In Kentucky sorgt ein Erlebnispark über Noahs Arche für Furore

In Kentucky sorgt ein Erlebnispark über Noahs Arche für Furore

Gestern Abend bekam ich – wie so oft – einen Link zugeschickt. Danke Vitali! Es ging um einen Erlebnispark, der im US-Bundesstaat Kentucky gebaut werden soll. Das Thema des Parks: Die Arche Noah. Die christliche Organisation “Answers in Genesis” will den Park errichten und die Geschichte von Noah und der Arche lebendig werden lassen. Dafür soll neben kostümierten Schauspielern und Tieren vor allem ein 150 Meter langer Nachbau der Arche sorgen. Durchaus interessant…

Laut einer Studie würden 60% aller Amerikaner so einen Erlebnispark besuchen. 900 Arbeitsplätze würden dauerhaft geschaffen. Private Investoren wollen 150 Millionen Dollar in den Park stecken. Und es ist davon auszugehen, dass viele Amerikaner das Projekt mit Spenden unterstützen werden. Ihnen kann dadurch sogar ein Stück des Nachbaus “gehören”. Ein kleiner Holznagel kostet 100 Dollar – für einen großen Balken muss man 5000 Dollar auf den Tisch legen.

Kentuckys Gouverneur Steve Beshear hat bereits Steuernachlässe versprochen – in Höhe von 37,5 Millionen Dollar. Immerhin bringt der Park 900 sichere Arbeitsplätze und wird wahrscheinlich eine Vielzahl an Touristen anziehen. Doch über diese staatliche Unterstützung sind nun heiße Diskussionen im Gange. Sind diese Steuernachlässe verfassungswidrig? Wird hier die Trennung von Staat und Kirche verletzt?

Erst einmal muss ich sagen, dass ich es spannend finde, dass so ein Erlebnispark geplant wird. Bis letzte Nacht hatte ich davon noch nie etwas gehört. Und selbstverständlich ist so etwas ja nun auch nicht. Wobei in den USA ja generell eine andere Situation anzutreffen ist als hier in Deutschland. Die kontroversen Diskussionen um den Park haben mich dann aber nicht sonderlich verwundert. War doch irgendwie zu erwarten. Ist aber schon witzig… werden die anderen Freizeit- und Erlebnisparks denn nicht staatlich unterstützt? Wahrscheinlich schon. Also liegt es wohl eindeutig am Thema des Parks. In dem Moment wird es doch irgendwie unsinnig.

So mancher US-Bürger regt sich nun darüber auf, dass hier ein Park unterstützt wird, der sich von der Evolution abwendet, sie als Schwachsinn deklariert und sein eigenes Süppchen kocht. Naja… aber Micky Maus existiert wirklich, oder wie? Es ist doch nur ein Erlebnispark, der eine Geschichte erzählen will. Ob man diese Geschichte für wahr oder falsch hält, darf jeder für sich selbst entscheiden. Denn es gibt ja am Ende keine Auflösung, wie man es aus der Sendung “X-Faktor: Das Unfassbare” mit Jonathan Frakes kennt. Wie komme ich denn jetzt darauf? Hm… egal.

Ich werde das Ganze nun auf jeden Fall gespannt verfolgen und mal schauen, ob der Park wirklich wie geplant 2014 eröffnet wird. Das Bild da oben zeigt übrigens einen “Plan” des Parks. Sieht doch eigentlich ganz knuffig aus. Und nun seid ihr dran: Was haltet ihr von der Idee? Und was sagt ihr zu den Diskussionen?

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Mehr Informationen gibt es zum Beispiel auf der Webseite der Tagesschau!

