder als Heimat ansehen kann… wenn ihm das überhaupt jemals gelingt.

Dies ist wohl ein Schicksal unter vielen anderen. Sich so etwas vor Augen zu führen, ist schon irgendwie komisch – vor allem aus heutigen Sicht. Vor einigen Semestern habe ich ein Seminar über Flüchtlinge und Kriegsheimkehrer belegt. Es war wahnsinnig interessant. Und es zeigte auf, dass die Thematik durchaus problematisch ist. Ich möchte mit diesem Beispiel vermitteln, dass der Krieg eine schreckliche Sache ist, die das Leben aller kein bisschen besser macht – im Gegenteil: Der Krieg sorgt dafür, dass jedes Leben schlechter wird.

Oft wird das Schicksal der Kriegsheimkehrer in eine Konkurrenz zu dem Leiden der Opfern des Holocaust gestellt. Von einem solchen Verhalten möchte ich mich ausdrücklich distanzieren. Man kann das geschehene Leid nicht miteinander vergleichen. Und man sollte es auch auf keinen Fall tun, denn es wäre schlichtweg falsch…

Der Zupfgeigenhansl, der Spielmann und Tandaradei

Der Zupfgeigenhansl, der Spielmann und Tandaradei

Reisen wir doch mal für einen kurzen Moment ca. 100 Jahre in die Vergangenheit. Das 20. Jahrhundert hat gerade begonnen und die Industrialisierung hat weite Teile Europas erfasst. Die Menschen wohnen nun überwiegend in den Städten, weil sie in den dortigen Fabriken Arbeit finden. Bald wird der Erste Weltkrieg ausbrechen und das Deutsche Reich wird diesen verlieren. Durch den Versailler Vertrag wird die neu entstandene Republik von Weimar schwer belastet. Dolchstoßlegende, Wirtschaftskrise, Verfassungsfehler und einige andere Faktoren werden dafür sorgen, dass Adolf Hitler und die von ihm geführte NSDAP 1933 die Macht übernimmt. Wenige Jahre später wird er der Welt einen Krieg, der die schrecklichsten Alpträume bei weitem übersteigen wird, aufzwingen.

Das erste Drittel des 20. Jahrhunderts ist wahrlich eine spannende Zeit. Ein Kaiserreich wird zu einer Republik. Kriege überziehen Europa. Die alte Ordnung bricht zusammen. Es kommt zu einer Verstädterung. Die Menschen leben nun nicht mehr in einem kleinen Dorf und kennen einander. Sie sind viel mehr ein kleiner Teil einer großen, anonymen Masse. Mit dem, was sie in den Fabriken produzieren, können sie sich aufgrund der eingeführten Arbeitsteilung nicht mehr identifizieren. Das Weltbild verändert sich – grundlegend.

In diese Zeit fällt eine ganz besondere Strömung – die Jugendbewegung. Das Ziel: Raus aus der Stadt, hinein in die Natur und dadurch dem nun alltäglich gewordenem Leben entfliehen. Wie? Durch Wanderungen und Fahrten während des Wochenendes oder in den Ferien – in kleinen Gruppen die Natur hautnah erleben und somit ein neues Lebensgefühl entwickeln. Und was gehört bei Wanderungen oder Fahrten zu dieser Zeit dazu? Ganz klar: Musik.

Die Möglichkeiten von heute blieben den Jugendlichen von damals verwehrt. Es gab keine Ghettoblaster, keine iPods oder überfüllte Regale mit Musik-CDs bei Saturn. Und selbst wenn es sie gegeben hätte, dann hätten die Jugendlichen dieser Zeit gerne darauf verzichtet.

Sie sind gemeinsam los gezogen, haben gemeinsam die Tage verbracht und dabei gemeinsam gesungen. Kirchenlieder, Volkslieder, Soldatenlieder – immer mit passendem Text für jeden Anlass. Als Hilfe dienten ihnen Liederbücher wie “Der Zupfgeigenhansl”, “Der Spielmann” oder “Tandaradei”, die in dieser Zeit schwindelerregende Auflagen erzielten. “Der Zupfgeigenhansl” wurde über eine Million mal verkauft – ein Bestseller.

Warum schreibe ich das? Die Frage lässt sich sehr leicht beantworten. Für ein Seminar des letzten Semesters fertige ich aktuell eine Hausarbeit (Umfang: 20 Seiten) an. Das Thema: Die Lieder der (katholischen) Jugendbewegung. Im Rahmen dieser Arbeit habe ich mir die drei genannten Liederbücher gekauft. Ich bin froh gut erhaltene Exemplare erstanden zu haben mit denen man arbeiten kann – ist gar nicht so leicht Bücher zu finden, die über 100 Jahre alt sind, aber Amazon macht es zum Glück möglich. Denn wenn ich ehrlich bin, dann ist es doch weit schöner mit Quellen zu arbeiten als mit Sekundärliteratur, die einem schon alles mehr oder weniger wichtige vorkaut.

