Gast-Artikel von Konna: Ich glaube

Gast-Artikel von Konna: Ich glaube

Guten Mittag. Heute gibt es hier ausnahmsweise mal keine Worte meiner Person zu lesen. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass es hier nichts zu sehen gibt. Warum? Der Konna von der Gedankendeponie hat sich die Ehre gegeben und einen Gast-Artikel für mich verfasst. Vor einiger Zeit habe ich diesen “gewonnen” und so freue ich mich euch nun den ersten Gast-Artikel in der Geschichte dieses Blogs zu präsentieren. Eine waschechte Premiere also. Konna hat sich mit dem Thema Glauben auseinandergesetzt. Ein sehr spannendes und durchaus diskussionswürdiges Thema hat er sich damit ausgesucht. Und das ist auch gut so. Ich wünsche euch nun viel Spaß beim Lesen der fremden Worte, die für so manchen sicherlich gar nicht mal so fremd sind… aber ich komme ins Schwafeln und das soll nicht sein.

Ich glaube. Zwei einfache Wörter, aber eine unglaublich komplexe Aussage. So vielseitig interpretierbar und doch so vielsagend.

Glauben kann man an Vieles, an die eigenen Fähigkeiten, an das gute im Menschen, an den Fortschritt oder an Gott. Oder an alles gleichzeitig. Der Glaube ist etwas, das den Menschen vom Tier unterscheidet und Glaube ist etwas, das uns gleichzeitig voneinander unterscheidet und uns zusammenbringt. Jeder hat seinen eigenen Glauben, aber zu gewissen Teilen überschneidet sich dieser Glaube auch.

Dazu muss man sich allein die Religionen anschauen. Bei allen Unterschieden finden wir auch immer wieder Gemeinsamkeiten. Dass Religion immer mehr in Verruf geraten ist, liegt an denjenigen, die nicht wissen, was Religion in Wirklichkeit ist. Philologisch betachtet stammt das Wort Religion vom lateinischen religio ab, das schon früher für religiöse Handlungen, Gottesfurcht und Frömmigkeit benutzt wurde. Schaut man aber ins Wörterbuch, so findet man doch eine ganze Reihe anderer Bedeutungen, die aus der Religion, wie wir den Begriff vorwiegend verwenden, nicht wegzudenken sind: Rücksicht, Skrupel und Gewissenhaftigkeit, um nur einige Beispiele zu nennen.

Religionsgegner argumentieren damit, dass Religion für zahlreiche Kriege und Gräueltaten verantwortlich ist, also müsste sie am besten abgeschafft werden. Für noch mehr dieser Dinge ist aber zum Beispiel Geld verantwortlich. Sollen wir das auch abschaffen? Es ist eine Frage der persönlichen Einstellung, wie wir die Religion benutzen. Denn sie hat auch zweifelsohne zahlreiche gute Dinge zu bieten.

Die anderen Argumente gegen Religion begründen sich meist auf wissenschaftlichen Fortschritt. Die Bibel ist ein Märchen, aber bestimmt keine Geschichte, heißt es. Oder dass die Existenz von Gott oder einer höheren Macht nicht bewiesen werden kann. Aber warum müssen sich Religion und Wissenschaft ausschließen? Warum muss man die Existenz Gottes beweisen müssen, um zu glauben?

Glauben heißt nicht wissen, sagt eine Redensart, die zwar nicht in erster Linie auf den Religionsaspekt gemünzt ist, die aber dennoch passt. Ich muss nicht wissen, um glauben zu können. Schon immer war “Glaube versetzt Berge” einer meiner Leitsprüche im Leben und auch wenn ich nicht der religiöseste Mensch bin (und nicht in die Kirche gehe), so glaube ich dennoch, dass “da oben” jemand ist, der über mich wacht. Ganz einfach, weil es mir Trost spendet und Hoffnung gibt, dass alles gut wird. Es ist MEIN Glaube und dabei ist es ganz egal, ob er gerechtfertigt ist oder nicht. Allein dadurch, dass er mir etwas gibt, ist er es doch schon. Darum sage ich es völlig ohne Scham und aus voller Überzeugung gern noch einmal:

Ich glaube.

