Liebe Fahrgäste, aufgrund eines Personenschadens kann dieser Zug vorerst nicht weiterfahren!

“Liebe Fahrgäste, aufgrund eines Personenschadens kann dieser Zug vorerst nicht weiterfahren! Wir bitten um ihr Verständnis!” Diese zwei Sätze durfte ich heute auf der Rückfahrt von Essen nach Dorsten mehrfach vernehmen. Irgendwas war auf dem Streckenabschnitt vor meinem Zug geschehen. Eine Person war zu schaden gekommen und lag “bewusstlos neben einem Gleis”. Okay… kann vieles sein. Selbstmord? Unfall? WTF?

Ich hasse solche Situationen. Auf der einen Seite ist man tierisch genervt, weil die Fahrt nicht weiter geht, man Zeit verliert und der Tagesplan zu kippen droht, aber auf der anderen Seite ist da auch dieses Mitgefühl, dieses Trauernde, dieses Fragende, da man ja keinen Schimmer hat was da eigentlich genau passiert ist. Schrecklich…

Und weil ich durch diese Sache nicht gerade wenig Zeit eingebüßt habe, die ich eigentlich anders eingeplant habe, muss ich nun sehen, wie ich mir die Zeit am besten wiederhole. Und hier und jetzt fange ich damit an. Heißt im Klartext: Mehr als diese paar Zeilen gibt es heute nicht. Schönen Sonntag noch!

Eine Berührung mit dem Tod

Als ich vor einigen Tagen abends die Tageszeitung durchblätterte, stieß ich auf einen Artikel, dessen Inhalt man so und in ähnlicher Form – leider – sehr häufig zu lesen bekommt. Kurz und bündig zusammengefasst: Junger Dorstener verstarb bei einem Autounfall. Wie gesagt, eigentlich nichts besonderes, denn immer wieder kommen Menschen jeden Alters bei Verkehrsunfällen ums Leben. Aufgrund der Tatsache, dass im besagten Artikel kein Name genannt wurde, blieb der Tote für mich ein Mensch ohne Gesicht. Verständlicherweise waren meine Gedanken wenige Minuten später wieder woanders.

Wenn man dann plötzlich erfährt, dass es sich bei dem Toten um einen alten Bekannten handelt, wird einem schon ganz anders, denn in dem Moment bekommt der Tote ein Gesicht. Und damit verändert sich einiges. Als es mir erzählt wurde, wollte ich es erst einmal gar nicht glauben. “Kann doch gar nicht sein!” war mein erster Gedanke. Doch es wurde mehrfach bestätigt. Ein Schock.

In dem Moment musste ich daran denken, was ich mit diesem Menschen alles erlebt hatte. Ich kann mich noch daran erinnern, wie wir gemeinsam auf dem Super Nintendo “Teenage Mutant Ninja Turtles: Turtles in Time” gezockt und dem alten Shredder mächtig in den Arsch getreten haben. Oder daran, wie wir eine Zeit lang jeden Nachmittag mit einigen anderen zusammen auf einem nahe gelegenen Spielplatz Fußball gespielt haben. Oder daran, wie wir gemeinsam die ersten Pokémon-Spiele auf dem Gameboy durchzockten und uns gegenseitig Tipps gaben… eine spannende Zeit, die allerdings auch schon gut 15 Jahre und mehr zurückliegt. Ein Freund der Kindheit.

Die letzten Jahre haben wir nichts mehr voneinander gehört. Jeder ist seinen eigenen Weg gegangen und wollte andere Ziele erreichen. Vor einigen Wochen kam von ihm eine Freundschaftsanfrage bei Facebook. Ich nahm an. Und hin und wieder kommentierten wir auch gegenseitig unsere Status-Meldungen. Irgendwie war also wieder Kontakt da – oberflächlich und klein, aber vorhanden.

Und nun ist er bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Traurig. Ich möchte nun nicht mehr viel schreiben. Ruhe in Frieden!

Fast vier Monate sind seit der Duisburger Tragödie bei der LoveParade 2010 vergangen

Fast vier Monate sind seit der Duisburger Tragödie bei der LoveParade 2010 vergangen

Die Medien erinnern am heutigen Tag an den tragischen Selbstmord von Robert Enke. Genau vor einem Jahr nahm sich der Nationaltorhüter und die unumstrittene Nummer Eins von Hannover 96 das Leben. Enge Vertraute des Torhüters nahmen heute an einer Andacht teil. Für alle anderen wurde eine Trauerstätte in der Nähe des Stadions von Hannover 96 eingerichtet. Eine tragische Geschichte – nicht zuletzt, weil Robert Enke unter Depressionen litt und kaum jemand davon wusste. Diese Tatsache rüttelte vor einem Jahr viele Menschen wach. Alle wollten sensibler sein und mehr auf ihre Mitmenschen achten. Ob sie es letztendlich auch getan haben, wird wohl von Mensch zu Mensch unterschiedlich zu bewerten sein…

Aber ich möchte gar nicht näher auf den Selbstmord von Robert Enke eingehen, sondern viel mehr ist es mir ein Anliegen an eine andere Tragödie zu erinnern. Vor 109 Tagen, am 24.07.2010, ereignete sich auf der LoveParade 2010 in Duisburg, die unter dem Motto “The Art of Love” stattfand, eine große Katastrophe. Bei einer Massenpanik, die am Nachmittag losbrach, kamen 21 Menschen zu Tode, über 500 verletzten sich teilweise schwer und Hunderte erlitten ein Trauma, weil sie die schrecklichen Szenen, die sich vor ihren Augen abspielten, miterleben mussten.