Das Durchblättern der Liederbücher macht auch richtig Spaß, weil dort eine Menge an interessanten Liedern enthalten ist. Kirchgänger werden noch heute so manches Lied kennen, das damals auf Wanderungen der Jugendbewegung gesungen wurde. Aber der größte Teil der Lieder stammt aus dem Bereich der Volkslieder. Sollte ein gesteigertes Interesse bestehen, dann kann ich gerne nach der Korrektur der Hausarbeit mal das eine oder andere Lied hier präsentieren.

Aber wie dem auch sei… allein das Hineindenken in die Jugend dieser Zeit empfinde ich als lehrreich. Ist der Gedanke an Flucht vor dem Chaos und der Anonymität in die Natur doch vielleicht gar nicht so weit weg, wie wir momentan denken.

Halloween, Samhain, ein Totengott, der Vorabend von Allerheiligen und der Reformationstag

Der 31. Oktober bietet jedes Jahr gleich mehrere Anlässe zum feiern. Feiert man nun Halloween, Samhain oder den Reformationstag? Diese Entscheidung darf jeder für sich treffen. Und dieses Jahr gab es die Umstellung der Uhren auf die Winterzeit noch gratis dazu – wunderbar!

Die meisten werden heute sicherlich mit Halloween ein Fest feiern, dessen Ursprünge nicht gänzlich geklärt sind und immer wieder heftige Diskussionen herbeiführen. Was steht denn fest? Halloween wurde in Irland gefeiert und kam durch irische Einwanderer in die USA. Dort entwickelte sich Halloween zu einem bedeutenden Fest. Und irgendwann kamen kluge Köpfe auf die Idee dieses Fest entsprechend zu vermarkten und auch nach Europa zu bringen. Seitdem werden im Oktober unsere Geschäfte mit Kostümen und Dekorationsartikeln überschwemmt. Und so ziemlich jede Kneipe hat eine eigene Halloween-Party und lockt mit Alkohol der preiswerten Sorte – eine Erfolgsgeschichte für alle, die an diesem “Hype” verdienen.

Der Begriff Halloween scheint von “All Hallows’ Even” (Allerheiligenvorabend) zu kommen. Dies lässt vor allem auf christliche Wurzeln schließen. Im Christentum werden auch Vorabende zu großen Festen gefeiert. Aber das wissen wir ja alle, da wir jedes Jahr mit Heiligabend den Vorabend von Weihnachten feiern.

Dann gibt es aber auch andere Meinungen, die Bezüge zum Totengott “Samhain” aus der keltischen Mythologie herstellen und dies vor allem in den Bräuchen bestätigt sehen. Allerdings gilt dies in der Forschung als eher unwahrscheinlich. Der Bezug zum Totenreich könnte nämlich auch durch den Bezug auf Allerheiligen erklärt werden. Denn an Allerheiligen wird der Gemeinschaft der Heiligen gedacht, welcher man sich auch im Apostolicum bekennt.

Andere werden vielleicht Samhain, die Feier des Sommerendes, begehen. Dieses Fest hat seine Wurzeln in heidnisch-keltischen Bräuchen. Es läutet den Beginn der dunklen Jahreshälfte ein. An diesem Tag öffnen sich die Tore zwischen dem Diesseits und dem Jenseits und die Toten können auf Erden wandern und Verwandte besuchen. Viele Bräuche dieses Festes finden wir im heutigen Halloween wieder.

Und evangelische Christen werden vielleicht auch den Reformationstag feiern. An diesem Tag wird der Reformation der Kirche durch Martin Luther gedacht. Ein sehr bedeutendes Ereignis in der Kirchengeschichte. Nicht zuletzt durch die erfolgte Herausbildung zweier Konfessionen, die sich danach Jahrhunderte lang “fremd waren”.

Es gibt also genügend Auswahl, wenn man einen Grund beziehungsweise einen Anlass zum Feiern sucht. Ich werde heute auf eine Halloween-Party in einem meiner liebsten Clubs gehen. Ich werde mich nicht verkleiden, sondern einfach mal wieder eine Club-Nacht genießen. Und im Grunde könnte ich das jedes Wochenende tun. Ist also eigentlich gar nichts besonderes. Das Einzige, was wohl wirklich anders sein wird, ist die Größe der feiernden Menge, der ich mich anschließen werde. Denn Halloween zieht eben eindeutig mehr feierwütige Seelen an. Und zum Abschluss dieses Artikels sag ich einfach mal: Habt einen schönen Abend – ganz egal welches Fest ihr feiert!

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Über Lordy

    Jahrgang 1986, Student an der Ruhr-Universität Bochum, wohnhaft in Dorsten, dauernd unterwegs, Serien-Junkie, Wii-Freak, Musik-begeistert und leidenschaftlicher BVB-Anhänger.
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