Einfach wieder etwas lesen wäre mal schön

Ich kann mich noch an manche Abende und Nächte erinnern, die ich auf dem Bett liegend, mit einer leckeren Tasse Kaffee auf dem Nachttisch und mit einem Buch in der Hand verbracht habe. Manchmal habe ich bis spät in die Nacht gelesen, obwohl ich am nächsten Morgen früh raus musste. Die Zeit flog an einem vorbei, doch schlafen ging nicht, weil die beschriebene Geschichte so spannend war. Ein Buch nach dem anderen wurde gekauft oder ausgeliehen und nur wenige Tage später wurde schon wieder Nachschub benötigt.

Leider ist das heutzutage nicht mehr so. Und das liegt meiner Meinung nach eindeutig am Studium. Während der Vorlesungszeit hänge ich mit dem Kopf durchgängig über Büchern, aber meist sind das natürlich dann Bücher, die ich für die Seminare lesen muss, damit das Wissen “wächst”. Also alles “wissenschaftlich”.

Studiere ich doch sogenannte “Lesefächer”. Für den Bereich Belletristik bleibt mir meist so gut wie keine Zeit. Immer sind andere Dinge wichtiger. Und wenn man sich schon durch die ganze Literatur für die Universität gebüffelt hat, dann fehlt manchmal auch einfach die Lust noch etwas anderes zu lesen. Da nutzt man lieber andere Dinge zum abschalten.

Und nun – während der vorlesungsfreien Zeit – sollte ich eigentlich die Zeit zum lesen finden, denn insgesamt gesehen kann ich mir nun meine Zeit selbst einteilen und somit vermeiden, dass ich von “wissenschaftlicher Lektüre” erschlagen werde. Aber gerade jetzt bin ich eigentlich froh überhaupt keine Bücher sehen zu müssen, obwohl ich eigentlich Lust habe mal wieder einen guten Roman zu lesen. Vor allem, weil ich noch drei angefangene Bücher hier liegen habe, die auch allesamt recht spannend waren. Aber dennoch… wenn ich ein Buch in die Hand nehme, dann schlage ich es meist nach wenigen Seiten wieder zu, weil mein Kopf dann einfach nicht mehr will.

Ich bin aber nicht allein mit dem Problem, denn ich weiß von ein paar Kommilitonen, dass sie “privat” auch so gut wie gar nicht mehr lesen, obwohl sie das früher viel und gerne gemacht haben. Irgendwie ist das schade. Und ich versuche ja auch was zu ändern, aber irgendwie gelingt mir das nicht.

Kennt ihr das auch? Vielleicht Tipps parat?

Stöckchen: Bücher-Stöckchen

Da ich heute nur auf der Durchreise bin bediene ich mich mal bei der Sibel und hebe das Bücher-Stöckchen auf, das sie vor ein paar Tagen liegen gelassen hat.

  • Gebunden oder Taschenbuch? – Ist mir vollkommen egal. Ich nehme was kommt.
  • Amazon oder Buchhandel? – Meist Amazon, selten Buchhandel.
  • Lesezeichen oder Eselsohr? – Immer ein Lesezeichen.
  • Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet? – Nach Größe. Wenn die im Regal stehen, dann sieht es einfach am besten aus.
  • Behalten, wegwerfen oder verkaufen? – Durchgängig behalten. Ab und an verleihen und nie wieder sehen, aber eher im Ausnahmefall.
  • Schutzumschlag behalten oder wegwerfen? – Kommt drauf an. Mal so, mal so.
  • Mit Schutzumschlag lesen oder ohne? – Meist ohne.
  • Kurzgeschichte oder Roman? – Roman.
  • Harry Potter oder Lemony Snicket? – Beide nicht. Auch, wenn das wohl jetzt die Mehrheit nicht glauben mag.
  • Aufhören wenn man müde ist oder wenn das Kapitel zu Ende ist? – Ich bin jemand, der so gut wie immer das aktuelle Kapitel noch zu Ende lesen will.
  • “Die Nacht war dunkel und stürmisch” oder “Es war einmal”? Hm… ersteres.
  • Kaufen oder leihen? – Kaufen.
  • Neu oder gebraucht? – Neu.
  • Kaufentscheidung: Bestseller-Liste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern? – Empfehlungen und Stöbern. Ab und an gehe ich auch nach der Bestseller-Liste, aber das ist wirklich nur sehr selten der Fall.
  • Geschlossenes Ende oder Cliffhanger? – Kommt doch immer ein wenig auf den Plot an. Da kann ich pauschal nichts zu sagen.
  • Morgens, mittags oder nachts lesen? – Ich lese morgens, mittags und abends/nachts. Liegt auch daran, dass ich viel lese, wenn ich unterwegs bin.
  • Einzelband oder Serie? – Auch hier wieder: Kommt auf den Plot an. Generell tendiere ich aber zu Einzelbänden.
  • Lieblingsserie? – Habe ich eigentlich nicht.
  • Lieblingsbuch von dem noch nie jemand gehört hat? – “Die Jesus-Fälschung” von Lynn Picknett und Clive Prince. Ist aber sehr wissenschaftlich geschrieben…
  • Lieblingsbuch das du letztes Jahr gelesen hast? – Also 2008. Da würde ich zu “Vater unser” von Jilliane Hoffman tendieren.
  • Welches Buch liest du gegenwärtig? – “Vögelfrei” von Sophie Andresky.
  • Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten? – “Sakrileg” von Dan Brown.
  • Lieblingsautoren? – Dan Brown, Jilliane Hoffman, Emily Maguire, Bertolt Brecht, Gotthold Ephraim Lessing, Raymond Khoury.

