Exkursion zur Klosterkirche Marienthal

Exkursion zur Klosterkirche Marienthal

Heute war ein sehr spannender, interessanter und toller Tag. Ich war nach einer Vorlesung an der Ruhr-Universität mit einem meiner Hauptseminare auf einer Exkursion zur Klosterkirche Marienthal in Hamminkeln bei Wesel. Dort haben wir uns dann die Architektur, die Wandmalerei, die Malerei im Gewölbe, den Friedhof und die Fensterbilder angeschaut, gedeutet und inhaltlich und kontextual zusammengefügt. Die Klosterkirche Marienthal ist eine sehr interessante Kirche, die sich von vielen anderen Kirchen unterscheidet.

Hier wird nicht auf prunkvolle Ausschmückungen wert gelegt, sondern einzig auf das Wesentliche geachtet. Vieles ist minimalistischer als andernorts und dadurch interessanter. Es war auf jeden Fall mal etwas anderes als an der Ruhr-Universität in einem Seminarraum zu sitzen.

Nach getaner Arbeit haben wir uns dann alle noch ruhig zusammengesetzt und etwas getrunken. Das hat der Dynamik der Truppe sicherlich gut getan. Wird man sicher auch in der Zukunft noch merken können.
Und weil der Abend schon so weit fortgeschritten ist und ich nun noch andere Dinge machen will, beende ich diesen Artikel mit dem Tipp: Einmal die Klosterkirche Marienthal besuchen, wenn man im Kreis Wesel unterwegs ist. Es lohnt sich!

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Quelle des Fotos: marienthal.de

Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen

Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen

Seit Wochen bzw. seit Monaten werde ich ständig mit den Missbrauchsfällen innerhalb katholischer Einrichtungen konfrontiert. Ich soll meine Meinung dazu sagen. Dabei stelle ich mir immer die Frage, wieso gerade meine Meinung so eine Rolle spielt. Weil ich an Gott glaube? Weil ich katholische Theologie studiere? Oder weil ich mich gar als Katholik bezeichne?

Im Grunde weiß ich aber gar nicht, was ich dazu sagen soll. Ich muss wohl niemandem erzählen, wie schrecklich und abscheulich diese Taten sind, die da ans Tageslicht getreten sind? Ich muss wohl ebenfalls niemandem erzählen, dass solche Verbrecher meiner Meinung nach bestraft gehören. Und ich brauche wohl auch nicht erwähnen, dass ich für eine vollkommene Aufklärung der Fälle und des Ausmaßes bin.

Ich glaube das Hauptproblem dieser Sache ist eher der Umgang der katholischen Kirche mit der Situation. Manche streiten ab, manche reden es herunter, manche sind für eine umfassende Aufklärung und manche schweigen. Das sorgt dann natürlich für eine nicht so sonderlich gute Stellung der katholischen Kirche in den Augen der Weltöffentlichkeit – verständlich. Und es sorgt dafür, dass erstmals der Druck auf einen Bischof so groß wird, dass er ein Rücktrittsgesuch einreicht. Bischof Walter Mixa hat dies am vergangenen Donnerstag getan. In der deutschen Geschichte ist dies bisher einmalig. Schon mehrfach musste ein Bischof aufgrund politischen Drucks aus dem Amte weichen (man siehe vor allem die NS-Zeit) oder wurde durch Krankheit und Alter dazu gezwungen, aber noch nie war der öffentliche Druck so groß wie in diesen Tagen.

Das muss für die katholische Kirche ein Zeichen sein. Der Mantel des Schweigens muss verschwinden und eine flächendeckende und rücksichtslose Aufklärung muss durchgeführt werden. Ein Neuanfang im Umgang mit dieser Situation muss geschehen. Erst dann kann die Versöhnung mit der Weltöffentlichkeit wieder erfolgen. Erst dann wird man der katholischen Kirche ihr bisheriges Handeln verzeihen und dafür sorgen, dass es mehr und mehr in Vergessenheit gerät. Wobei damit auf keinen Fall die Missbrauchsfälle selbst gemeint sind. Diese sollen ein Mahnmal für die Zukunft werden. So etwas darf einfach nicht passieren – weder in katholischen Einrichtungen noch sonst wo. Da sind wir uns – denke ich – doch alle einig.

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Bild © Hartmut910 / PIXELIO

Luther

Luther

2003 war der Film “Luther” in vielerlei Munde. Heute werden wahrscheinlich nicht mehr sonderlich viele über ihn reden. Es handelt sich um einen Film, der die Lebensgeschichte von Martin Luther zeigt und dadurch natürlich auch den Blick auf die Reformation in Deutschland lenkt. Teilweise wurde auch an den historischen Stätten gedreht. Und auch das Aufgebot an Schauspielern kann sich durchaus sehen lassen. Aber nun wie gewohnt erst einmal ein kurzer inhaltlicher Ausblick, der aber eigentlich zumindest grundsätzlich eh jedem bekannt sein dürfte.