Der Karfreitag und seine Bedeutung

Kreuzigung Jesu

Der Karfreitag wird heute begangen. Ein Tag, der – wie ein Nachfragen häufig ans Tageslicht bringt – von vielen in seiner Bedeutung gar nicht erst erfasst wird. Ist ja sowieso grausam, dass viele Menschen gar nicht mehr wissen, was so Feste wie Ostern, Weihnachten und so weiter für eine Bedeutung haben. Natürlich ist das so, da sie das nicht interessiert. “Hauptsache man hat an dem Tag frei.” Ich habe mir also vorgenommen hier mal kurz und knapp zu schreiben worum es heute eigentlich geht. Kann ja nicht schaden das mal grob zu wissen, nicht wahr?
Mit dem Karfreitag beginnt die österliche Dreitagefeier, die mit dem Abend des Gründonnerstag und dem Karfreitag beginnt und mit dem Ostersonntag endet.
Am Karfreitag gedenkt man den Kreuzestod Jesu Christi und erwartet seine Auferstehung. Der Verkünder des Reiches Gottes und der Nächstenliebe starb für die Menschen freiwillig am Kreuz und nahm damit alle Sünde und Schuld der Menschen auf sich. Ein sehr bedeutsames Ereignis mit einer sehr bedeutsamen Konsequenz. Denn nur dadurch ist es den Menschen überhaupt möglich geworden nach dem Tode ins angebrochene Reich Gottes zu gelangen. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass man immer und immer wieder schuldig werden kann. Daher ist auch die Buße der “aktuellen” beziehungsweise neuen Schuld und Sünde immer wieder von Bedeutung.
Die Benennung als “Karfreitag” lässt sich auch relativ leicht erklären, wenn man erst einmal weiß um was es geht, denn das altdeutsche “kara” bedeutet so viel wie Trauer, Kummer und Klage. Jedoch ist der Karfreitag nicht allein ein Tag der Trauer, sondern auch ein Tag der Freude auf das, was konstitutiv für den christlichen Glauben ist: Die Auferstehung. Aber zu der Bedeutung der Auferstehung komme ich dann wohl am Ostersonntag, wenn es mir die Zeit erlaubt. Sicher bin ich mir da nicht.

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Wer mehr wissen will, der schaue hier: Karfreitag, Triduum Sacrum. Natürlich könnte ich hier auch noch Literatur angeben, aber ich denke Wikipedia wird eher genutzt.
Bei dem Bild-Ausschnitt handelt es sich um ein Werk von Albrecht Altdorfer aus den Jahren 1515 – 1516. Es ist zu bestaunen in der Gemäldegalerie in Kassel.

Norma normans non normata

Norma normans non normata

Norma normans non normata – Der maßgebliche Maßstab, der selbst an keinem Maßstab mehr gemessen werden kann.
Das ist meine Begrifflichkeit des heutigen Tages. Mitten im Lernprozess für die Dogmatik-Klausur am Montag komme ich relativ häufig auf eben diese Aussage zurück. Diese Begrifflichkeit zeigt die unschätzbare Bedeutung der Heiligen Schrift innerhalb des christlichen Glaubens. Sie ist die Überlieferung der ersten Generation, die das Ostergeschehen – live und in Farbe – miterlebt hat und dient als solche als Zeugnis für das, was über allem steht. Die Offenbarung Gottes gegenüber dem Menschen.
Die Begrifflichkeit norma normans non normata sollten die Leute viel häufiger nutzen, wenn sie von der Heiligen Schrift, der Bibel reden.

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Bild © geralt / PIXELIO

Der Gotteswahn – Ich bin gespannt

Der Gotteswahn

Richard Dawkins hat 2008 mit dem Buch “Der Gotteswahn” ziemlich viel Staub aufgewirbelt. “Wissenschaftsbuch des Jahres 2008″ steht auf einen runden Aufkleber, der auf das Buch geklebt ist. Die Welt am Sonntag schrieb:

Der Evolutionsbiologe Richard Dawkins hat das aufregendste Buch des Jahres geschrieben: Eine Generalabrechnung mit der Religion.

Und der Klappentext verrät erst einmal den Rest, den man über das Buch wissen muss:

Richard Dawkins, einer der einflussreichsten Intellektuellen der Gegenwart, zeigt, warum der Glaube an Gott einer vernünftigen Betrachtung nicht standhalten kann. Ein wichtiges Buch, das zu einem brennend aktuellen Thema eindeutig und überzeugend Position bezieht – brillant und bei aller Schärfe humorvoll.