Diesmal schaffe ich es leider nicht das Stöckchen weiter zu werfen, aber ich würde mich freuen, wenn es dennoch jemand mitnimmt und dann dafür sorgt, dass es wieder einige Meter durch die Luft fliegt.

Auf Bücher-Suche – Eure Tipps sind gefragt

Heute möchte ich euch um Mithilfe bitten, denn ich bin schon seit langem wieder auf der Suche nach richtig guten Büchern. Aber wie das so ist kann ich mich einfach nicht so wirklich für ein Buch entscheiden, wenn ich vor den bis unter die Decke gefüllten Regalen in den Buchhandlungen stehe.

Und daher wollte ich mal schauen, ob ihr mir nicht vielleicht Lese-Tipps geben könnt. Natürlich nicht einfach ins Blaue hinein. Ich gebe schon ein paar kleinere Details über das, was mich interessiert. Wenn euch dann dazu etwas einfällt, dann doch bitte einfach kommentieren und mir somit helfen. (Wenn mir jemand ein Buch schenken, schicken oder ausleihen will, dann freue ich mich ebenso.)

Also: Ich bin ein Fan von Büchern, die vor allem im Thriller-Bereich beheimatet sind. Was mich aber nicht davon abhält auch andere gute Bücher zu lesen, wenn sie denn ausreichend Spannung bieten. Jilliane Hoffmann ist da als Autorin zum Beispiel bei mir ganz weit vorn. Auch den Büchern von Dan Brown kann ich eine Menge abgewinnen, aber da kommt das Neue ja erst im Herbst. Ebenso bin ich aber auch ein Fan von Dramen, humorvollen Werken und nicht zuletzt auch von Büchern in den Bereichen Fantasy und Sci-Fi. So hat es mir zum Beispiel auch Terry Pratchett angetan, aber auf Dauer nur die Scheibenwelt-Romane zu lesen ist ein wenig ermüdend.

Von wissenschaftlicher Literatur habe ich im Moment noch die Nase voll, da ich diese während der Vorlesungszeit in Massen verschlingen muss. Wäre also ganz gut, wenn solche Titel ausgespart würden.
Wie ich gerade merke habe ich nur sehr geringfügig eingegrenzt. Aber was soll’s? Ihr bekommt das schon hin. Empfiehlt mir einfach was euch gefällt. Ich bin gespannt und hoffe darauf, dass ihr mir helfen möchtet und könnt.

Fucking Berlin – Studentin und Teilzeit-Hure

Heute habe ich es ausgelesen, das Buch “Fucking Berlin von Sonia Rossi, Studentin und Teilzeit-Hure”. Worum geht es in dem Buch? Ein erster Blick auf den Klappentext verrät schon einmal das Grobe. Viel mehr werde ich auch zum Inhalt nicht sagen, denn wenn ich das mache, dann schlagen mich alle, die das Buch selbst noch lesen wollen.

Hauptfach Mathematik, Nebenfach Prostitution – ein Leben zwischen Uni und Rotlicht.
Sie wohnt in Berlin, studiert Mathematik und trifft sich am Wochenende mit Freunden. Eine normale junge Frau – auf den ersten Blick. Denn sie hat einen Nebenjob. Sie verkauft ihren Körper. Und sieht darin auch kein Problem. Wie kommt man als Studentin ins Rotlichtmilieu? Wie ist das, wenn man sich zum ersten Mal einem Freier hingibt? Wie erlebt man den Alltag mit Kolleginnen und Freiern? Wie kriegt man Studium, Partnerschaft und Prostitution unter einen Hut? Ein autobiographisches Bekenntnis zur käuflichen Liebe – und die freimütige Schilderung eines Doppellebens.