Ein Nahtoderlebnis reißt im Jahre 1505 den Studenten Martin Luther (Joseph Fiennes) aus seinem bis dato eher von Müßiggang geprägten Alltag und treibt ihn in die aufnahmebereiten Arme der katholischen Klosterkirche. Schon bald stoßen dort dem kritischen Geist Diskrepanzen zwischen Wort und Wirklichkeit auf. Besonders den grassierenden Ablasshandel nimmt er ins Visier, als er seine 95 Thesen als Protest an die Wittenberger Schlosskirche nagelt. Als der Papst den Ketzer nachdrücklich um Widerruf ersucht, bleibt Luther standhaft. Er wird für vogelfrei erklärt, muss fliehen, und erarbeitet in der Enklave zur Wartburg die erste deutschsprachige Übersetzung der Bibel, nicht ahnend, welche Revolution sein Werk entfachen wird.

Ich habe mir den Film von wenigen Tagen angesehen und ich fand ihn sehr gut. Wenn man von so mancher historischer Unstimmigkeit absieht, dann kann man ihn sich sehr gut anschauen. Und da der Film nicht den Anspruch erhebt eine Dokumentation zu sein kann man auch mit den Unstimmigkeiten durchaus leben. Zumal viele Dinge wahrscheinlich eh dem Max Mustermann nicht auffallen mögen. Die Atmosphäre, die der Film herüber bringt, kann einen durchaus fesseln.

Ebenso wie der Plot, wenn man sich dafür interessiert. Die Schauspieler machen ihre Sache gut. Joseph Fiennes, welcher Martin Luther spielt, verpasst jenem eine interessante, charismatische Seite. Spannung kann auch durchaus aufkommen. Bei mir war das allerdings weniger der Fall. Ist ja im Grunde klar was wann und wie passiert.

Meiner Meinung nach ist “Luther” ein Film, den man sich auf jeden Fall anschauen kann und den man sich vor allem, wenn man ein wenig Interesse für Geschichte und Religion hat, auch anschauen sollte. Sicherlich ist er nicht perfekt, aber das kann und sollte man auch nicht verlangen. Denn der Film gibt einen ersten Einblick in die historischen Fakten. Weiteres sollte man dann aber doch besser an geeigneter Stelle nachlesen, wenn einem denn wirklich nach Tiefgang ist. Aber gerade für den Einstieg in das Thema ist der Film durchaus gut gemacht. Ich würde ihn mir wohl durchaus noch einmal anschauen. Auch wenn er dann wahrscheinlich wirklich langweilig wäre. Daumen hoch!

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Quelle des Zitats: kino.de

Gast-Artikel von Konna: Ich glaube

Gast-Artikel von Konna: Ich glaube

Guten Mittag. Heute gibt es hier ausnahmsweise mal keine Worte meiner Person zu lesen. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass es hier nichts zu sehen gibt. Warum? Der Konna von der Gedankendeponie hat sich die Ehre gegeben und einen Gast-Artikel für mich verfasst. Vor einiger Zeit habe ich diesen “gewonnen” und so freue ich mich euch nun den ersten Gast-Artikel in der Geschichte dieses Blogs zu präsentieren. Eine waschechte Premiere also. Konna hat sich mit dem Thema Glauben auseinandergesetzt. Ein sehr spannendes und durchaus diskussionswürdiges Thema hat er sich damit ausgesucht. Und das ist auch gut so. Ich wünsche euch nun viel Spaß beim Lesen der fremden Worte, die für so manchen sicherlich gar nicht mal so fremd sind… aber ich komme ins Schwafeln und das soll nicht sein.

Ich glaube. Zwei einfache Wörter, aber eine unglaublich komplexe Aussage. So vielseitig interpretierbar und doch so vielsagend.

Glauben kann man an Vieles, an die eigenen Fähigkeiten, an das gute im Menschen, an den Fortschritt oder an Gott. Oder an alles gleichzeitig. Der Glaube ist etwas, das den Menschen vom Tier unterscheidet und Glaube ist etwas, das uns gleichzeitig voneinander unterscheidet und uns zusammenbringt. Jeder hat seinen eigenen Glauben, aber zu gewissen Teilen überschneidet sich dieser Glaube auch.

Dazu muss man sich allein die Religionen anschauen. Bei allen Unterschieden finden wir auch immer wieder Gemeinsamkeiten. Dass Religion immer mehr in Verruf geraten ist, liegt an denjenigen, die nicht wissen, was Religion in Wirklichkeit ist. Philologisch betachtet stammt das Wort Religion vom lateinischen religio ab, das schon früher für religiöse Handlungen, Gottesfurcht und Frömmigkeit benutzt wurde. Schaut man aber ins Wörterbuch, so findet man doch eine ganze Reihe anderer Bedeutungen, die aus der Religion, wie wir den Begriff vorwiegend verwenden, nicht wegzudenken sind: Rücksicht, Skrupel und Gewissenhaftigkeit, um nur einige Beispiele zu nennen.