Als ich einen Tag später einen Artikel über die Tragödie verfasste, dachte ich noch, dass die Gründe und die Verantwortlichen in der Folgezeit beim Namen genannt werden würden. Ich habe fest daran geglaubt, dass alles lückenlos aufgeklärt würde. Heute, über drei Monate nach diesem schrecklichen Tag, muss ich allerdings leider feststellen, dass diese lückenlose Aufklärung bis heute nicht erfolgt ist – zumindest nicht von offizieller Seite.

Stadt, Veranstalter und Polizei geben sich gegenseitig die Schuld an dem, was dort geschehen ist. Niemand ist dafür bisher rechtlich belangt worden. Die Ermittlungen laufen weiterhin “gegen Unbekannt”. Das finde ich übrigens äußerst bemerkenswert, weil der Staatsanwaltschaft über 700 Zeugen und gar 1000 Videos für die Klärung zur Verfügung stehen. Insgesamt gesehen ist diese Tragödie wahrscheinlich so gut dokumentiert, wie keine zuvor.

Die Gründe, die zu diesem Geschehen führten, sind mittlerweile durch viele Experten und durch engagierte Menschen aufgedeckt worden. So hat es große Mängel bei der Planung gegeben. Das Gelände des alten Güterbahnhofs war für die zu erwartende Menschenmasse viel zu klein und darüber hinaus noch durch Mauern eingeschlossen. Der Ein- und Ausgang hätte mit Tunnel und Rampe gar nicht schlechter gewählt werden können (vor allem deshalb, weil es bessere und vor allem sichere Alternativen gab). Das Sicherheitskonzept hatte eine Vielzahl von Lücken. Durch Probleme bei der Kommunikation zwischen Einsatzzentrale und den Kräften vor Ort war meist unklar wie in den entsprechenden Situationen gehandelt werden sollte.

Wenn man nun lesen darf, dass diese Veranstaltung nur deshalb stattfinden konnte, weil Sicherheitsbestimmungen etc. durch Sondergenehmigungen außer Kraft gesetzt und kritische Stimmen schlichtweg von allen verantwortlichen Stellen überhört wurden, dann bekommt man doch direkt eine Gänsehaut. Auch wenn sicherlich niemand wollte, dass es zu solchen Szenen kommt, so muss doch den meisten Verantwortlichen zumindest bewusst gewesen sein, dass so etwas im Bereich des Möglichen liegt.

Bis heute hat niemand öffentlich die Verantwortung übernommen. Niemand wurde bisher für dieses Unglück zur Rechenschaft gezogen. Das kann es doch einfach nicht sein. Die Fehler sind offenkundig. Und jemand hat diese Fehler gemacht. Also muss nun auch Gerechtigkeit hergestellt werden – 21 Menschen sind gestorben… wenn die Ermittlungen eingestellt werden ohne eine Verurteilung und ohne Konsequenzen, dann wäre das eine Farce.

Ich bin übrigens der Meinung, dass es grundsätzlich falsch ist, das die LoveParade in Zukunft nicht mehr stattfinden wird. Dies geschieht zwar laut Veranstalter aus Respekt vor den Opfern, doch ich würde es genau anders herum machen. Wenn die LoveParade weiterleben würde, dann wäre sie nicht nur ein großes Fest, sondern auch ein Platz, der auch noch in einigen Jahren an diese Katastrophe erinnert. Die Schuld dafür liegt nicht bei der grundsätzlichen Idee, sondern bei denen, die die LoveParade auf Biegen und Brechen durchführen wollten und durchgeführt haben.

Damit habe ich erst einmal alles niedergeschrieben, was mir in diesem Moment in den Sinn gekommen ist. Kommentare und Diskussionen würde ich hier begrüßen. Und wer noch mehr wissen will, der schaut am besten mal auf dem Blog Dokumentation der Ereignisse zur Loveparade 2010 in Duisburg vorbei.