Richard Dawkins, ein Gegner der Religion, die seiner Meinung nach dafür sorgt, dass Menschen sich damit zufrieden geben die Welt nicht zu verstehen, schreibt also in einer Zeit, die für viele eh schon gottlos wirkt und wo Religion für viele eher rudimentäre Bedeutung hat, über das “brennend aktuelle Thema”. Das ist doch mal was. Immerhin erkennt da mal jemand an, dass Religion heute immer noch ein wichtiges Thema ist.
Ich habe mir das Buch gestern gekauft. Ich wollte es schon letztes Jahr lesen, aber ich bin absolut nicht dazu gekommen. Nun hoffe ich, dass ich es in den nächsten Wochen schaffe, da das Semester erst im April losgeht und dann der Anfang auch sicherlich nicht der Anstrengendste wird. Ich bin gespannt, wie er mit der Religion abrechnet. Auf die Argumente, die der Religion das Forum der Vernunft entziehen bin ich vor allem gespannt. Als studierender Theologe mit einem großen Interesse an der Fundamentaltheologie, deren Aufgabe es ist gegen Kritik das Wort zu erheben, ist es natürlich doppelt interessant.
Der Gegensatz ist natürlich heftig. Die Fundamentaltheologie will darlegen, dass die Religion durchaus eine vernünftige Angelegenheit ist, während Dawkins genau das Gegenteil will. Das riecht schon nach einer Menge Potential. Super.
Falls ein Gotteswahn-Leser mal die andere Seite der Medaille lesen will, dann einfach bescheid geben, denn ich kenne einige gute Werke aus fundamentaltheologischer Feder. Auch alle recht erschwinglich. So kann man sich auf jeden Fall eine bessere Meinung bilden.
Ich werde hier auch noch einmal darüber berichten, wie ich das Buch finde und wie ich zu seiner Position stehe (okay, letzteres weiß ich jetzt schon). Vor allem werde ich natürlich dann sagen was ich persönlich an dem Werk auszusetzen habe. Ich bin zwar im Vergleich zu einem renommierten Evolutionsbiologe nur ein kleines Licht, aber was stört mich das. Ich bin gespannt…

Warum Gott beweisen?

Warum Gott beweisen?

Diese Frage finde ich wirklich interessant. Warum muss Gott bewiesen werden, damit man an ihn glauben kann? Denn wer kennt ihn nicht, den Spruch “Ich glaube nur an das, was ich gesehen habe oder was empirisch beweisbar ist!”? Doch dabei sind sich die meisten gar nicht bewusst, wie schwachsinnig dieser Satz im Kontext unserer Alltagspraxis eigentlich ist. Denn längst kann nicht alles, was sich für uns im Positiven bewährt hat, bewiesen werden. Aber Gott soll bewiesen werden, denn sonst glaubt man ja nicht.
Das “Glauben” aber “Vertrauen” ist und man für ein Vertrauen keinen Beweis braucht, dass nimmt man im Bezug auf Religionen nicht wahr. Ich vertraue ja auch meiner Freundin, dass sie mir treu ist und fordere keinen Beweis, weil sie es wohl möglich nicht beweisen kann. Wie denn auch? Und ich steige ja auch in ein Flugzeug ohne vorher beweisen zu können, dass es wirklich am richtigen Ort landet und ich nicht hinterher in Einzelteilen im Wasser schwimme. Ich glaube einfach daran, dass ich heile ankomme und das Flugzeug nicht abstürzt.
Auch in der Naturwissenschaft gilt: Alle Theorien sind so lange wahr bis das Gegenteil bewiesen wird. Wenn man das auf Gott ummünzt, dann müsste man doch eigentlich von Atheisten und Co. den Beweis für die Nicht-Existenz einfordern. Und da wird aus der “Bring-Schuld” schnell ein dankbares Grinsen, denn Gottes Nicht-Existenz zu beweisen ist bisher auch noch niemandem gelungen.
Das Ganze ist mir letztens wieder vermehrt in den Sinn gekommen als ich ein Thema samt den Kommentaren beim lieben Ecki gelesen habe, denn so mancher Kommentar ging genau in diese Richtung. Komisch…