Religionsgegner argumentieren damit, dass Religion für zahlreiche Kriege und Gräueltaten verantwortlich ist, also müsste sie am besten abgeschafft werden. Für noch mehr dieser Dinge ist aber zum Beispiel Geld verantwortlich. Sollen wir das auch abschaffen? Es ist eine Frage der persönlichen Einstellung, wie wir die Religion benutzen. Denn sie hat auch zweifelsohne zahlreiche gute Dinge zu bieten.

Die anderen Argumente gegen Religion begründen sich meist auf wissenschaftlichen Fortschritt. Die Bibel ist ein Märchen, aber bestimmt keine Geschichte, heißt es. Oder dass die Existenz von Gott oder einer höheren Macht nicht bewiesen werden kann. Aber warum müssen sich Religion und Wissenschaft ausschließen? Warum muss man die Existenz Gottes beweisen müssen, um zu glauben?

Glauben heißt nicht wissen, sagt eine Redensart, die zwar nicht in erster Linie auf den Religionsaspekt gemünzt ist, die aber dennoch passt. Ich muss nicht wissen, um glauben zu können. Schon immer war “Glaube versetzt Berge” einer meiner Leitsprüche im Leben und auch wenn ich nicht der religiöseste Mensch bin (und nicht in die Kirche gehe), so glaube ich dennoch, dass “da oben” jemand ist, der über mich wacht. Ganz einfach, weil es mir Trost spendet und Hoffnung gibt, dass alles gut wird. Es ist MEIN Glaube und dabei ist es ganz egal, ob er gerechtfertigt ist oder nicht. Allein dadurch, dass er mir etwas gibt, ist er es doch schon. Darum sage ich es völlig ohne Scham und aus voller Überzeugung gern noch einmal:

Ich glaube.

Der Karfreitag und seine Bedeutung

Kreuzigung Jesu

Der Karfreitag wird heute begangen. Ein Tag, der – wie ein Nachfragen häufig ans Tageslicht bringt – von vielen in seiner Bedeutung gar nicht erst erfasst wird. Ist ja sowieso grausam, dass viele Menschen gar nicht mehr wissen, was so Feste wie Ostern, Weihnachten und so weiter für eine Bedeutung haben. Natürlich ist das so, da sie das nicht interessiert. “Hauptsache man hat an dem Tag frei.” Ich habe mir also vorgenommen hier mal kurz und knapp zu schreiben worum es heute eigentlich geht. Kann ja nicht schaden das mal grob zu wissen, nicht wahr?

Mit dem Karfreitag beginnt die österliche Dreitagefeier, die mit dem Abend des Gründonnerstag und dem Karfreitag beginnt und mit dem Ostersonntag endet.

Am Karfreitag gedenkt man den Kreuzestod Jesu Christi und erwartet seine Auferstehung. Der Verkünder des Reiches Gottes und der Nächstenliebe starb für die Menschen freiwillig am Kreuz und nahm damit alle Sünde und Schuld der Menschen auf sich. Ein sehr bedeutsames Ereignis mit einer sehr bedeutsamen Konsequenz.

Denn nur dadurch ist es den Menschen überhaupt möglich geworden nach dem Tode ins angebrochene Reich Gottes zu gelangen. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass man immer und immer wieder schuldig werden kann. Daher ist auch die Buße der “aktuellen” beziehungsweise neuen Schuld und Sünde immer wieder von Bedeutung.

Die Benennung als “Karfreitag” lässt sich auch relativ leicht erklären, wenn man erst einmal weiß um was es geht, denn das altdeutsche “kara” bedeutet so viel wie Trauer, Kummer und Klage. Jedoch ist der Karfreitag nicht allein ein Tag der Trauer, sondern auch ein Tag der Freude auf das, was konstitutiv für den christlichen Glauben ist: Die Auferstehung. Aber zu der Bedeutung der Auferstehung komme ich dann wohl am Ostersonntag, wenn es mir die Zeit erlaubt. Sicher bin ich mir da nicht.

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Wer mehr wissen will, der schaue hier: Karfreitag, Triduum Sacrum. Natürlich könnte ich hier auch noch Literatur angeben, aber ich denke Wikipedia wird eher genutzt.
Bei dem Bild-Ausschnitt handelt es sich um ein Werk von Albrecht Altdorfer aus den Jahren 1515 – 1516. Es ist zu bestaunen in der Gemäldegalerie in Kassel.

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