Das Buch ist relativ leicht zu lesen. Also keine schwere Kost. Und genau das macht es für “zwischendurch” so reizvoll, denn ich lese ziemlich viel wissenschaftlich Geschriebenes und da kommt einem so eine Abwechslung immer mal gelegen. Es ist auch sehr interessant und direkt geschrieben. Man bekommt so einen Einblick in das Rotlichtmilieu. Und sowas ist doch irgendwie schon gänzlich neu. Man weiß zwar, dass es Prostitution gibt und so mancher nutzt es auch, aber wie sich eine Frau, die ihren Körper verkauft, fühlt wissen nur wenige. Zwar kann man auch nach der Lektüre dieses Buches noch nicht wirklich mitfühlen, aber man setzt sich immerhin damit auseinander und beginnt mal nachzudenken, wie sich das alles zueinander verhält. Das Buch zeigt die guten und schlechten Seite der Medaille und außerdem wird offenkundig, wie Frauen in so eine Situation geraten und wie sie darüber denken, wie sie damit umgehen und was es für sie insgesamt bedeutet. Und das nimmt schon mit.

Ein Buch, das auf jeden Fall nachdenklich stimmt und eine Seite des Lebens zeigt, die viele Menschen sicherlich gar nicht kennen beziehungsweise kennen wollen.

Ich kann es empfehlen. Ist auch mit über 270 Seiten gar nicht so kurz und mit einem Preis von 8,95 Euro auch ganz erschwinglich. Und sogar ziemlich preiswert, wenn man es mit so manchem Bestseller, der in eine ähnliche Richtung geht, vergleicht. Wenn jemand das Buch auch schon gelesen hat, dann würde mich die Meinung auf jeden Fall interessieren. Ich fand es auf jeden Fall lesenswert.

Der Vorleser

Der Vorleser

Gestern Nachmittag ging es wieder ins Kino. Mittlerweile wird das ja schon eine feste Tätigkeit an einem Sonntag. Nun… auf dem Programm stand: Der Vorleser. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Bernhard Schlink. Für mich war das sogar sowas wie eine Zeitreise in das Jahr 2007. Genauer in den Frühling des genannten Jahres. Abiturklausur, Deutsch Grundkurs, Der Vorleser. Damals hab ich über das Buch meine Abiturklausur geschrieben und die Note der Klausur freut mich noch heute.

Aber nun dann doch zum Film: Er ist toll. Eindeutig. Der Film ist richtig, richtig toll. Die Beziehung zwischen Hanna und Michael ist gut dargestellt, der Plot hält sich größtenteils an die Buch-Vorlage und das tut dem Film wirklich gut. Ich hab nicht mehr jede Kleinigkeit des Buches im Kopf, weil ich seit 2007 so viele Sachen lesen musste, aber großteilig stimmt doch alles überein. Nur kleinere Sachen gibt es zu bemängeln und so manche wichtige Stelle wurde weggelassen, wie ich finde.

Ich habe zum Beispiel noch im Kopf, dass während der Gerichtsverhandlung nicht immer alle Teilnehmer des Seminars da waren, sondern immer nur 2 oder 3, die alles protokollierten. Für das Verständnis ist das sicherlich uninteressant, aber mir fiel es auf. Oder ich täusche mich. Wer weiß. Und es fehlt meiner Meinung nach auch diese wichtige Szene während Hannas und Michaels Rad-Tour, wo sie nächtigen und er ihr, um alles für ein Frühstück einzukaufen, einen Zettel schreibt. Als er dann wiederkommt macht sie ihm eine riesen Szene. Das ist im Buch der Punkt, wo man auf jeden Fall merkt, was Sache ist. Und gerade die Stelle fehlt. Darf eigentlich nicht sein.

Aber meine Wiebke hatte das Buch nicht gelesen und empfand den Film als ein runde Geschichte. Ihr hat somit nichts wichtiges gefehlt. Was darauf hindeuten lässt, dass man wohl so manche Sache, die mir fehlte, weglassen kann und darf.

Besonders fasziniert kann man wohl von bestimmten Dingen sein. Die Alterung der Kate Winslet (an dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass der Oscar für die beste Darstellerin auf jeden Fall gerechtfertigt ist) ist einfach nur perfekt. Hanna nimmt ja in diesem Film eine ganz schöne Spanne beim Lebensalter in Anspruch. Und das wurde super dargestellt, wie ich finde. Wie meine Wiebke sagte: “Die hatte sogar alte Füße.” Das sind so Details, die zeigen, dass hinter dem Film wirklich eine Menge Arbeit gesteckt hat.

Ich könnte nun noch so viel über das Buch, den Film, die Vergangenheitsbewältigung in Deutschland oder meine Schulzeit schreiben, aber das lasse ich an dieser Stelle mal.

Früher habe ich mit einer Skala von 1 bis 10 bewertet. Heute mach ich das nicht mehr, weil ich darin keinen Sinn sehe. Der Film würde eine 10 bekommen, aber für mich ist nur wichtig, dass ich sagen kann: Schaut ihn euch an. Er ist auf jeden Fall sein Eintrittsgeld wert.

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Über Lordy

    Jahrgang 1986, Student an der Ruhr-Universität Bochum, wohnhaft in Dorsten, dauernd unterwegs, Serien-Junkie, Wii-Freak, Musik-begeistert und leidenschaftlicher BVB-Anhänger.
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