Der Zupfgeigenhansl, der Spielmann und Tandaradei

Der Zupfgeigenhansl, der Spielmann und Tandaradei

Reisen wir doch mal für einen kurzen Moment ca. 100 Jahre in die Vergangenheit. Das 20. Jahrhundert hat gerade begonnen und die Industrialisierung hat weite Teile Europas erfasst. Die Menschen wohnen nun überwiegend in den Städten, weil sie in den dortigen Fabriken Arbeit finden. Bald wird der Erste Weltkrieg ausbrechen und das Deutsche Reich wird diesen verlieren. Durch den Versailler Vertrag wird die neu entstandene Republik von Weimar schwer belastet. Dolchstoßlegende, Wirtschaftskrise, Verfassungsfehler und einige andere Faktoren werden dafür sorgen, dass Adolf Hitler und die von ihm geführte NSDAP 1933 die Macht übernimmt. Wenige Jahre später wird er der Welt einen Krieg, der die schrecklichsten Alpträume bei weitem übersteigen wird, aufzwingen.

Das erste Drittel des 20. Jahrhunderts ist wahrlich eine spannende Zeit. Ein Kaiserreich wird zu einer Republik. Kriege überziehen Europa. Die alte Ordnung bricht zusammen. Es kommt zu einer Verstädterung. Die Menschen leben nun nicht mehr in einem kleinen Dorf und kennen einander. Sie sind viel mehr ein kleiner Teil einer großen, anonymen Masse. Mit dem, was sie in den Fabriken produzieren, können sie sich aufgrund der eingeführten Arbeitsteilung nicht mehr identifizieren. Das Weltbild verändert sich – grundlegend.

In diese Zeit fällt eine ganz besondere Strömung – die Jugendbewegung. Das Ziel: Raus aus der Stadt, hinein in die Natur und dadurch dem nun alltäglich gewordenem Leben entfliehen. Wie? Durch Wanderungen und Fahrten während des Wochenendes oder in den Ferien – in kleinen Gruppen die Natur hautnah erleben und somit ein neues Lebensgefühl entwickeln. Und was gehört bei Wanderungen oder Fahrten zu dieser Zeit dazu? Ganz klar: Musik.

Die Möglichkeiten von heute blieben den Jugendlichen von damals verwehrt. Es gab keine Ghettoblaster, keine iPods oder überfüllte Regale mit Musik-CDs bei Saturn. Und selbst wenn es sie gegeben hätte, dann hätten die Jugendlichen dieser Zeit gerne darauf verzichtet.

Sie sind gemeinsam los gezogen, haben gemeinsam die Tage verbracht und dabei gemeinsam gesungen. Kirchenlieder, Volkslieder, Soldatenlieder – immer mit passendem Text für jeden Anlass. Als Hilfe dienten ihnen Liederbücher wie “Der Zupfgeigenhansl”, “Der Spielmann” oder “Tandaradei”, die in dieser Zeit schwindelerregende Auflagen erzielten. “Der Zupfgeigenhansl” wurde über eine Million mal verkauft – ein Bestseller.

Warum schreibe ich das? Die Frage lässt sich sehr leicht beantworten. Für ein Seminar des letzten Semesters fertige ich aktuell eine Hausarbeit (Umfang: 20 Seiten) an. Das Thema: Die Lieder der (katholischen) Jugendbewegung. Im Rahmen dieser Arbeit habe ich mir die drei genannten Liederbücher gekauft. Ich bin froh gut erhaltene Exemplare erstanden zu haben mit denen man arbeiten kann – ist gar nicht so leicht Bücher zu finden, die über 100 Jahre alt sind, aber Amazon macht es zum Glück möglich. Denn wenn ich ehrlich bin, dann ist es doch weit schöner mit Quellen zu arbeiten als mit Sekundärliteratur, die einem schon alles mehr oder weniger wichtige vorkaut.

Das Durchblättern der Liederbücher macht auch richtig Spaß, weil dort eine Menge an interessanten Liedern enthalten ist. Kirchgänger werden noch heute so manches Lied kennen, das damals auf Wanderungen der Jugendbewegung gesungen wurde. Aber der größte Teil der Lieder stammt aus dem Bereich der Volkslieder. Sollte ein gesteigertes Interesse bestehen, dann kann ich gerne nach der Korrektur der Hausarbeit mal das eine oder andere Lied hier präsentieren.