Die LoveParade 2010 wurde von einer schrecklichen Tragödie überschattet

Die LoveParade 2010 wurde von einer schrecklichen Tragödie überschattet

Eine ganze Region ist entsetzt. Das gesamte Ruhrgebiet scheint einen Tag nach dem Vorkommnissen bei der LoveParade 2010 in Duisburg unter Schock zu stehen. Es sollte die größte Party des Jahres und ein Aushängeschild für Europas Kulturhauptstadt, der Metropole Ruhr, werden. Stattdessen ereignete sich eine Tragödie. Bei einer Massenpanik am Eingang zum LoveParade-Gelände wurden, während über eine Million auf dem Gelände ausgelassen feierte, 19 Menschen getötet und über 342 verletzt – viele davon schwer. Der genaue Verlauf ist bisher noch ungeklärt, aber Augenzeugen-Berichte lassen ein schreckliches Bild erahnen.

Die LoveParade fand dieses Jahr im alten Güterbahnhof der Stadt Duisburg statt. Ein sehr hübsches Gelände, das sich sicherlich auch gut für so eine Party anbietet. Zum Erreichen des Geländes musste eine Unterführung (an der Karl-Lehr-Straße) durchschritten werden. Aus dieser Unterführung wurde ein enger Tunnel ohne Entkommen – eine Falle. Ich möchte über die Ursache nicht spekulieren, denn die Untersuchungen, die bereits angelaufen sind, werden sicherlich ein eindeutiges Bild ohne Zweifel zeichnen.

Ob eine Kettenreaktion durch einige Besucher, die über Sicherheitszäune klettern wollten, um auf das Gelände zu kommen, ausgelöst wurde oder ob diese Tragödie eine andere Ursache hatte, wird in den nächsten Tagen sicherlich abschließend geklärt werden können. Ebenfalls wird man dann wissen, ob dieses Ereignis hätte verhindert werden können.

Und auch mögliche Schuldige werden dann beim Namen genannt werden können. Aber bis dahin sollte man keine voreiligen Schlüsse ziehen. Auch wenn dies sicherlich nicht leicht fällt.

Mehr Informationen findet ihr zum Beispiel hier und hier. Dort sind auch Fotos, Videos und vieles mehr zu sehen.

Auf der Pressekonferenz von heute Mittag hat der Veranstalter Rainer Schaller mitgeteilt, dass es zu keiner neuen LoveParade mehr kommen wird – aus Respekt vor den Verstorbenen.

Ich wollte übrigens auch zur LoveParade gehen. Erst gestern Mittag hatte ich mich spontan dagegen entschieden, da ich morgens eine Klausur zu schreiben hatte und danach einfach nur müde war. Hinzu kam dann noch, dass ich irgendwie gefroren habe… warum auch immer. Somit bin ich von Bochum nicht weiter nach Duisburg, sondern wieder nach Hause gefahren. Und selbst als mich dann noch ein alten Kollege überreden wollte, bin ich standhaft geblieben. Im Nachhinein sicher eine gute Entscheidung.

Und so kann ich Entwarnung geben… ich war nicht in Duisburg und mir ist nichts passiert. Gab ja gestern Abend oder im Laufe der Nacht noch die eine oder andere Nachfrage. Ich bin wohlauf. Geschockt war ich gestern Abend dennoch über die Nachricht. Und zwar nicht wenig.

So etwas darf nicht passieren – eine Tragödie. An dieser Stelle möchte ich mein Mitgefühl für die Opfer und die Angehörigen, aber auch an alle, die diese schrecklichen Minuten/Stunden überstehen mussten, aussprechen.
Und viel mehr kann ich dazu nicht mehr äußern… was sagt ihr denn dazu?

Wenn Raben meinen vom Regal fallen zu müssen

Wenn Raben meinen vom Regal fallen zu müssen

Wenn Raben meinen vom Regal fallen zu müssen, gibt es manchmal Tote. Daraus könnte man doch glatt ein Sprichwort machen, oder? In diesem Falle hat es den Raben selbst erwischt… glatter, zweifacher Durchbruch.

Stehen ist nun nicht mehr drin – armes Tier. Und Blut ist im Inneren auch nicht mehr vorhanden, denn irgendwie ist der ziemlich hohl – leblos. Nun denn… so muss ich wohl gleich mal eine Tüte holen und ihn dann zu seiner letzten Ruhestätte geleiten. Vor Jahren kam er in meinen Besitz… wie und warum kann ich nicht einmal mehr sagen… und lange blieb er ein stummer und treuer Begleiter. Heute hat er sich einen total dämlichen Fehltritt geleistet. So schnell kann es gehen. Und wieder eine Lehre des Lebens: Das Leben kann jederzeit zu Ende sein.

Im einen Moment ist man glücklich, im nächsten vom Regal gefallen. Kann man nichts machen… nur ein wenig trauern. Und weil ich das jetzt nicht machen möchte ertränke ich meine Trauer in einer Flasche mit einem königlichen Pils aus einer Duisburger Brauerei. Rest in peace!

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Über Lordy

    Jahrgang 1986, Student an der Ruhr-Universität Bochum, wohnhaft in Dorsten, dauernd unterwegs, Serien-Junkie, Wii-Freak, Musik-begeistert und leidenschaftlicher BVB-Anhänger.
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