
Im August diesen Jahres strahlte RTL eine Sitcom aus, die lange im Keller vergammelte und schon langsam der Gefahr gegenüberstand übel und vermodert zu riechen. Im Frühjahr 2007 wurde “Der Lehrer” produziert und mehr als 2 Jahre später im August immer Montags im Abendprogramm in einer Doppelfolge ausgestrahlt. Die erste (und sehr wahrscheinlich auch letzte) Staffel bekam ganze 8 Episoden von je 22 Minuten Länge spendiert.
Doch bevor ich weiter darüber schreibe erst einmal eine kleine Angabe worum es überhaupt geht. Stefan Vollmer, gespielt von Hendrik Duryn, hat über zehn Jahre nicht mehr als Lehrer gearbeitet. Er ist jung, dynamisch, unkonventionell und bekommt die Chance wieder als Lehrer zu arbeiten. An der Georg-Schwerthoff-Gesamtschule. Jedoch zweifeln so gut wie alle an seinen pädagogischen Fähigkeiten und er bekommt “nur” einen Problem-Kurs zugesprochen. Warum? Weil man da nicht viel falsch machen kann. Das System hat sie abgeschrieben. Ein Abschluss für die Schüler in dem Kurs ist eine Utopie, wenn man sich beim Lehrer-Kollegium umhört. Das Ziel, das Vollmer vorgesetzt wird: “In dem Kurs muss Ruhe herrschen… mehr nicht.” Doch der dynamische Lehrer Vollmer setzt sich selbst das Ziel den Teenies einen Abschluss zu bescheren, damit die Zukunft derer wenigstens nicht gänzlich verbaut ist.
Jede Episode setzt sich mit einem Problem auseinander. Drogen, Faulheit, Gewalt, unterschiedliche Religionen, die aufeinander treffen.
Da ich darauf hinarbeite ebenfalls Lehrer zu werden war die Sitcom für mich durchaus interessant und daher wurde sie auch geguckt. Und ich fand sie gut. Es hat Spaß gemacht sich durch die Episoden zu bewegen, da die Methoden Vollmers zwar nicht ins Bild eines Lehrers passen, aber innerhalb der Serie funktionieren. Zwar eckt er immer wieder beim Lehrer-Kollegium, der Rektorin und Freunden an, aber er zieht sein Ding durch und landet daher des öfteren auf der “Anklagebank” im Zimmer der Rektorin, die ihn zwar zurechtstutzt, aber dennoch im Dienst belässt.
Interessiert habe ich mich auch durch Artikel im Internet gelesen, die sich mit der Serie beschäftigten. Auffällig: Die meisten Artikel stellen die Serie in ein schlechtes Licht. Die Süddeutsche spricht der Serie eine “ordentliche Programmqualität” ab, der Spiegel sieht die Serie als “Stammtisch-Comedy” und die Welt sieht in der Serie einen “tragischen Klassenclown”. Einzig die taz ist der Sitcom ein wenig wohlwollender, wenn auch nicht viel positiver gesonnen. Allen Artikeln ist gemein, dass sie davon reden, dass der Humor nicht gut wäre. Okay, ich habe dennoch gelacht. Allen Artikel ist gemein, dass sie die Sitcom als “weit entfernt von der Realität” einordnen. Richtig. Es ist sicherlich nicht eine realistische Darstellung, aber wenn man sich in dem Genre mal umschaut, dann merkt man, dass das normal ist. Oder glaubt jemand, dass Sendungen wie “Ritas Welt” oder “Alles Atze” nah an der Realität sind? Also ich nicht. Nun denn… vielleicht hätte ich die Artikel gar nicht lesen sollen. Dann würde ich jetzt immerhin nicht darüber nachdenken müssen, ob ich derjenige bin, der keinen Geschmack hat.
Einen Lichtblick gibt es wenigstens. Und zwar scheint die Serie laut dem Quotencheck gar nicht mal so schlecht angekommen zu sein. Durchschnittliche Werte in der werberelevanten Zielgruppe, die sogar ein Argument für eine zweite Staffel darstellen, denn solche Werte sind überdurchschnittlich gut für eine deutsche Serien-Produktion. Wow… vielleicht gerade wegen der negativen Publicity? Möglich ist schließlich alles…
So. Das war es erst einmal von meiner Seite. Nun meine Frage an euch: Hat die Serie von euch jemand gesehen? Und wie ist eure Meinung?