Aber wie dem auch sei… allein das Hineindenken in die Jugend dieser Zeit empfinde ich als lehrreich. Ist der Gedanke an Flucht vor dem Chaos und der Anonymität in die Natur doch vielleicht gar nicht so weit weg, wie wir momentan denken.

Exkursion zur Klosterkirche Marienthal

Exkursion zur Klosterkirche Marienthal

Heute war ein sehr spannender, interessanter und toller Tag. Ich war nach einer Vorlesung an der Ruhr-Universität mit einem meiner Hauptseminare auf einer Exkursion zur Klosterkirche Marienthal in Hamminkeln bei Wesel. Dort haben wir uns dann die Architektur, die Wandmalerei, die Malerei im Gewölbe, den Friedhof und die Fensterbilder angeschaut, gedeutet und inhaltlich und kontextual zusammengefügt. Die Klosterkirche Marienthal ist eine sehr interessante Kirche, die sich von vielen anderen Kirchen unterscheidet.

Hier wird nicht auf prunkvolle Ausschmückungen wert gelegt, sondern einzig auf das Wesentliche geachtet. Vieles ist minimalistischer als andernorts und dadurch interessanter. Es war auf jeden Fall mal etwas anderes als an der Ruhr-Universität in einem Seminarraum zu sitzen.

Nach getaner Arbeit haben wir uns dann alle noch ruhig zusammengesetzt und etwas getrunken. Das hat der Dynamik der Truppe sicherlich gut getan. Wird man sicher auch in der Zukunft noch merken können.
Und weil der Abend schon so weit fortgeschritten ist und ich nun noch andere Dinge machen will, beende ich diesen Artikel mit dem Tipp: Einmal die Klosterkirche Marienthal besuchen, wenn man im Kreis Wesel unterwegs ist. Es lohnt sich!

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Quelle des Fotos: marienthal.de

Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen

Seit Wochen bzw. seit Monaten werde ich ständig mit den Missbrauchsfällen innerhalb katholischer Einrichtungen konfrontiert. Ich soll meine Meinung dazu sagen. Dabei stelle ich mir immer die Frage, wieso gerade meine Meinung so eine Rolle spielt. Weil ich an Gott glaube? Weil ich katholische Theologie studiere? Oder weil ich mich gar als Katholik bezeichne?

Im Grunde weiß ich aber gar nicht, was ich dazu sagen soll. Ich muss wohl niemandem erzählen, wie schrecklich und abscheulich diese Taten sind, die da ans Tageslicht getreten sind? Ich muss wohl ebenfalls niemandem erzählen, dass solche Verbrecher meiner Meinung nach bestraft gehören. Und ich brauche wohl auch nicht erwähnen, dass ich für eine vollkommene Aufklärung der Fälle und des Ausmaßes bin.

Ich glaube das Hauptproblem dieser Sache ist eher der Umgang der katholischen Kirche mit der Situation. Manche streiten ab, manche reden es herunter, manche sind für eine umfassende Aufklärung und manche schweigen. Das sorgt dann natürlich für eine nicht so sonderlich gute Stellung der katholischen Kirche in den Augen der Weltöffentlichkeit – verständlich. Und es sorgt dafür, dass erstmals der Druck auf einen Bischof so groß wird, dass er ein Rücktrittsgesuch einreicht. Bischof Walter Mixa hat dies am vergangenen Donnerstag getan. In der deutschen Geschichte ist dies bisher einmalig. Schon mehrfach musste ein Bischof aufgrund politischen Drucks aus dem Amte weichen (man siehe vor allem die NS-Zeit) oder wurde durch Krankheit und Alter dazu gezwungen, aber noch nie war der öffentliche Druck so groß wie in diesen Tagen.

Das muss für die katholische Kirche ein Zeichen sein. Der Mantel des Schweigens muss verschwinden und eine flächendeckende und rücksichtslose Aufklärung muss durchgeführt werden. Ein Neuanfang im Umgang mit dieser Situation muss geschehen. Erst dann kann die Versöhnung mit der Weltöffentlichkeit wieder erfolgen. Erst dann wird man der katholischen Kirche ihr bisheriges Handeln verzeihen und dafür sorgen, dass es mehr und mehr in Vergessenheit gerät. Wobei damit auf keinen Fall die Missbrauchsfälle selbst gemeint sind. Diese sollen ein Mahnmal für die Zukunft werden. So etwas darf einfach nicht passieren – weder in katholischen Einrichtungen noch sonst wo. Da sind wir uns – denke ich – doch alle einig.

Luther

Luther

2003 war der Film “Luther” in vielerlei Munde. Heute werden wahrscheinlich nicht mehr sonderlich viele über ihn reden. Es handelt sich um einen Film, der die Lebensgeschichte von Martin Luther zeigt und dadurch natürlich auch den Blick auf die Reformation in Deutschland lenkt. Teilweise wurde auch an den historischen Stätten gedreht. Und auch das Aufgebot an Schauspielern kann sich durchaus sehen lassen. Aber nun wie gewohnt erst einmal ein kurzer inhaltlicher Ausblick, der aber eigentlich zumindest grundsätzlich eh jedem bekannt sein dürfte.

Ein Nahtoderlebnis reißt im Jahre 1505 den Studenten Martin Luther (Joseph Fiennes) aus seinem bis dato eher von Müßiggang geprägten Alltag und treibt ihn in die aufnahmebereiten Arme der katholischen Klosterkirche. Schon bald stoßen dort dem kritischen Geist Diskrepanzen zwischen Wort und Wirklichkeit auf. Besonders den grassierenden Ablasshandel nimmt er ins Visier, als er seine 95 Thesen als Protest an die Wittenberger Schlosskirche nagelt. Als der Papst den Ketzer nachdrücklich um Widerruf ersucht, bleibt Luther standhaft. Er wird für vogelfrei erklärt, muss fliehen, und erarbeitet in der Enklave zur Wartburg die erste deutschsprachige Übersetzung der Bibel, nicht ahnend, welche Revolution sein Werk entfachen wird.

Ich habe mir den Film von wenigen Tagen angesehen und ich fand ihn sehr gut. Wenn man von so mancher historischer Unstimmigkeit absieht, dann kann man ihn sich sehr gut anschauen. Und da der Film nicht den Anspruch erhebt eine Dokumentation zu sein kann man auch mit den Unstimmigkeiten durchaus leben. Zumal viele Dinge wahrscheinlich eh dem Max Mustermann nicht auffallen mögen. Die Atmosphäre, die der Film herüber bringt, kann einen durchaus fesseln.

Ebenso wie der Plot, wenn man sich dafür interessiert. Die Schauspieler machen ihre Sache gut. Joseph Fiennes, welcher Martin Luther spielt, verpasst jenem eine interessante, charismatische Seite. Spannung kann auch durchaus aufkommen. Bei mir war das allerdings weniger der Fall. Ist ja im Grunde klar was wann und wie passiert.

Meiner Meinung nach ist “Luther” ein Film, den man sich auf jeden Fall anschauen kann und den man sich vor allem, wenn man ein wenig Interesse für Geschichte und Religion hat, auch anschauen sollte. Sicherlich ist er nicht perfekt, aber das kann und sollte man auch nicht verlangen. Denn der Film gibt einen ersten Einblick in die historischen Fakten. Weiteres sollte man dann aber doch besser an geeigneter Stelle nachlesen, wenn einem denn wirklich nach Tiefgang ist. Aber gerade für den Einstieg in das Thema ist der Film durchaus gut gemacht. Ich würde ihn mir wohl durchaus noch einmal anschauen. Auch wenn er dann wahrscheinlich wirklich langweilig wäre. Daumen hoch!

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Quelle des Zitats: kino.de

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Über Lordy

    Jahrgang 1986, Student an der Ruhr-Universität Bochum, wohnhaft in Dorsten, dauernd unterwegs, Serien-Junkie, Wii-Freak, Musik-begeistert und leidenschaftlicher BVB-Anhänger.
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